20. Politischer Aschermittwoch in der Oberlausitz

Charlotte Knobloch beantwortet Medienanfragen. Foto: Kerstin Kunath Bautzen (Kerstin Kunath) Zum 20. Politischen Aschermittwoch des Freistaates Sachsen, dem 22. Februar 2012, folgten ca. 420 Gäste der Einladung des...

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Foto: Kersin Kunath
Charlotte Knobloch beantwortet Medienanfragen. Foto: Kerstin Kunath

Bautzen (Kerstin Kunath) Zum 20. Politischen Aschermittwoch des Freistaates Sachsen, dem 22. Februar 2012, folgten ca. 420 Gäste der Einladung des Bautzener Landtagsabgeordneten Marko Schiemann. Die Veranstaltung fand in der Mehrzweckhalle Am Schützenplatz in Bautzen statt. Alle interessierten Bürger waren bei freiem Eintritt herzlich eingeladen. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch den CDU-Kreisverband Bautzen. Als Ehrengast hielt Frau Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ihre Festrede. Charlotte Knobloch, 1932 in München geboren, war von 2006 bis 2010 Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland. Sie sagte: “Ich danke Gott, dass wir heute in einem Land leben, das mit all unseren Nachbarn in Frieden zusammen lebt. Wir alle miteinander haben Grund darauf stolz zu sein.“ Sie ist der Meinung, daß wir heute keine erhobenen Zeigefinger mehr brauchen, denn junge Menschen ziehen sich daraufhin nur zurück, statt dessen brauchen wir mehr Gespräche von Mensch zu Mensch und Beziehungen. „In Wahrheit heißt erinnern – verstehen!“ Weiterhin plädierte sie: „Es gilt, sensibel zu sein für die leisen – und auch weniger leisen – Signale antidemokratischer Entwicklungen in unserer Gesellschaft.“ Es dürfe nicht sein, dass es in unserem Land möglich ist, ungestört nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten. Der leise Marsch der Neonazis durch die Vereine, wo sich unsere Kinder und Jugendlichen aufhalten, sei gefährlicher als die lauten unangenehmen Aufmärsche. Jeder habe in seinem Umfeld Verantwortung die Zeichen der Zeit zu erkennen und Negativem entgegen zu wirken. Es sei wichtig unsere Kinder gegen die braunen Verführungen zu immunisieren und patriotisch zu erziehen. Die Rede löste einen anhaltenden Beifall und sogar ein „standing ovation“ aus.

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