2012 – The Beat Goes On

5. Kalendarium der toten Musiker ist erschienen. (M.D.) Ich halte ihn in den Händen. Ganz schwarz ist er. Schwarz wie die Nacht, schwarz wie der Tod, schwarz wie...

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5. Kalendarium der toten Musiker ist erschienen.

(M.D.) Ich halte ihn in den Händen. Ganz schwarz ist er. Schwarz wie die Nacht, schwarz wie der Tod, schwarz wie der Humor, der ihn auf seinen Schultern trägt. Ein leinengebundenes, goldgeprägtes Hardcover, sinnlich und rauchig. Die Rede ist vom 5. Kalendarium toter Musiker, herausgegeben unter dem Titel „The Beat Goes On“ von Manja Ebert, Stefan Hauser, Oliver Höckner und Milan Tillich in der Edition Observatör Berlin beim Berliner Verlag Onkel & Onkel. Der illustre Herausgeberkreis ist ein Kolloquium aus (ehemaligen) Bautzenern, die einst beschlossen, den toten Musikern dieser Welt ein ganz besonderes Andenken zu bereiten. Und wahrlich, es ist ihnen gelungen.

2008 war es, als (der Legende nach) die Gruppe nach mehrjährigen Anläufen, in des großen toten Elvis` Geburtstag hinein zu feiern, sich entschloss, toten Genies wie Presley eine Liturgie zu widmen. Ersparnisse, Autoverkäufe und Familiengelder finanzierten die erste Auflage. Entstanden ist ein Büchlein, nicht größer als ein Gesangsbuch. Ein Kalendarium wohnt ihm inne, das hinführt zu den pikanten Sterbedaten hunderter mehr oder weniger bekannter Musiker der verschiedensten Genres. Ergänzt werden die Planseiten des Todes von lebhaften Geschichten, merkwürdigen Statistika und makaberen Listen. Gespickt sind die tragischen Seiten der Jubiläumsausgabe mit munteren Illustrationen von Andy Leuenberger.

Erhältlich ist das literarisch-kalendarische Büchlein zum Preis von 15 EUR in deutscher und englischer Sprache (ISBN 978-3-940029-83-6) in der Buchhandlung Kretschmar und im Musikhaus Löbner in Bautzen sowie im Internet unter www.tbgo.de. Das abschließende Wort auf der letzten hellen Seite der dunklen Publikation hat der Bautzener Kulturschaffende Andreas Hennig. Seine Zeilen erzählen vom schäumenden Lebensfluss in Todesnähe. Ein Abgesang? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Lesen Sie nach. Oder hören Sie zu. Denn am Abend des 17. Dezember wird Hennig im Steinhaus aus dem Kalendarium lesen. Die Band Sexgods kontrastiert das gesprochene Dichterwort mit gitarrensatten hartrockigen Interpretationen der Repertoires der Toten.

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