Abzocke immer irrer: Gema erhöht um 1850 (!) Prozent

Deutschland braucht Geld. Mittlerweile ist es den Vertretern des Staates völlig egal, wo die „Mittel“ herkommen. Abgezockt wird überall, wo noch etwas zu holen ist. Bis auf’s Knupperfleisch...

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Deutschland braucht Geld. Mittlerweile ist es den Vertretern des Staates völlig egal, wo die „Mittel“ herkommen. Abgezockt wird überall, wo noch etwas zu holen ist. Bis auf’s Knupperfleisch werden die Bürger ausgepresst. Beim Tanken herrscht an der Zapfsäule nur noch Frust. Wer Heizöl bestellen muss, kann schon mal einen Kleinkredit beantragen. Die Stromrechnung hat den Menschen die Tränen in die Augen getrieben. Immer offener wird in Deutschland über eine PKW-Maut diskutiert, obwohl wir über die KFZ-Steuer bereits unser Scherflein zum Straßenbau beitragen. Die Beiträge der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige wurden innerhalb der vergangenen beiden Jahre verdreifacht. Wenn der Schornsteinfeger kommt, schreibt er heute eine doppelt so hohe Gebührenrechnung wie vor zwei Jahren. Man denkt darüber nach, die TÜV-Prüfung nicht nur zu verteuern, sondern auch jährlich zur Pflicht zu machen. Über die vollkommen sinnlose „Umweltplakette“ hat man Menschen aus ihrer eigenen Stadt ausgesperrt, die sich kein neues Auto leisten können. Die Rundfunkgebühren verkommen zu einer allgemeinen Bürgergebühr. Denn sie wird demnächst selbst dann erhoben, wenn man gar kein Radio und keinen Fernseher hat. Da passt eine Meldung der Gema gut in die Welt.

Die Organisation, die sich um die Verwertung von künstlerischen Leistungen kümmert, hat jetzt Gebühren erhöht – und zwar bis zu 1805 Prozent! Und das auf Artikel, die noch nicht einmal wirklich etwas mit Urheberrechten zu tun haben. Es geht um Speichermedien. Egal, ob USB-Sticks oder Speicherkarten für Fotoapparate: Für jedes dieser Produkte bekommt die Gema Geld. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, was man mit den Datenträgern anstellt. Theoretisch könnte man ja Lieder oder andere urheberrechtlich geschützte Daten darauf kopieren und sie weitergeben – wie man das aber auch per e-Mail tun könnte. Die ersten Großunternehmen haben bereits reagiert und riesige Bestellungen bei den Datenträger-Herstellern aufgegeben, denn die Mega-Gebühren werden erst ab dem 1. Juli fällig. Es ist beschämend, wie in unserem Land die Abzock-Maschinerie funktioniert. Je näher eine Organisation an der Regierung sitzt und je undurchsichtiger die Verflechtungen zwischen Lobbyisten und Regierung sind, desto unverschämter wird zugegriffen. Es geht nur noch darum, wie man vor einem großen Knall so viel Geld wie möglich scheffeln kann.

Unterm Strich bleibt eine Erkenntnis, die so neu nicht ist: Die Staatskrise in Europa taucht, wenn auch nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, in jedem Winkel auf. Bis vor kurzen haben auch unsere eigenen heimischen Abgeordneten noch behauptet, die Rettung Griechenlands und die Euro-Krise koste uns außer ein paar Bürgschaften keinen Euro. Dreist gelogen, sehr geehrte Herren Politiker. Wer will sich noch wundern, dass die Menschen verdrossen an der Politik sind und ihre Arbeitsleistung verweigern? Eine Gebührenerhöhung um 1850 Prozent gehört in die Rubrik „organisiertes Verbrechen“ und ist ein Fall für die Gerichte. Das so etwas in den Bundesanzeiger gelangt, ist ein Skandal und zeigt, wie verfault unser System ist. Denn am langen Ende verdient auch der Staat über seine Mehrwertsteuer kräftig mit. Was man dagegen tun kann? Speicherkarten kaufen. Noch vor Juli!

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