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Ein Aufruf zum fairen Umgang mit dem Ausbildungsbetrieb „Ich habe seit Anfang Januar eine Ausbildung, den Vertrag auch schon unterschrieben. Nun hoffe ich aber auch noch auf andere...

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Ein Aufruf zum fairen Umgang mit dem Ausbildungsbetrieb

„Ich habe seit Anfang Januar eine Ausbildung, den Vertrag auch schon unterschrieben. Nun hoffe ich aber auch noch auf andere Angebote, da ich mich noch bei anderen Firmen beworben habe. […] Habe den Vertrag zur Sicherheit unterschrieben, damit ich später nicht leer dastehe.“ So steht es in einem Internet-Forum zum Thema Ausbildungsvertrag zu lesen. Doch: Man beachte auch mal den anderen Blickwinkel!

Manchmal vergessen wir ihn einfach – den Blick auf den anderen. Und mitunter unterschätzen gerade Jugendliche, wie weit der Vertrauensvorschuss geht, den ihnen Menschen entgegenbringen, mit denen sie Geschäftliches vereinbaren. So ist das auch bei der gemeinsamen Unterzeichnung eines Ausbildungsvertrages durch einen künftigen Azubi und seinen Ausbildungsbetrieb.

Ein junger Mensch kann sich in der Regel darauf verlassen, dass ein unterzeichneter Ausbildungsvertrag seine Wirksamkeit bis zum Beginn der Ausbildung behält. Dafür sorgt im Zweifelsfall schon der Gesetzgeber. Aus der Perspektive des Betriebes jedoch ist eine solche Unterzeichnung reine Vertrauenssache, denn der Bewerber kann die Vereinbarung vor Antritt der Ausbildung jederzeit verlassen um bspw. einen anderen Beruf zu erlernen, in einem anderen Unternehmen eine Ausbildung anzutreten oder doch noch mit dem Studium zu beginnen. Das fristlose Kündigungsrecht des Azubis in der Probezeit macht es für den Betrieb in der Praxis zwecklos, einen Azubi zum Antritt einer Lehre zu verpflichten.

Es sollte also eine Selbstverständlichkeit sein, im Falle einer Entscheidung für einen anderen Weg den Vertragspartner so früh wie möglich davon in Kenntnis zu setzen. Und so lautet eine weise Antwort auf die Anfrage des Users im Forum:
„Kommt die Absage rechtzeitig, kann die Stelle anderweitig besetzt werden. Das ist gegenüber den Betrieben und anderen Lehrstellensuchenden ein faires Verhalten. Es gibt auch negative Fälle, bei denen ein Azubi am ersten Ausbildungstag einfach nicht erscheint. Das verleidet manchem Betrieb die Lust am Ausbilden und lässt andere Bewerber im Regen stehen.“

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