Das Barockschloss Rammenau und sein Erbauer

Bereits 1717 erwarb Ernst Ferdinand von Knoch, königlich-polnischer und kurfürstlichsächsischer Kammerherr, das Rittergut Rammenau von der in Konkurs geratenen Familie von Seydewitz für 36.000 Taler. Der architektonisch wenig...

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Bereits 1717 erwarb Ernst Ferdinand von Knoch, königlich-polnischer und kurfürstlichsächsischer Kammerherr, das Rittergut Rammenau von der in Konkurs geratenen Familie von Seydewitz für 36.000 Taler. Der architektonisch wenig anspruchsvolle „Alte Hof“ aus einfachen Fachwerkgebäuden wurde ihm auf dem am 17.02.1717 öffentlich gehaltenen Hofgericht in Bautzen zugesprochen. Knoch verfolgte den Plan, im landschaftlich reizvoll gelegenen Rammenau ein repräsentatives Anwesen für Sommer- und Wochenendaufenthalte errichten zu lassen. Der Bauherr – Ernst Ferdinand von Knoch (24.06.1677 – 31.01.1745)

Ernst Ferdinand von Knoch
Ernst Ferdinand von Knoch

Der 1677 geborene Ernst Ferdinand von Knoch war Großgrundbesitzer, neben Rammenau besaß er weitere Rittergüter in der Oberlausitz und ein Vorwerk bei Dippoldiswalde. Bei Hofe bekleidete er eine einträgliche Position: Er war vom damaligen Landesherrn August dem Starken zum königlich-polnisch, kurfürstlich-sächsischen Kammerherrn ernannt worden und war bei dessen Ehefrau Christiane Eberhardine von Brandenburg-Beyreuth beschäftigt.

Durch das Zerwürfnis zwischen August und seiner Gattin zog diese sich aus Dresden auf die sächsische Provinz zurück. Abgeschnitten von den Beziehungen zur Dresdner Hofgesellschaft lebte Knoch bis 1726 bei der Kurfürstin. Als Christiane Eberhardine 1727 verstarb, verlor Knoch seine Stelle und hatte keine Chancen mehr, in Dresden in eine ähnliche Position zu kommen. Lediglich als Appellationsrat und als Gegenhändler im Markgraftum Oberlausitz war er noch aktiv. So geriet er allmählich in Geldnot und musste sich Geld leihen um das Schloss in Rammenau fertig bauen zu können. Diesen Kredit in Form von Wechseln nahm er bei verschiedenen Dresdner Adelsfamilien auf, deren Rückzahlung im Laufe der Jahre allerdings zum Problem geriet. Insbesondere nach dem Tod Augusts des Starken 1733 sank Knochs Stern endgültig. Weder gehörte er zum Kreis der Günstlinge des bald allmächtigen Premierministers Brühl, noch half ihm eine führende Betätigung als Freimaurer. Da Herr von Knoch seine Gläubiger nicht befriedigen konnte, verkauften diese ihre Wechsel und Schuldscheine an eine Dresdner Bank. Bis 1743 hatte dieses Institut fast alles gesammelt, was mit den Knochschen Verbindlichkeiten zusammenhing, ließ ein Konkursverfahren einleiten und 1744 das noch unfertige Schloss zwangsversteigern.

Der zweite Besitzer – Franz Joseph von Hoffmann Da Banken mit Immobilien meist weniger anfangen konnten als mit barem Kapital, gelangte das Schloss für 41.000 Taler schließlich an Franz Joseph von Hoffmann, Geheimer Kämmerer, Inspekteur des „Grünen Gewölbes“ und ehemaliger Gläubiger Knochs. Alte Akten verraten, dass das Schloss jahrelang mit offenem Dachstuhl dastand. Dass die anfängliche „Investruine“ dann doch noch fertig geworden ist, ist Familie von Hoffmann, die sich später als Reichsgrafen von Hoffmannsegg bezeichneten, zu verdanken.

 

Bildquelle: Archiv Barockschloss Rammenau

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