Bautzens modernes Wahrzeichen – das Kornmarkthaus

Nach dem Abriss des markanten 13-geschossigen „Haus der Mode“ im Jahre 2000 lag die Fläche mitten im Bautzener Stadtzentrum brach. Es gab einige Vorstellungen diese Lücke wieder zu...

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Nach dem Abriss des markanten 13-geschossigen „Haus der Mode“ im Jahre 2000 lag die Fläche mitten im Bautzener Stadtzentrum brach. Es gab einige Vorstellungen diese Lücke wieder zu schließen. Parkmöglichkeiten, Kinopalast oder ein Schwimmbad waren im Gespräch. Das bereits seit 2010 von hiesigen Architekten geplante Gebäude war eine große Herausforderung. Das Wohn- und Geschäftshaus mit seinen 6 Etagen war ein besonderes Projekt. Neben der exklusiven Geschäftslage, der historischen Vergangenheit, ist das Objekt eine begehrte Wohnimmobilie. Der attraktive Gebäudekomplex ist mit dem Gedanken entstanden, durch maßstäbliche Strukturen der Block-Randbebauung die Straßenzüge zu verbinden. Durch einen Fassadensprung im Kornmarkthaus wird ein südlicher Teil erkennbar, welcher moderne Bauformen hervorhebt und ein nördlicher Teil, der sich stark historischen Bauformen anpasst.

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Die Spange der Fußgängerzone zwischen Reichenstraße und Karl-Marx-Straße wurde geschlossen und ergänzt den Abschluss der Fußgängerpassage des Kornmarkt-Centers. Die städtebauliche Betonung liegt im Kreuzungsbereich Tuchmacherstraße / KarlMarx-Straße / B6. Zur Fassadengestaltung wurden bewusst kräftige Orange- und Rottöne gewählt, die für den Sonnenaufgang im Osten stehen. Ein Akzent, welcher für den Eintritt in die Stadt aus Westen entlang der Friedensbrücke durchaus entscheidend ist. Zusätzlich unterstreicht die keramische Oberfläche ein massives Mauerwerk mit Durchbrüchen und Öffnungen. Die senkrecht fließenden Farben geben dem Gebäude das traditionelle, regionale Flair.

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Der Neubau Kornmarkthaus ist eine moderne, architektonische Interpretation der Bildung von Stadt- und Erlebnisbereichen im Dialog zwischen Kulturen, Zeiten und Räumen. Die Tiefen der Plätze und die Gestaltung der Oberflächen bergen die Historie dieses Ortes. Ein optimistischer, einladender Baukörper stellt die Weichen in die Zukunft.

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Der eigentliche, historisch verbürgerte Getreidemarkt befand sich nur auf diesem östlichen Teil des heutigen Kornmarkts und lag außerhalb des inneren Befestigungrings. Ab 1806 erfolgte auch in diesem Bereich eine bauliche Überformung der Gebäude. Interessant ist, dass der Turm der Liebfrauenkirche aus dieser Perspektive nicht sichtbar ist. Im Eckhaus befanden sich zu jener Zeit die bekannte Bautzener Büchsenmacherei Johannes Specht und das Restaurant Ernst Lebelt. Dem folgenden Geschäftshaus Lange schließt sich das ehemalige Hotel „Zu den vier Jahreszeiten“ an.

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Der östliche Ausgang des Kornmarktes ist stark verengt und geht in die Rosenstraße über. Linker Hand befindet sich die Schankwirtschaft Bathe, dahinter ist das spätere Gasthaus von Michael Hocke, noch bis in die jüngste Zeit „Hocke Michel“ genannt, an der Kirchgasse zu erkennen. Das Gebäude mit dem Restaurant Ernst Teich gehört noch zur Kirchgasse, während das nächstfolgende die Hausnummer Rosengasse 1 getragen hat. Auch hier fand sich ein Gasthaus, und zwar Schulzens „Zur guten Quelle“, ab 1910 Stadt Budisssin, welches bis in die drei- ßiger Jahre bestand. Mit dem späteren Umbau beider Häuser entstand das heutige große Gebäude mit dem einzigen in Bautzen zu findenden Arkadengang, in welchem sich das Restaurant „Zur Rose befand“.

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Aufnahme von 1998.

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Bau des Kornmarkthauses in Bautzen am 5.6.2013
Bau des Kornmarkthauses in Bautzen am 5.6.2013

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Kurz vor der Fertigstellung im September 2014.
Kurz vor der Fertigstellung im September 2014.

Am 4.10.2014 veröffentlichte der BautzenerBote den Sonderdruck „Zukunft und Geschichte im Baustil vereint“ zur Eröffnung des neuen Kornmarkthauses. Hier die Ausgabe online lesen.

 

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