Berufsakademie Bautzen ist eine Perle

Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Marko Schiemann (CDU) aus Bautzen. Er setzt sich seit Jahren für einen starken Bildungsstandort Bautzen ein. In den letzten 25 Jahren hat sich...

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Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Marko Schiemann (CDU) aus Bautzen. Er setzt sich seit Jahren für einen starken Bildungsstandort Bautzen ein.

In den letzten 25 Jahren hat sich viel im Bildungswesen geändert? Was, ihrer Meinung nach, zum Guten und was zum Schlechten?

Ich bin überzeugt, diese Frage wird jeder aus seiner Sicht sicher unterschiedlich bewertet. Was wir aus der Entwicklung gelernt haben – Schule darf nicht ständig nach politischen Grundlagen geändert werden. Eltern, Lehrer und Kinder brauchen ein zuverlässiges und nachhaltiges Schulsystem. Jedes Kind im Freistaat hat ein Recht auf Bildung. Der Staat ist verpflichtet, dieses Recht mit gut ausgebildeten Lehrern zu garantieren und alle Unterrichtsstunden abzusichern.

Abitur- Studium – gut bezahlter Job. Diese Vorstellung haben viele SchülerInnen. Doch ganz ehrlich, brauchen wir nicht auch gut ausgebildete HandwerkerInnen und FacharbeiterInnen?

Eine gute Ausbildung an der Oberschule, aber auch an der Förderschul bilden die wichtigste Grundlage für den Fachkräftenachwuchs im Handwerk und mittelständischen Unternehmen. Für die Handwerker ist neben den Schulnoten, Sozialkompetenz und Teamfähigkeit wichtig. Deshalb sollte in der Schule schon frühzeitig ein Bezug zur praktischen Arbeit in der Wirtschaft gefunden werden.

Das Bildungsniveau ist in Sachsen sehr hoch. Leider gehen viele junge Menschen in die großen Städte oder Altbundesländer. Was könnte dagegen getan werden, um die Oberlausitz als Bildungs- und Wirtschaftsstandort attraktiver zu machen?

Die Abwanderung muss gestoppt werden. Junge Menschen müssen spüren, dass es in der Oberlausitz gute Arbeit gibt. Die Chancen werden besonders beim anstehenden Generationswechsel in vielen Unternehmen der Region steigen. Was wir brauchen, ist eine Aufbruchstimmung : Ja, es lohnt sich, in der Oberlausitz zu leben. Dazu sind mehr Ideen und Impulse nötig. Neben einer weiter auszubauenden Infrastruktur brauchen wir wettbewerbsfähige Unternehmen, die Perspektiven bieten.

Man hat das Gefühl, dass sich die sächsische Landesregierung auf einzelne Wirtschaftsgebiete konzentriert und diese fördert. Leider nicht die Oberlausitz. Sehen Sie das auch so?

Wir wissen, als Grenzregion müssen wir schon immer mehr tun als die großen Zentren. Die höhere Förderung bei Investitionen müssen die oberlausitzer Unternehmen aber auch nutzen. Noch besser auszuschöpfen sind unsere Potenziale bei Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig sehe ich den Freistaat Sachsen und den Bund in der Verantwortung, mehr für die Ansiedlung von Unternehmen in der Oberlausitz zu tun.

Was kann Bautzen oder die Landkreise Bautzen/ Görlitz tun, um zusätzliche Arbeitsplätze zu gewinnen?

Wir brauchen klare Entscheidungen für die Berufsausbildung in der Oberlausitz. Entweder es gibt diese regionale Einigung oder es besteht die Gefahr, dass viele Jugendliche ihre Ausbildung nur noch in den Zentren machen können. Wer eine starke Wirtschaftsregion will, braucht auch die Berufsschulen in der Oberlausitz.

Ist folgende Idee denkbar: Die BA Bautzen wird zur Universität ausgebaut. Das sichert den Bildungsstandort Bautzen und schafft langsfristig gute Arbeitsplätze. Was meinen Sie dazu?

Für den Bildungsstandort Bautzen ist die BA Bautzen eine Perle. Diese gilt es weiter auszubauen und zu stärken. Als Impulsgeber für die Wirtschaft wird die BA bleiben, aber zur Universität werden wir die BA nicht umbauen. Fast 8 Jahre habe ich gebraucht, um alle notwendigen Entscheider von der Notwendigkeit des Neubaus des Laborgebäudes zu überzeugen. Jetzt endlich beginnt der Bau. Neue Ideen wird es auch in Zukunft geben.

Vielen Dank für das Gespräch.

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