Bitcoin: Wo kann man damit denn bezahlen?

Bitcoins sind heute in aller Munde, allerdings vor allem als Spekulationsobjekt. Dass der Kurs der bekanntesten Kryptowährung stark schwankt, weckt die Hoffnung auf Spekulationsgewinne und  bringt bisweilen Spekulationsverluste....

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Bitcoins sind heute in aller Munde, allerdings vor allem als Spekulationsobjekt. Dass der Kurs der bekanntesten Kryptowährung stark schwankt, weckt die Hoffnung auf Spekulationsgewinne und  bringt bisweilen Spekulationsverluste. Der Bitcoin ist jedoch auch als Zahlungsmittel einsetzbar. Er wird zwar längst nicht so sehr akzeptiert wie Euro, US-Dollar und andere klassische Währungen. Aber es durchaus einige bekannte Handelsunternehmen und Dienstleister, die Bitcoins bei Zahlungen annehmen. Acht von ihnen stellen wir hier vor. Ob sich der Bitcoin als Zahlungsmittel aber dauerhaft durchsetzt, ist trotz einiger Erfolge fraglich.

Bitcoin: ein Vermögen für eine Pizza?

Am 22. Mai ist Bitcoin Pizza Day. Das ist zwar kein offizieller Feier- oder Gedenktag und dennoch für die Freunde der Kryptowährung Bitcoin ein durchaus denkwürdiger Tag. Am 22. Mai 2010 soll der Entwickler als einer der ersten Menschen etwas mit Bitcoins bezahlt haben. Stimmt die Geschichte, dann fand sich nach einem Aufruf vom 19 Mai am 22. Mai 2010 jemand, der ihm für 10.000 Bitcoin zwei Pizzen verkaufte. Der Tag ist nicht nur interessant, weil damals angeblich einer der ersten Käufe mit Bitcoins stattfand. Auch der heutige Wert der Bitcoins, für die es damals zwei Pizzen gab, ist bemerkenswert.

Am 2. Januar 2018 lag der Wert eines Bitcoins ungefähr bei 14.350 US-Dollar, sodass für die Pizzen nach heutigem Wert 143,5 Millionen US-Dollar bezahlt worden wären. Wie steil sich der Kurs der Bitcoins nach oben bewegt hat, zeigt ein am 22. Mai 2017 publizierter Bericht des Magazins PC-Welt über den Bitcoin Pizza Day. „Bitcoin Pizza Day: 2 Pizzas für 21 Millionen US-Dollar“ titelte das Magazin und ging vom damaligen Kurs des Bitcoins aus, der die Marke von 2.150 US-Dollar durchbrochen hatte. Inzwischen war der Bitcoin vorübergehend mehr als 20.000 US-Dollar wert.

Bitcoin: Zahlungsmittel mit Problemen

Die hier skizzierten Kursentwicklungen machen ein Problem des Zahlungsmittels Bitcoin deutlich. Man kann in Bitcoin gezahlte Preise schlecht einschätzen. Der Bitcoin-Kurs lag im Dezember bei über 20.000 US-Dollar, erreichte Anfang Januar einen Wert von weniger als 14.500 und könnte irgendwann durchaus wieder 20.000 erreichen. Oder 10.000. oder …

Es könnte also bereits morgen so sein, dass man das mit Bitcoins gekaufte Schnäppchen komplett überbezahlt hat. Auf der anderen Seite hat man bestenfalls ein großartiges Schnäppchen gemacht. Kaufen wird damit ein Stück weit zu einem Glücksspiel. Das könnte ein Grund dafür sein, dass viele Kunden vor dem Kauf mit Bitcoin zurückscheuen. Weitere mögliche Gründe:

  • Die einst sehr niedrigen Transaktionsgebühren beim Zahlen mit der Kryptowährung waren zuletzt deutlich gestiegen.
  • Weil ein einzelner Bitcoin einen beträchtlichen Wert hat, wird man als Käufer mit Preisen wie beispielsweise „0,003 Bitcoins konfrontiert.
  • Da sich der Bitcoin-Kurs immer wieder ändert, müssen Händler und Dienstleister ihre Preise immer wieder anpassen.

Die Akzeptanz der Bitcoins schwankt

Das Computer-Unternehmen Dell hatte die Zahlungsart Bitcoin bereits 2014 eingeführt und hat sie mittlerweile aufgrund einer niedrigen Nachfrage wieder abgeschafft. Der Online-Computerspielehändler Steam hat ebenfalls früher Bitcoins akzeptiert und sich davon inzwischen verabschiedet. In vielen Branchen bleibt man skeptisch. Auch die Anbieter von Onlineglücksspielen wie Online-Poker oder Blackjack machen sich ihre Gedanken.

Wie der Artikel „Ist Bitcoin Teil der Pokerzukunft?“ zeigt, sehen sie beim Onlineglücksspiel mit Bitcoin zwar durchaus Vorteile wie Anonymität, Sicherheit und den steigenden Wert der Bitcoins. Aber sie registrieren eben auch Nachteile der Kryptowährung wie eine relativ niedrige Akzeptanz, die Konkurrenz mit anderen Kryptowährungen sowie eine gewisse Hacking-Gefahr.

Ganz generell gilt für Anbieter wie für den Privatnutzer bei Kryptowährungen dasselbe wie bei sensiblen Daten: Vorsicht ist wichtig, nicht zuletzt bei der Aufbewahrung, damit das digitale Geld nicht gestohlen werden kann. Für individuelle Nutzer bieten hier Hardware-Wallets für Bitcoins (Geldbörsen) wie die Ledger Nano S Wallet besondere Sicherheit.

Beim Onlineglücksspiel kann letztlich auch die hohe Volatilität der Bitcoins ein Nachteil sein. Glücksspiel lebt von unmittelbarer Spannung und der Aussicht auf spontane Gewinne. Was aber bleibt davon, wenn man gar nicht genau weiß, wie viel der eigene Gewinn morgen noch wert ist? Ein hoher Eurogewinn ist höchstwahrscheinlich auch morgen noch ein hoher Eurogewinn. Ein Bitcoin-Gewinn kann dagegen bereits morgen viel weniger wert sein. Das kann den Reiz des Spielens und Gewinnens reduzieren.

Acht Händler/Dienstleister, die Bitcoins akzeptieren

Das mag jetzt alles ein wenig so klingen, als wären Bitcoins als Zahlungsmittel quasi erledigt. Ganz so ist es dann aber doch nicht. Es gibt durchaus große Dienstleister und Händler, die weiter Bitcoins als Zahlungsmittel annehmen und manche haben erst 2017 damit begonnen, die Kryptowährung zu akzeptieren. Wer mit Bitcoins zahlen möchte, hat also durchaus Chancen, sein Kryptogeld gegen Waren oder Leistungen einzutauschen. Zu denjenigen, die Bitcoins akzeptieren, gehören die nun folgenden Unternehmen beziehungsweise Marken.

1) Lieferando

Das auf Onlinebestellungen von Essen spezialisierte Unternehmen meldete Mitte 2017 in seinem Blog, dass man bei Lieferando jetzt online mit „Bitcoin, SOFORT Überweisung, PayPal, giropay oder Kreditkarte bezahlen“ kann.  Aber natürlich kostet eine Pizza heute keine 5.000 Bitcoins mehr, sondern den Bruchteil eines Bitcoins.

2) Wir-machen-Druck.de

Die WIRmachenDRUCK GmbH aus Backnang (Baden-Württemberg) ist ein internationaler Anbieter zahlreicher Produkte, die man mit eigenen Motiven bzw. eigenem Text bedrucken kann. Kunden können unter anderem auf der deutschen Website Wir-machen-Druck.de mit Bitcoins bezahlen.

3) Parfuemerie.de

Parfuemerie.de ist der Onlineshop der parfuemerie.de beauty alliance GmbH & Co. KG aus Bielefeld (NRW) und bietet viele Produkte aus den Bereichen Körperpflege, Make-up und Duft an. Das Unternehmen ist auch offline aktiv und blickt hier laut eigener Angaben auf eine „ 40-jährige erfolgreiche Historie im stationären Handel“ zurück. Bitcoins sind willkommen.

4) Fashondrugs.com

Fashondrugs.com ist ein Online-Luxury-Outlet für Streetwear, der laut eigener Angaben „100.000 Produkte und über 500 Marken“ im Sortiment hat.  Zahlen kann man hier via Kreditkarte mit Käuferschutz sowie mit einer Überweisung und via Bitcoin.

5) Expedia.com

Auf der US-amerikanischen Seite des Reiseanbieters Expedia kann man Hotelbuchungen unter anderem mit Bitcoins bezahlen, wobei man dort auch Hotelzimmer in Deutschland oder anderen europäischen Ländern buchen kann.

6) Aohostels.com

Die Hotel- und Hostelkette A&O gehört ebenfalls zu den Anbietern im Internet, die Bitcoins als Zahlungsmittel anerkennen. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als die Nummer 1 in Europa und verweist auf nunmehr insgesamt 7,5 Millionen Gäste.

7) Lovoo

Lovoo ist weltweit eine der populärsten Dating-Plattformen. Sie hat laut eigener Angaben mittlerweile 70 Millionen registrierte Nutzer und gehört seit dem letzten September zum US-Konzern The Meet Group. Die kostenpflichtigen Dienstleistungen der Plattform kann man unter anderem mit Bitcoin bezahlen.

8) Avocadostore.org

Avocadostore ist ein „Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle“ und hat laut eigener Angaben über 2.000 Marken sowie über 130.000 nachhaltige Produkte im Sortiment. PayPal, Vorkasse, Sofortüberweisung, Kreditkarte und Bitcoins gehören zu den akzeptierten Zahlungsmöglichkeiten.

Und was noch?

Neben den hier genannten und weiteren Onlinehändlern bzw. Dienstleistern kann man auch die bereits erwähnte Hardware-Wallet für Bitcoins Ledger Nano S Wallet mit Bitcoins zahlen. Und es gibt auch eine ganze Reihe kleinerer offline präsenter Geschäfte, die eine Zahlung mit Bitcoin ermöglichen. Eine Liste mit Bitcoin-Akzeptanzstellen findet man beispielsweise im BitcoinBlog.

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Viele spekulieren mit Bitcoins. Als Zahlungsmittel sind sie seltener im Einsatz.

Capture for image “Pizza”

Am 22. Mai wird der Bitcoin Pizza Day gefeiert.

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