Budissa ohne jede Leidenschaft

Allen Fußballfans in und um Bautzen war klar: Budissa musste das Heimspiel gegen Luckenwalde gewinnen, um sich etwas Luft im Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga zu...

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Allen Fußballfans in und um Bautzen war klar: Budissa musste das Heimspiel gegen Luckenwalde gewinnen, um sich etwas Luft im Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga zu verschaffen. Wussten das aber auch die Spieler? Wer am Sonntag den leidenschaftslosen Kick auf der Müllerwiese sah, wird daran gezweifelt haben. Die keinesfalls zufällige 1:2 (0:0)-Niederlage war das Resultat einer über weite Strecken desaströsen Leistung. Die zwei individuellen Patzer, die zu den Gegentoren führten, passten dabei nur ins Gesamtbild.
Bereits mit dem torlosen Remis zur Halbzeit waren die lethargischen Bautzener gut bedient. Während sie selten an den Strafraum der Gäste kamen, weil ungenaue Anspiele plus fehlerhafte Annahmen jeden Spielaufbau störten, verzichteten die Gäste auf spielerische Schnörkel und machten Druck aufs gegnerische Tor. Und was viele der 400 Zuschauer verwundert haben dürfte: Diese einfach gestrickte Spielanlage erzielte Wirkung. Hätten doch die Bautzener öfter mal den Kopf oben behalten und den freien Mitspieler gesehen. Mehr Bewegung im Spiel wäre ebenfalls hilfreich gewesen. Um es hier mal vorsichtig auszudrücken.
Mit Luckenwalde hatte Budissa einen Kontrahenten, der jüngst mit guten Resultaten aufwartete. Drei Spiele in Folge waren die Gäste ungeschlagen. Als diese wie befürchtet, jedoch nicht unerwartet wenige Minuten nach Wiederanpfiff in Führung gingen, sprach leider vieles dafür, dass die kleine Serie Bestand haben dürfte. Erst mit der Einwechslung von Maik Salewski kam etwas mehr Schwung in den Angriff der Budissen. Dass nun der Ausgleich fiel, erzielt von Paul-Max Walther in der 65. Minute, war ganz sicher kein Zufall. Jetzt ergaben sich auch einige gute Chancen, das Spiel gänzlich zu drehen. Zu schnell machte sich jedoch so etwas wie Resignation breit, als das nicht gleich gelang. Neue Spieler hätten vielleicht für eine Wiederbelebung gesorgt. Warum Cheftrainer Reimund Linkert tatenlos zu sah, wie die Luckenwalder wieder besser ins Spiel kamen und, die Höchststrafe, in der Nachspielzeit noch das Siegtor erzielten, sorgte für Kopfschütteln auf den Rängen.
Wer da glaubte, es könne nun nicht schlimmer kommen, kannte die anderen Ergebnisse des Spieltages nicht. Die Meuselwitzer machten nämlich ihren Job und gewann das Heimspiel gegen Nordhausen. Damit sind sie punktgleich mit Bautzen, das nur noch dank des besseren Torverhältnisses den 14. Platz in der Tabelle belegt. Alles darunter könnte nach Lage der Dinge absteigen. Und selbst wenn es bitter ist: Wer in einer Situation, in der es auf jeden Punkt ankommt, erst beim Tabellenletzten und kurz darauf zuhause gegen den Vorletzten verliert, muss seine Klasse endlich mal beweisen. Hoffentlich bereits am Freitag beim Flutlichtspiel in Nordhausen, also beim Tabellendritten. Das ist doch eine ehrliche Herausforderung!
Hans-Georg Prause

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