Der Erzieher – ein echter Männer-Traum-Beruf!

M.D. „Herr Zimmer, Sie sind dran!“ schallt es durch den Garten am AWO-Hort der Friedrich-Schiller-Grundschule in Cunewalde bei Bautzen. Die Kinder fordern ihren Erzieher Jan Zimmer ein. Und...

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Jan Zimmer.
M.D.

„Herr Zimmer, Sie sind dran!“ schallt es durch den Garten am AWO-Hort der Friedrich-Schiller-Grundschule in Cunewalde bei Bautzen. Die Kinder fordern ihren Erzieher Jan Zimmer ein. Und er folgt ihrem Ruf gern. Denn Jan Zimmer arbeitet von Herzen gern und mit allem männlichen Charme als Kita- und Hort-Pädagoge.

„Für mich ist der Beruf des Erziehers kein reiner Frauenberuf“, erklärt der 28-Jährige seine Berufswahl. In ländlicher Gegend bei Görlitz ist er aufgewachsen. Dort hat er auch seine Mittlere Reife gemacht. Dann ging er für zwei Jahre nach Leipzig, um sein Abitur nachzuholen. Während der Abiturzeit leistete er mehrere Praktika in Kitas, heilpädagogischen Tagesstätten und Einrichtungen der Behindertenbetreuung. Die Arbeit machte ihm Freude. Und sie stärkte seinen Entschluss, ein Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Braunschweig zu beginnen, das er nach 9 Semestern erfolgreich abschloss. Studienbegleitende administrative Praktika in einer heilpädagogischen Kindertagesstätte führten ihn auch in die Büros und an die Schreibtische. Sie vermittelten ihm wertvolle Einblicke in die verwaltungstechnischen Notwendigkeiten und Abläufe hinter den fröhlich bunten Kulissen.

Dem Studienabschluss folgte ein „Anerkennungsjahr“ beim BBZ Bautzen. Dieses Anerkennungsjahr muss jeder absolvieren, der nach einem Pädagogik-Studium an einer staatlichen Einrichtung arbeiten möchte. Neben der praktischen Arbeit, die Jan Zimmer in einem Projekt des betreuten Jugendwohnens leistete, standen in dieser Zeit noch einmal mehrere Fortbildungstage an seiner Fachhochschule in Braunschweig auf dem Ausbildungsplan.

Es war ein langer Weg. In den modernen Studiengängen führt er über den Bachelor und ein eventuelles Masterstudium. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Denn Jan muss sich keine Sorgen um seine berufliche Zukunft machen. Männliche Erzieher sind eine Rarität und für die Kinder ein unbedingter Gewinn. Jan ist in allen Betreuungseinrichtungen gern gesehen. Der Mann als Pädagoge bringt ein unendliches Repertoire an zwangloser Kreativität und unkompliziertem Tatendrang in die Arbeit mit den Kindern. „Ich denke, der Aspekt des männlichen Erziehers wurde politisch vernachlässigt“, sagt Jan er etwas nachdenklich. Zu seiner Studienzeit war das Verhältnis von Studenten zu Studentinnen etwa 20% zu 80%, schätzt Jan.

Was die kleinen „Räuber“, wie die Kinder des Cunewalder Hortes sich selbst tauften, an Herrn Zimmer mögen? „Das er so witzig ist“ rufen die einen. „Dass man mit ihm auch mal Dummheiten machen kann“, flüstern die anderen. Und die Mädchen sind wohl hier und da ein bisschen verliebt in den charmanten jungen Mann. Für jeden, der zu Kindern einen guten Draht hat, gern Verantwortung übernimmt, aber genauso gern selbst ab und an noch mal Kind ist, ist der Beruf des Erziehers ein echter Traumjob!

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