DOSB: Nicht-Anerkennung von eSports sorgt für heftige Reaktionen

Ist es ein Sport, ist es kein Sport? Beim eSport scheiden sich die Geister. Manche sehen es als vollwertige Disziplin an, die auch in die Olympischen Spiele aufgenommen...

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Ist es ein Sport, ist es kein Sport? Beim eSport scheiden sich die Geister. Manche sehen es als vollwertige Disziplin an, die auch in die Olympischen Spiele aufgenommen werden sollte. Andere wiederum finden, ein paar Fingerbewegungen reichen noch nicht aus, um aus etwas eine nennenswerte körperliche Betätigung zu machen. Ins letzte Lager gehört wohl auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der sich um die deutschen Aussendungen zu den olympischen Spielen kümmert. Erst kürzlich sprach es sich gegen die staatliche Anerkennung aus, die der eSport in Deutschland schon lange erlangen will. Die Industrie echauffierte sich. Ein Abriss.

Schach ja, Dota 2 nein

Auch wenn das Brettspiel einen ähnlich harten Kampf hinter sich hat: Mittlerweile wird Schach vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Sport anerkannt. Gerade daran reiben sich nun viele Gamer, die ihrem Unmut unter anderem auf der Social-News-Seite reddit Luft machten. Denn wenn ein Brettspiel zur olympischen Disziplin erhoben werden könnte, dann sollte das ja wohl für Computerspiele wie Dota 2 erst recht kein Problem sein – zumal diese Industrie der Sportindustrie bereits zum Verwechseln ähnelt. Wer will, kann darauf sogar auf Esport-Wetten.net jetzt hier wetten! Dennoch ist der DOSB dagegen – auch wenn er in seiner Kritik wenigstens zwischen eSports (FIFA & Co.) und eGaming (Counter Strike, League of Legends) unterscheidet.

eGaming mit Risiken behaftet

Aus sich des DOSB handelt es sich bei eGaming um keine unschuldige Tätigkeit. Zum einen stört es sich an den finanziellen Anreizen, die hinter den Turnieren stecken und bei denen es damit um mehr als nur den Titel allein geht. Gleichzeitig würden die Wettkämpfe zu Marketing-Zwecken missbraucht, und zwar in erster Linie, um den Absatz der Spiele zu steigern. Und ein weiterer Punkt bereitet dem DOSB Sorge: eGaming habe starkes Suchtpotential und könne somit die Gesundheit der Laien- und Profispieler maßgeblich beeinträchtigen. Dies will der Bund mit einer Anerkennung des Bereiches als sportliche Disziplin nicht unterstützen.

ESBD kritisiert konservativen Standpunkt

Der eSport-Bund Deutschland lässt diese Kritik nicht auf sich sitzen. Vielmehr wirft er dem DOSB mangelnde Offenheit gegenüber neuen Formen des sportlichen Wetteiferns vor – ein kurzsichtiger Schachzug, der die Beziehung des Bundes zum jungen Publikum erheblich beschädige. Denn schließlich ist es vor allem die nachwachsende Generation, die sich als Mitglied von eSports-Teams verdingt und hier um ihre Interessen kämpft. Hinter der Ablehnung stecke vor allem mangelndes Verständnis dafür, was eSport wirklich sei. Auch die Unterscheidung zwischen eSport und eGaming sei konstruiert und realitätsfern.

Schicksal des globalen eSports noch nicht besiegelt

Einen Lichtblick für eSport auf globalem Niveau gibt es wenigstens: Das IOC hat sich bereits zaghaft dazu geäußert, dass man eSport als sportliche Disziplin anerkennen könnte – was natürlich noch nicht gleichbedeutend mit einer Anerkennung ist. Doch selbst wenn es dazu kommen sollte, wäre das Problem für die deutsche eSport-Szene damit noch nicht gelöst: Solange der DOSB keine Freigabe erteilt, kann die nationale Industrie dann nicht mit den anderen Ländern mitwachsen.

Fest steht, dass die deutschen Teams weiterhin um ihre flächendeckende Anerkennung kämpfen werden – mit der Zeit wird sich zeigen, ob auch der DOSB bereit für diese Veränderung ist.

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