Erneut weniger Existenzgründungen

Das Gründungsgeschehen im Freistaat Sachsen folgt dem bundesweiten Trend: Im vergangenen Jahr waren erneut sinkende Gründungszahlen sowohl im Haupt- als auch im Nebenerwerb zu verzeichnen. Insgesamt gibt es...

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Das Gründungsgeschehen im Freistaat Sachsen folgt dem bundesweiten Trend: Im vergangenen Jahr waren erneut sinkende Gründungszahlen sowohl im Haupt- als auch im Nebenerwerb zu verzeichnen. Insgesamt gibt es derzeit nur etwa halb so viele Gründungen wie noch vor zehn Jahren. Das geht aus der aktuellen Ausgabe des Sächsischen Gründerreports hervor, den das Sächsische ExistenzgründerNetzwerk (SEN) bereits zum sechsten Mal veröffentlicht.

10.328 Gründer gingen 2016 den Weg in die hauptberufliche Selbstständigkeit – rund 800 weniger als 2015. Die Zahl der Neugründungen im Nebenerwerb lag im Vorjahr bei 10.187. Hier wurde ein Rückgang um zehn Prozent gegenüber 2015 verzeichnet.

Auch der so genannte Gründungssaldo – die Differenz aus Existenzgründungen und Liquidationen – bleibt weiter negativ und lag bei rund 2.880 Unternehmen. Dies ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Entwicklung bei den gewerblichen Unternehmensschließungen rückläufig ist. Der negative Gründungssaldo hält bereits seit dem Jahr 2007 an und pegelt sich seit 2012 in etwa auf diesem Niveau ein.

Als Gründe für die niedrige Gründungsbereitschaft werden vor allem die günstige Konjunktur und die daraus resultierenden guten Arbeitsmarktbedingungen genannt. Viele sehen wenige Anreize, das vermeintliche Risiko einer Gründung einzugehen. „Würdigung und Wertschätzung der Unternehmensgründung und der dahinter stehenden Personen“, fordert daher Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, die aktuell den Ratsvorsitz im SEN innehat. Das Netzwerk veröffentlichte mit dem Gründerreport auch fünf klare Handlungsempfehlungen, um mehr Gründungsdynamik in Sachsen zu erzielen: Bürokratieabbau bei der Umsatzsteuervoranmeldung, stärkere Anreize für Nebenerwerbsgründungen setzen, eine Weiterentwicklung der Beratungsinfrastruktur, Hochschulen stärker in das Thema Existenzgründung einbeziehen sowie die Abschaffung der mit der Arbeitsmarktreform 2011 erlassenen Regelung, dass Arbeitslosengeld-1-Empfänger vorrangig in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden anstatt den Gründungszuschuss zu erhalten.

Blick auf die einzelnen Branchen
Schaut man auf die einzelnen Branchen, ergibt sich folgendes Bild: 55 Prozent aller Haupterwerbsgründungen fanden im Baugewerbe (2.551), im Handel (1.863) und in der Gastronomie/Beherbergung (1.285) statt. In allen anderen Branchen gab es weniger als 1.000 Gründungen. Der Handel behauptet seine kontinuierlich unterdurchschnittliche Entwicklung. Trotz hoher Gründungszahlen scheiden hier regelmäßig mehr Unternehmen aus dem Markt aus als einsteigen.
Auch im Handwerk ist nach den relativ stabilen Jahren 2012 bis 2014 im zweiten Jahr in Folge wieder ein leichter Rückgang zu verzeichnen. 3.178 Neueintragungen in 2016 bedeuten ein Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Rückgang ist über alle Handwerksbereiche ausgeprägt.
Anders als bei den gewerblichen Gründungen schaut es bei der Entwicklung der Freien Berufe (freie Heilberufe, freie technische und naturwissenschaftliche Berufe, rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufe sowie freie Kulturberufe) aus. In Sachsen registrierten die Finanzämter 4.360 Gründungen im Jahr 2016 in diesen Bereichen – eine Steigerung um zwölf Prozent gegenüber 2015. Der Anteil der freiberuflichen Existenzgründungen an allen Gründungen stieg damit deutlich. Jede dritte Gründung (im Vorjahr jede Vierte) erfolgte durch Freiberufler. Damit liegt Sachsen über dem Bundesdurchschnitt.

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