Erste Premiere der neuen Spielzeit

Die erste Premiere der neuen Spielzeit im Theater Bautzen lädt am Freitag, dem 7. September, 19.30 Uhr, im großen Haus, die Zuschauer in die Schweizer Alpen ein. Hoch...

826
826

Die erste Premiere der neuen Spielzeit im Theater Bautzen lädt am Freitag, dem 7. September, 19.30 Uhr, im großen Haus, die Zuschauer in die Schweizer Alpen ein.
Hoch oben in der Idylle leben Bauern seit je her ökologisch einwandfrei, mit sich und der Welt im Reinen, bei frischer Luft und guter Laune. Klingt nach Paradies, ist es aber nicht. Denn das Leben der Bauern, um die es in Holzers Peepshow geht, unterscheidet sich stark vom Postkartenidyll. Die Holzers und ihre Existenzsorgen. Die Landwirtschaft rentiert sich nicht mehr. Der Skilift, der dem Vater jeden Winter einen Ne­benverdienst sicherte, wird automatisiert.

Vom Tourismus konnte man bislang auch nicht profitieren, da der Hof zwischen Tal- und Bergstation liegt. Bustouristen legen im besten Falle einen kurzen „technischen Halt“ ein. So entsteht die Idee, den Touristen wenigstens etwas Geld abzuluchsen. Deshalb schafft die Familie ein kleines lukratives Wunderwerk an: Sie zeigen ihre heile Welt und lassen sich dafür bezahlen – bei Geldeinwurf geht der Fenstervorhang auf und gibt den Blick in die gute Stube frei. Zu ihrem eigenen Erstaunen ha­ben sie damit Erfolg, die Kasse füllt sich jeden Tag. Doch dass das Geld den Menschen bekannter Weise verändert, wird schnell klar. Bald ist nichts mehr so, wie es war. In­dem sich die Bergbewohner dem Publikumsgeschmack anpassen, schwindet ihre heile Welt immer mehr. Wert und Verlust der Heimat werden zwischen Wohnzimmer und dem sprichwörtlichen Fens­ter zur Welt verhandelt. Die Touristen aus aller Welt wer­den dargestellt von Laiendarstellern. Sie singen ein bekanntes deutsches Volkslied in Schweizer Mundart, Englisch, Französisch und Japanisch. Ein Stück Heimat geht um die Welt.

Markus Köbelis Farce bringt das Publikum trotz ernsthaftem Thema durch sprühenden Witz und sarkastischen Humor zum Lachen.

Regie: Stefan Wolfram
Bühne: Fabian Gold a.G.
Kostüme: Katharina Lorenz a.G.
Dramaturgie: Madleńka Šołćic
Musikal. Einstudierung: István Kobjela
Mit: Rainer Gruß a.G., Petra-Maria Wenzel, Jan Mickan, Anna-Maria
Brankatschk, Jurij Schiemann und einem Chor

Foto: Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen/Němsko-Serbske ludowe dźiwadło Budyšin

Auch Interessant

In diesem Beitrag