Fernweh lindern: Urlaub teilweise von der Steuer absetzbar

Der Urlaub ist teilweise von der Steuer absetzbar. Foto: BautzenerBote Die Sommerferien sind vorüber – und damit vorerst auch die Urlaubssaison. Immerhin: Einige Urlaubskosten können steuerlich geltend gemacht...

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Der Urlaub ist teilweise von der Steuer absetzbar. Foto: BautzenerBote
Der Urlaub ist teilweise von der Steuer absetzbar. Foto: BautzenerBote

Die Sommerferien sind vorüber – und damit vorerst auch die Urlaubssaison. Immerhin: Einige Urlaubskosten können steuerlich geltend gemacht werden, doch dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Geschickt planen: Urlaub und Arbeit offiziell verknüpfen

Grundsätzlich kann der private Urlaub nicht von der Steuer abgesetzt werden. Allerdings gibt es Ausnahmen, beispielsweise:
Selbständige: Unternehmer können vor Ort berufsbedingte Termine wahrnehmen, beispielsweise Projektbesprechungen mit potenziellen oder bestehenden Kunden. Falls Termine dieser Art argumentiert und nachgewiesen werden können, ist es prinzipiell möglich, die Reisekosten (die oft einen großen Anteil der Ausgaben ausmachen) von der Steuer abzusetzen. Es lohnt sich somit gleich doppelt, Kunden in beliebten Urlaubsregionen zu haben.
Angestellte: Fachkräfte wie zum Beispiel Ärzte können am Urlaubsort Seminare, Kongresse, Weiterbildungen oder Meetings besuchen. Diese müssen ebenfalls belegt werden und kosten oftmals gutes Geld. Da Anreise und teilweise die Unterbringung bei entsprechendem Nachweis jedoch steuerlich geltend gemacht werden können, lohnt sich die Teilnahme in vielen Fällen.

Klimaschutz ausnutzen und spenden

Weitere Schlupflöcher bietet das klimabewusste Reisen, wie hier ausführlich erklärt wird. Flugzeuge sorgen bekanntlich für den höchsten CO2-Ausstoß, was der Umweltbilanz nicht gerade entgegenkommt. Um den dadurch entstandenen Schaden auszugleichen, können Reisende beliebige Beträge an eine Klimaschutzorganisation überweisen. Dieses Geld wird wiederum in Umweltthemen wie die Energiewende investiert; ein Ablasshandel der modernen Art also, jedoch mit sinnvollem Hintergrund.
Der Clou an der Sache: Der gespendete Betrag kann von der Steuer abgesetzt werden, die empfangende Organisation muss dafür offiziell steuerbegünstigt sein. Die Spendenquittung wird nach Vorlage beim Finanzamt anerkannt – und die Einkommensteuer sinkt. Bei einem Ausgleichswert von unter 200 Euro müssen Sie dem Finanzamt nicht einmal eine Spendenquittung vorlegen. Hier reicht ein sogenannter vereinfachter Nachweis.

Beliebt: Erholungsbeihilfe als Bonus

Darüber hinaus fragen immer mehr Angestellte bei ihren Vorgesetzten nach der sogenannten Erholungsbeihilfe. Diese ähnelt dem verbreiteten Urlaubsgeld, bringt jedoch Steuervorteile mit sich. Denn die Erholungsbeihilfe wird nicht wie das Urlaubsgeld auf das steuerpflichtige Einkommen addiert, sondern ist als steuer- und sozialversicherungsfreie Zahlung definiert. Der Bruttobetrag entspricht somit dem Nettobetrag, jegliche Abgaben entfallen.

Die Erholungsbeihilfe hat jedoch zwei Einschränkungen:

Sie ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers. Bedeutet: Weigert sich der Arbeitgeber, besteht keine Chance, die Beihilfe zu erhalten. Der Arbeitgeber muss die Ausgabe nämlich mit pauschalen 25 Prozent versteuern. Hinzu kommen 5,5 Prozent Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das ist oftmals ein Hinderungsgrund.
Ohnehin sind durch die Erholungsbeihilfe keine allzu großen Sprünge möglich, denn sie ist auf gewisse Beträge begrenzt. Arbeitnehmer erhalten maximal 156 Euro pro Jahr, der Ehepartner 260 Euro und pro Kind gibt es weitere 52 Euro zusätzlich.

Die Erholungsbeihilfe ist somit eher für günstige Freizeitbeschäftigungen, wie einen Besuch im Erlebnispark, gedacht. Den großen Familienurlaub dagegen kann sie nur marginal abfedern. Ein netter Bonus ist sie trotzdem, schließlich zählt bei der Steuererklärung jeder Euro.

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