Gefahr in Verzug – Tipps zur Selbstverteidigung

Zu wissen, wie man sich selbst im Ernstfall zur Wehr setzen kann, ist immer sinnvoll. Immer wieder treffen Frauen, aber auch Männer, auf Räuber oder alkoholisierte Angreifer auf...

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Selbstverteidigung nimmt viele Formen an. Foto: pixabay.com © bykst (CC0-Lizenz)

Zu wissen, wie man sich selbst im Ernstfall zur Wehr setzen kann, ist immer sinnvoll. Immer wieder treffen Frauen, aber auch Männer, auf Räuber oder alkoholisierte Angreifer auf dem Nachhauseweg aus der Wirtschaft oder Disko. Viele Menschen sind daher an der Erlernung von Selbstverteidigungstechniken interessiert. Einige Schulen bieten bereits für Kinder während des gewöhnlichen Sportunterrichts erste Einblicke in die Selbstverteidigung an, während Kampfsportschulen und von der Polizei durchgeführte Angebote die Verteidigung noch erweitern. Dieser Artikel zeigt auf, was insbesondere Frauen machen können, um sich zu schützen.

Dunkle Ecken gibt es in jedem Land - hier ein Beispiel aus den USA. Aufgrund eventueller Gefahren ist Selbstverteidigung mitunter ein probates Mittel. Foto:pixabay.com © StockSnap (CC0-Lizenz)
Dunkle Ecken gibt es in jedem Land – hier ein Beispiel aus den USA. Aufgrund eventueller Gefahren ist Selbstverteidigung mitunter ein probates Mittel. Foto:pixabay.com © StockSnap (CC0-Lizenz)

Die Kampftechnik – welche eignet sich?

Viele Menschen glauben, dass sich Selbstverteidigung für andere eignen würde, sie selbst aber nicht die körperlichen Voraussetzungen erfüllen. Das ist grundlegend falsch, denn jeder kann lernen, sich zu verteidigen. Allerdings eignet sich nicht jeder Kampfsportstil zur sofortigen Abwehr. Interessierte sollten unbedingt mehrere Probestunden nehmen und überlegen, was sie wirklich möchten:

  • Reine Selbstverteidigung
  • Selbstverteidigung mit sportlichen Absichten
  • Selbstverteidigung im Alltag
  • Rasch zu lernende Techniken
  • Techniken mit Alltagssituationen

Grundsätzlich eignet sich jede Kampfsportart auch zur Selbstverteidigung, immerhin wurden die Stile hierfür erfunden. Für Einsteiger sind dennoch nicht alle alltagstauglich, da sie oftmals viele Jahre Training voraussetzen, um sie tatsächlich zu beherrschen. Einige Techniken bleiben jedoch immer vom Training hängen, sodass viele Sportler sie instinktiv einsetzen. Wer sich rein für die Selbstverteidigung interessiert, sollte nach Angeboten in der Nähe schauen und einen Kurs belegen. Die Polizei, viele Kampfsportschulen und auch die Volkshochschulen bieten diese Kurse an. Soll die Selbstverteidigung gleich mit sportlichen Absichten ausgeübt werden, eignen sich die etlichen Kampfsportstile besonders gut: Wing Chun, Jiu-Jutsu, Karate, Krav Maga. Nähere Informationen zu den verschiedenen Sportarten und ihre Herkunft bietet folgende Auflistung von kampfsportarten-abc.de.

Was viele nicht wissen: Die Selbstverteidigungskurse greifen auf die Kampfsporttechniken zurück und bauen hieraus effektive Abwehrmechanismen.

Die unteren drei Punkte der Auflistung beschränken sich sowohl auf Kampfsportstile als auch auf die reine Selbstverteidigung. Hier steht der Alltag im Vordergrund, was sich auch in den Abwehrtechniken widerspiegelt. Kampfsportarten, die diese Wege beinhalten sind:

  • Aikido
  • Jiu-Jutsu
  • All-Style-Karate (Kun-Tai-Ko)
  • All Self-Defense

Ein Teil des Trainings beläuft sich auf Ein-Schritt-Techniken, in denen zuvor gelernte Bewegungen direkt angewendet werden. Frauen verteidigen sich hierbei gegen Fausthiebe, Festhalten oder Tritte. Ein weiterer Trainingsabschnitt betrifft die direkte Selbstverteidigung in Situationen, die alltäglich geschehen können: Würgen, Festhalten, an den Haaren ziehen, Schwitzkasten, aber auch Situationen, in denen Frauen am Boden liegen und sich gegen einen Täter zur Wehr setzen. Wichtig ist, dass diese Selbstverteidigung niemals rein an gleichstarken Gegnern getestet werden darf. Ein gutes Training beginnt einfach und intensiviert sich immer weiter. Wer einige Monate regelmäßig übt, kann relativ mühelos einen weitaus schwereren Gegner zu Fall bringen oder kennt genügend Schockmethoden, um aus einem Würgegriff oder dem Schwitzkasten zu entkommen.

Viele dieser Techniken bauen alltägliche Gegenstände mit in die Verteidigung ein:

  • Regenschirme
  • Handtaschen
  • Magazine/Zeitungen
  • Schlüsselbunde
  • Kugelschreiber

Pfefferspray und Co – was ist erlaubt?

Frauen sollten Pfefferspray in der Tasche haben. Dieser Satz wird seit Jahren immer wieder propagiert, birgt jedoch etliche Probleme. Zum einen ist es nur bedingt erlaubt, Pfefferspray zur Abwehr von Menschen einzusetzen. Eigentlich dient es allein zur Tierabwehr und muss auch verpackungstechnisch so deklariert sein. Wer es bei einem Angriff durch einen Menschen nutzt, kann sich eventuell also sogar einer Klage gegenübersehen – wenn beispielsweise die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt ist. Ein bereits zu Boden gebrachter Angreifer darf nicht mit diesem Mittel attackiert werden.

Doch birgt Pfefferspray – wie andere Tränengase auch – eine ganz andere Gefahr. Wer nicht aufpasst, sprüht sich das Spray selbst ins Gesicht und legt sich lahm, anstatt sich zu verteidigen. Zumal neigen viele Menschen dazu, das Spray zwar bei sich zu haben, es jedoch an nahezu unerreichbaren Orten unterzubringen. Ein Pfefferspray, das irgendwo in der Handtasche steckt, ist im Ernstfall eine geringere Hilfe, als die Handtasche selbst. Allgemein gilt:

  • Pfefferspray erreichbar in Jacken- oder Hosentasche tragen
  • Nicht am ausgestreckten Arm nutzen (Wegschlaggefahr)
  • Verdeckt in der Hand halten
  • Auf Windrichtung achten

Praktisch und oft auch sinnvoll sind Hilfsmittel, die im Notfall lauten Krach machen. Der Schrillalarm zählt zu diesen unproblematischen Mitteln. Die Geräte verfügen über einen Stift, der aus dem Gerät gezogen wird und den Alarm auslöst. Einmal gezogen, ertönt ein lautes Geräusch, das bis zu 140 Dezibel erreichen kann und Täter in die Flucht schlagen soll. Allerdings empfehlen Experten, den Schrillalarm direkt nach dem Auslösen wegzuwerfen und ihn nicht in der Hand zu halten. Anderenfalls könnten Täter sich provoziert fühlen und erst recht angreifen, um den Krach auszuschalten.

Wie unter http://www.obramo-security.de/Selbstverteidigung bemerkt, sind die Anforderungen für Selbstverteidigungsmaßnahmen individuell verschieden und so sollte je nach Persönlichkeit und typischen Gefährdungssituationen (z.B. beruflich, nachts oder beim Joggen) unterschiedliche Mittel gewählt werden. Was alle Selbstverteidigungsmaßnahmen jedoch gemeinsam haben, ist das erhöhte Selbstbewusstsein beim Träger. So können Täter schon präventiv von einem Angriff abgehalten werden, da diese in der Regel möglichst physisch wie psychisch schwach wirkende Menschen angreifen.

Selbstverteidigung nimmt viele Formen an. Foto: pixabay.com © bykst (CC0-Lizenz)
Selbstverteidigung nimmt viele Formen an. Foto: pixabay.com © bykst (CC0-Lizenz)

Selbstverteidigung ist sinnvoll

Letztendlich schadet es niemandem, sich mit der Selbstverteidigung zu befassen. Gut ist, wenn die gelernten Techniken nie benötigt werden, in diesem Fall bleibt schlichtweg die Tatsache zurück, dass Frauen und Männer während des Trainings Sport treiben. Vielfach ändert sich zudem die Ausstrahlung von Personen, die regelmäßig Kampfsport machen und wissen, sich im Ernstfall verteidigen zu können. Sie wirken selbstbewusster und ziehen in den Nächten an abgelegenen Orten nicht gleich die Aufmerksamkeit durch die eigene Unsicherheit auf sich. Wenn Kinder Selbstverteidigungstechniken bereits im Kleinkindalter lernen, wachsen sie praktisch damit auf und können sich bei Schulhofrangeleien wirkungsvoll und ohne Gefahr verteidigen.

Zuletzt bleibt jedoch zu sagen, dass sich niemand rein auf die Selbstverteidigung verlassen soll. Kluge Kampfsporttrainer und Polizeiausbilder sagen stets, dass die beste Verteidigung die Flucht ist. Niemand weiß, zu welchen Mitteln ein Angreifer noch greifen kann oder ob er nicht doch ein Messer oder eine Waffe in der Jacke versteckt hat. Sich gegen solche Angriffe zu wehren, ist rein lebensgefährlich. Der beste Weg im Notfall ist, einen Angreifer durch eine reflexhafte Abwehr von sich zu stoßen, lautstark auf sich aufmerksam zu machen und zu fliehen.

Bildquellen:

Abbildung 1: pixabay.com © StockSnap (CC0-Lizenz)/

Abbildung 2: pixabay.com © bykst (CC0-Lizenz)/

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