Görlitzer Bürgerversammlung in der Camillo Kultur Kneipe

Über 40 Einwohnerinnen und Einwohner sind der Einladung des Bürgerrates gefolgt und lauschten gespannt den Ausführungen der einzelnen Bürgerräte über ihre Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren. Hagen...

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Über 40 Einwohnerinnen und Einwohner sind der Einladung des Bürgerrates gefolgt und lauschten gespannt den Ausführungen der einzelnen Bürgerräte über ihre Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren.
Hagen Aye führte durch den Abend, erinnerte an die Anfänge, wie man sich organisiert, dass man sich immer am 1. Montag im Monat öffentlich trifft und jedes Ratsmitglied immer eine Aufgabe übernimmt. Nur so kann das Gleichgewicht zwischen Job, Familie und Ehrenamt gehalten werden. Mit der Zeit hat man gute Partner gefunden. Besonders gelobt wurde die Evangelische Kulturstiftung aber auch die KommWohnen GmbH. Dennoch werde der Bürgerrat in der Öffentlichkeit oft zu schwach wahrgenommen. Der Beteiligungsraum sei eher inhomogen, was an diesem Abend auch die Diskussion um Klingewalde und seine Struktur zeig. Das Budget von 1 Euro pro Einwohner ist ein gutes Mittel, so die Einschätzung des Bürgerrates – aber es dürfe gerne auch mehr sein. So ist es Ziel des Bürgerrates, die Akquise von Spendengeldern voranzutreiben und mit der Verwaltung einen Weg zu finden, damit größere Projekte zu realisieren. Denn, so Herr Aye, die Bereitschaft für konkrete Projekte zu spenden ist in der Bürgerschaft vorhanden.

Die Bürgerräte gaben dann eine Rück- und Ausblick auf die Projekte des Bürgerbudgets der vergangenen zwei Jahre und das, was in naher Zukunft realisiert werden soll. Größtes Thema dabei ist die Wiederanbringung des “Mönchskopfes”. Jeder kennt die Sage um den Klötzelmönch und vielen Touristen der Stadt ist das Abbild der “suchenden Mutter” gezeigt worden. Lediglich der damals vorhandene Mönchskopf fehlt. In Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und der KommWohnen GmbH ist es gelungen, dieses Projekt anzugehen. Es wurden Bildhauer beauftragt, Ideen einzureichen und so entstanden drei verschiedene Sichtweisen auf die Sagengestalt. Die in der Bürgerversammlung anwesenden Einwohner hatten die Gelegenheit, mittels Punktevergabe ihren Favoriten zu küren. Bis Ende Januar werden nun Bürgerrat, Untere Denkmalschutzbehörde und die KommWohnen GmbH entscheiden, welcher Entwurf den Zuschlag erhält. Noch im Sommer 2018 soll dann die Plastik an das Objekt Fleischerstraße/Brüderstraße angebracht werden.

Danach waren die Anwesenden gefragt, ihren Bürgerrat neu zu wählen. Nach zwei Jahren Amtszeit ist es dem einen oder anderen Bürgerrat nicht mehr möglich, sein Ehrenamt auszufüllen. Besonderer Dank galt daher Uwe Ulmer, der von Anfang an aktiv im Bürgerrat mitgewirkt hat und es zeitlich nicht mehr leisten kann, neben anderen Ehrenämtern auch dieses Ehrenamt zufriedenstellend auszuüben. Mario Hülsenitz und Mario Gutowski konnten an der Bürgerversammlung aus dienstlichen Gründen nicht teilnehmen, auch sie können das Ehrenamt aus dienstlichen oder privaten Gründen nicht weiter ausüben. Auch ihnen gilt der Dank für die gute Arbeit im Bürgerrat.

Hagen Aye, Thomas Hain und Alexander Lehmann haben sich erneut zur Wahl gestellt. Neu kandiert haben Michael Voß und Ehrhard Schellmann. Letzter ganz spontan in der Versammlung.
Die anwesenden wahlberechtigten Einwohner gaben allen Kandidaten einstimmig ihr Vertrauen. Somit ist der Bürgerrat mit fünf Vertretern für weitere zwei Jahre arbeitsfähig. Einziger Wermutstropfen bleibt, dass sich kein Kandidat für den Stadtteil Klingewalde finden konnte. Die gewählten Bürgerräte werden dennoch ihr Augenmerk auf Klingewalde richten und den Stadtteil nicht außen vor lassen.

In der Fragestunde der Einwohner waren dann Oberbürgermeister Siegfried Deinege und seine Amtsleiter Torsten Tschage und Hartmut Wilke gefragt. Fragen zur Sauberkeit in der Bogstraße, zu Straßensanierungen nach Klingewalde und zum Parkkonzept Nikolaivorstadt wurden ausführlich beantwortet. Nun liegt es an den Einwohnern, wie sich in den nächsten zwei Jahren die Stadtteile entwickeln können und welche spannenden Themen und Projekte entstehen können. Denn, so hatte Herr Aye ausdrücklich betont, versteht sich der Bürgerrat als Netzwerker. Macher sind die Einwohner selbst.

Foto: Bürgerrat Klingewalde/Historische Altstadt/Nikolaivorstadt (v. l. n. r.: Hagen Aye, Michael Voß, Thomas Hain, Alexander Lehmann, Erhard Schellmann)

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