Gold als Alternative zu Bitcoin?

Geht es nach dem unabhängigen Bautzener Finanzdienstleister Astella, ist es an der Zeit, die Fronten zu wechseln und von Bitcoin & Co auf Gold umzusatteln. In der Tat...

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Geht es nach dem unabhängigen Bautzener Finanzdienstleister Astella, ist es an der Zeit, die Fronten zu wechseln und von Bitcoin & Co auf Gold umzusatteln. In der Tat hatte das Edelmetall 2017 zum Teil einen beachtlichen Wertzuwachs, seither hat sich allerdings nicht mehr viel getan.

Totgesagte leben länger

Angesichts der Kursrallye von Bitcoin 2017 überraschte es wenig, dass Gold fürs Erste einmal unter ferner liefen rangierte und es alle Welt in den Kryptomarkt drängte. Allerdings gab es bereits Anfang September vergangenen Jahres erste Anzeichen dafür, dass Gold bei Anlegern zu neuen Ehren kommt. Nachdem der deutsche Leitindex im Juni 2017 ein Minus von 2,3 Prozent, im Juli 2017 ein Minus von 1,7 Prozent und im August 2017 erneut ein Minus von 0,5 Prozent verzeichnete, hielt sich die Freude der Aktionäre naturgemäß in Grenzen. Allein in der letzten Augustwoche 2017 zogen Anleger netto 1,4 Milliarden Dollar aus Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa ab, wie das Manager Magazin berichtete. Nutznießer war der Goldmarkt, nachdem der Preis des Edelmetalls in den Monaten Juli und August um nahezu 9 Prozent auf deutlich mehr als 1300 Dollar (1110 Euro) je Unze stieg.

Recht viel mehr war, so scheint es, nicht drin. Immerhin liegt der aktuelle Goldpreis bei 1129,61 Euro je Feinunze (8. Juni 2018), was übers Jahr gerechnet einem mageren Plus von 0,4 Prozent entspricht. Der Anstieg von 5,3 Prozent in Dollar macht zwar auf den ersten Blick mehr her, de facto hat der Goldpreis mit 1329,58 Dollar je Feinunze allerdings auch kaum zugelegt (8. Juni 2018). Insofern stellt sich schnurstracks die Frage, was den Finanzdienstleister am Bautzener Hauptmarkt veranlasst, eine Empfehlung für Gold auszusprechen. Frank Schallenberger, Leiter der Rohstoffanalyse der LBBW, verweist beispielsweise auf die geopolitischen Risiken im Jahr 2018. Nachdem Gold seit jeher als Art Versicherung in unsicheren Zeiten gilt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass 2017 die ETF-Bestände der Goldfonds weltweit um 10 Prozent stiegen. Hinzu kommt, dass die Realzinsen auf zentralen Handelsplätzen wie den USA oder Europa leidlich gering, wenn nicht gar negativ sind. Dagegen besteht in Indien und China ein veritabler Nachholbedarf, weshalb damit zu rechnen ist, dass die Lager demnächst mit Gold aufgefüllt werden. Dass sich die von der LBBW prognostizierten 1400 Dollar je Feinunze für Mitte dieses Jahres bisher nicht bewahrheitet haben, tut dem Optimismus von Astella offenbar keinen Abbruch.

Bitcoins auch in Bautzen ein Thema

Jeanette Schneider, die Geschäftsstellenleiterin der Industrie- und Handelskammer Dresden bringt es auf den Punkt. Die Welt bleibe auch in Bautzen nicht stehen, meint sie. Allerorts sei von Digitalisierung, schnellem Internet, Industrie 4.0 und namentlich Bitcoins die Rede. Da ist was dran. Immerhin rät selbst der Finanzdienstleister Astella von einer ausschließlichen Veranlagung in Gold ab. Am Kauf von Bitcoins ist die alternative Veranlagung ohnehin nie gescheitert. Das Portal BitcoinMag führt gleich 9 Anbieter auf, die zum Vergleich einladen. Dieser ist ratsam, nachdem sich die Plattformen ebenso im Tauschverhältnis wie in den zusätzlichen Transaktionsgebühren unterscheiden. Am 28. Januar 2018 hat die Kreissparkasse Bautzen auf ihrem Facebook-Account die Frage in den Raum gestellt, ob Bitcoin ein Geheimtipp, Hype oder eine ernst zu nehmende Geldanlage sei. Womöglich ist die Leitwährung des Kryptomarktes nach Lage der Dinge mittlerweile wieder ein bisschen von allem. Ungeachtet vereinzelter harscher Kritik ist Bitcoin selbst gerade zur Stunde einen Blick wert. Der Kursgewinn von 158,8 Prozent in den letzten 52 Wochen lässt das einstige Hoch von 16.892,3398 Euro rasch vergessen, auch wenn die aktuellen 6.458,7900 Euro schmerzen mögen (10. Juni 2018). In Dollar ausgedrückt ist die Performance von Bitcoin noch etwas beeindruckender, wenn sich der Kurs um 172,2 Prozent seit 12. Juni 2017 verbessert hat.

​Kryptowährungen nach wie vor en vogue

Selbst die Kreissparkasse Bautzen kommt nicht umhin, im Facebooklink auf die Vorteile von Bitcoin zu verweisen, als da sind die Wertsteigerung durch das Auflagenlimit, die Anonymität, die Transparenz, die Unabhängigkeit von Banken und Finanzmarktkrisen sowie die möglichen ansehnlichen Renditen innerhalb kürzester Zeit. Namentlich die technikaffinen jungen Anleger haben an der Alternative zu Aktie, Anleihe und Gold einen Narren gefressen. Davon zeugt ihr diesjähriger Besuch der traditionsreichen Anlegermesse Invest in Stuttgart. In hellen Scharen strömten die Zuschauer herbei, als sich auf einer der zahllosen Podiumsdiskussionen mit Oliver Flaskämper, dem Betreiber einer populären Handelsplattform, ein Prominenter der Szene zu Wort meldete. Nachdem er auch nach vollbrachter Arbeit von Interessenten bestürmt wurde, dürfte an seiner Bemerkung was dran sein. Bitcoin sei das digitale Gold, meinte er im Brustton der Überzeugung.

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Quelle: Shaun Schoeman auf Twitter

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