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Umfrage: Deutsche haben kein großes Vertrauen in die Zivilcourage der Mitbürger Die wiederkehrenden Meldungen über gewaltsame Übergriffe in Bahnhöfen haben bei vielen Bundesbürgern zu einer Verunsicherung geführt. Foto:...

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Umfrage: Deutsche haben kein großes Vertrauen in die Zivilcourage der Mitbürger

Die wiederkehrenden Meldungen über gewaltsame Übergriffe in Bahnhöfen haben bei vielen Bundesbürgern zu einer Verunsicherung geführt. Foto: djd/Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG/Bernd Sterzl
Die wiederkehrenden Meldungen über gewaltsame Übergriffe in Bahnhöfen haben bei vielen Bundesbürgern zu einer Verunsicherung geführt. Foto: djd/Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG/Bernd Sterzl

(djd/pt). Am Montag gehören sie in der Tageszeitung fast schon zur traurigen Routine: Berichte von gewalttätigen Übergriffen auf wehrlose Passanten an den U-Bahnhöfen der deutschen Großstädte. Und die Deutsche Bahn AG teilte erst kürzlich mit, dass die Zahl der Attacken auf ihre eigenen Angestellten im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr von 668 auf 748 gestiegen sei. In Relation zu den vielen Millionen Passagieren, die jeden Tag in Deutschland mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden, ist die Zahl der Vorfälle zwar relativ niedrig – auf das Sicherheitsbewusstsein der Bundesbürger haben die wiederkehrenden Meldungen allerdings einen großen Einfluss.

Diese Verunsicherung wurde in einer repräsentativen Umfrage, die Forsa im Auftrag der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG durchführte, bestätigt. Das zentrale Ergebnis: Obwohl nur wenige Bundesbürger in den vergangenen zwölf Monaten einen gewalttätigen Zwischenfall persönlich erlebt haben, fühlt sich fast jeder dritte Deutsche in der Öffentlichkeit der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt. Und das zweite wichtige Resultat der Studie: Viele Deutsche haben im Falle eines Falles Zweifel an der Zivilcourage ihrer Mitmenschen.

Nur sieben Prozent haben uneingeschränktes Vertrauen in die Mitbürger

Erstaunlicherweise meint knapp ein Drittel (32 Prozent) der Befragten, dass ihnen umstehende Passanten im Fall einer körperlichen Bedrohung vermutlich erst dann zu Hilfe eilen, wenn sie danach rufen. Und gut ein Viertel (28 Prozent) glaubt sogar, dass ihnen auch dann nicht geholfen würde. Nur sieben Prozent gehen davon aus, dass Passanten von sich aus einschreiten würden, wenn man in der Öffentlichkeit körperlich bedroht wird. „Die Umfrage zeigt, dass die Gefahr von Überfällen und Übergriffen in der Öffentlichkeit durchaus präsent ist. Und die Studie beweist auch, dass trotz des Individualismus in unserer Gesellschaft der Gemeinsinn und die Zivilcourage als Wert verstärkt gepflegt und gefördert werden sollten“, betont Gerhard Horrion, Vorstandsvorsitzender von Roland Rechtsschutz.

Stabiles Vertrauen in das Rechtssystem

Auch wenn die Angst vor einem gewalttätigen Übergriff relativ groß ist: Die Bundesbürger haben mehrheitlich das Gefühl, dass Straftaten vom deutschen Rechtssystem im Falle eines Falles angemessen geahndet werden. „Unserem Rechtsreport 2011 zufolge haben 60 Prozent der Bundesbürger sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in die Gerichte, und genauso viele Deutsche haben Vertrauen in die Gesetze“, fasst Gerhard Horrion die positiven Ergebnisse dieser Studie zusammen.

Weitere Fakten

Das Bewusstsein, bei Gewalttätigkeiten Zivilcourage zu zeigen, sollte nach Ansicht der Deutschen gestärkt werden. 69 Prozent meinen, dass man dadurch Übergriffe sogar verhindern kann. Das ergab der „Rechtsreport 2011“, eine Studie der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach. Falls man Zeuge eines Übergriffs wird, halten es 56 Prozent für eine Bürgerpflicht einzugreifen. Nach dem eigenen Verhalten gefragt, sagen allerdings nur 38 Prozent, dass sie „eher eingreifen“ würden. 42 Prozent machen dies von der konkreten Situation abhängig.

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