Hilfe für historische Gebäude

Die Wissenschaftliche Kommission der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat auf ihrer diesjährigen Sitzung in Bonn die Förderpolitik der DSD für 2016 beraten. Mindestens 380 Denkmaleigentümer erhalten im Lauf...

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Dresden_Ständehaus

Die Wissenschaftliche Kommission der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat auf ihrer diesjährigen Sitzung in Bonn die Förderpolitik der DSD für 2016 beraten. Mindestens 380 Denkmaleigentümer erhalten im Lauf des Jahres bundesweit Fördermittel der Stiftung. Die endgültige Zahl der geförderten Projekte hängt am Ende wie in den Jahren zuvor von der Höhe der Spenden der rund 200.000 Förderer der Stiftung, der Erträgnisse der treuhänderischen Stiftungen der DSD sowie der Zweckerträgnisse der GlücksSpirale, deren Destinatär die Stiftung ist, im laufenden Jahr ab. In den vergangenen Jahren unterstützte die Stiftung jährlich durchschnittlich rund 450 Denkmale. Das ehrenamtlich tätige DSD-Gremium besteht derzeit aus sieben Fachleuten aus den Bereichen Denkmalpflege und Kunstwissenschaften.
In Sachsen fördert die DSD 2016 voraussichtlich 22 Projekte, darunter die Nikolaikirche in Görlitz, die um 1100 gegründet wurde und bis 1372 die einzige Pfarrkirche der Stadt war. Der heutige Bau wurde 1452 begonnen und 1520 geweiht. Immer wieder suchten Brände das Gotteshaus heim. Ein letzter Umbau des Innenraums zu einer Gedächtnisstätte für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen erfolgte 1925/1926. Die Nikolaikirche ist eine Hallenkirche aus verputztem Bruch- und Sandstein. Den Baukörper umgeben Strebepfeiler. Das hohe Satteldach ist abgewalmt und mit Dachbibern in Doppeldeckung ausgeführt. Neben dem bemerkenswerten expressionistischen Innenraum sind die Sandsteinportale bildhauerisch hervorzuheben. Das Südportal zur Stadtseite hin, das in diesem Jahr restauriert werden soll, ist mit reich profilierten Gewänden leicht spitzbogig überwölbt. Das Sandsteinrelief mit der Kreuzigungsszene flankieren vollplastische Sandsteinfiguren der Heiligen Nikolaus und Katharina.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte seit ihrer Gründung 1985 bundesweit rund 550 Millionen Euro für nahezu 5.000 Denkmale zur Verfügung stellen. Sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zur wohl größten Privatinitiative in der Denkmalpflege in Deutschland entwickelt. Eine Förderung durch die DSD ist zugleich eine Anerkennung für das oft beispielhafte Bemühen der Denkmaleigentümer, Fördervereine, Kommunen und Kirchengemeinden. Die Stiftung kann ihren wichtigen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes und zur Bewusstseinsbildung für die Denkmalpflege letztlich nur dank des großen bürgerschaftlichen Vertrauens und der Unterstützung durch die Rentenlotterie GlücksSpirale von Lotto leisten.

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