Im Gespräch: Die Bautzener Gleichstellungsbeauftragte Andrea Spee-Keller

M.D.Vor 21 Jahren, in der wandelfreudigen Zeit der Nachwende, traf sich in Bautzen eine Gruppe von Frauen, die etwas bewegen wollten. „Wir wollten uns einbringen in die Veränderungen....

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Gleichstellungsbeauftragte Andrea Spee Keller
M.D.
Vor 21 Jahren, in der wandelfreudigen Zeit der Nachwende, traf sich in Bautzen eine Gruppe von Frauen, die etwas bewegen wollten. „Wir wollten uns einbringen in die Veränderungen. Und als wir aus unserer Partnerstadt Worms Besuch bekamen und vom Amt einer Gleichstellungsbeauftragten erfuhren, wollten wir solch eine Ansprechpartnerin für die Durchsetzung der rechtlichen Gleichstellung berufen“, sagt eine der Frauen heute nachdenklich im Rückblick. Es ist Andrea Spee-Keller. Sie ist 53 Jahre alt, diplomierte Sozialpädagogin und Mutter von vier Kindern. Und sie ist seit dem August 1990 Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte der Bautzener Stadtverwaltung.

Viele soziale Ideen, die bis heute Bestand haben, wurden in den Wirren der Anfang-1990er geboren. Der Fraueninitiative e.V. und der Frauenschutzhaus e.V. sind solche Synergien regionaler, sozial wirksamer Kräfte. Auch Vorträge von jener Art, wie sie derzeit in der von Andrea Spee-Keller ins Leben gerufenen Gesprächsreihe „Der eigene Weg zum Leben.“ regelmäßig stattfinden, hat sie im Laufe ihrer Amtszeit immer wieder organisiert. „Ich möchte jeder Veranstaltung einen gewissen Bildungsinhalt hinzufügen“, formuliert sie ihren Anspruch. Und wer dabei war, dem fällt sofort der anregende Vortrag über bedeutende Bautzener Frauen ein, den sie anlässlich der diesjährigen Frauentagsfeier im Bautzener Gewandhaus gehalten hatte.

Ihr Auftrag führt Andrea Spee-Keller an viele soziale Wirkungsstätten. Für das Frauenzentrum und das Frauenschutzhaus trägt sie in der Verwaltung die Verantwortung, aber auch temporäre Projekte und Gesprächskreise sind Inhalte ihrer Arbeit. Ihre Intention ist es, Menschen zusammen zu bringen, Netzwerke der Hilfe und Selbsthilfe aufzubauen. Das Jahr 2011 hatte neben der täglichen Arbeit einige Höhepunkte. Am Boys-Day holte die Gleichstellungsbeauftragte 70 Jungs in die Verwaltung, um sie über soziale Berufe zu informieren. Im Gesundbrunnen traf sie sich mit dem Leuchtturm Majak e.V. Im Rahmen der interkulturellen Woche organisierte sie Mutter-Tochter-Gesprächskreise, die den jungen Frauen mit Migrationshintergrund die Vergangenheit der Elterngeneration näher brachten. Aus dem befreundeten Worms holte sie die Ausstellung „Frauenbilder. Bilder von Frauen.“ nach Bautzen. „Frauen müssen erkennen, was sie können und wollen. Ich möchte sie in ihrem Selbstbewusstsein stärken“, so Andrea Spee-Keller.

Für das kommende Jahr steht insbesondere die Vorbereitung des Unternehmerinnentages im Juni in Bautzen auf dem Organisationsplan von Andrea Spee-Keller. In Zusammenarbeit mit der IHK und der Handwerkskammer werden Frauen ihre Firmen vorstellen, Kontakte und Netzwerke aufbauen und sich weiterbilden. Der in diesem Jahr mit Jugendarbeiterinnen gegründete Mädchenarbeitskreis wird im September einen Mädchentag veranstalten und die Vortragsreihe zur Lebensgestaltung wird fortgeführt. „Und ich möchte die modernen Medien besser nutzen, um Informationen wirkungsvoller nach außen zu tragen und unsere Angebote besser abrufbar zu machen“, erklärt Andrea Spee-Keller ihren Blick in die Zukunft.

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