Kolumbien trifft auf Lausitzer Bergbaugeschichte

Als Geschenke für die kolumbianischen Gäste gab es Bildbände aus dem Lausitzer Seenland. V.l.: Landrat Siegurd Heinze, Umweltministerin Luz Helena Sarmiento Villamizar, Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker, Volker Mielchen,...

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Als Geschenke für die kolumbianischen Gäste gab es Bildbände aus dem Lausitzer Seenland. V.l.: Landrat Siegurd Heinze, Umweltministerin Luz Helena Sarmiento Villamizar, Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker, Volker Mielchen, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, sowie der kolumbianische Botschafter Juan Mayr. Foto: Presse OSL
Als Geschenke für die kolumbianischen Gäste gab es Bildbände aus dem Lausitzer Seenland. V.l.: Landrat Siegurd Heinze, Umweltministerin Luz Helena Sarmiento Villamizar, Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker, Volker Mielchen, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, sowie der kolumbianische Botschafter Juan Mayr. Foto: Presse OSL

Außergewöhnlicher Besuch zu Gast im Lausitzer Seenland

Dass die Lausitzer Braunkohlegeschichte nicht nur in der Region selbst, sondern auch in weit entfernten Teilen der Erde auf starkes Interesse stößt, zeigte sich am vergangenen Samstag: Erstmals besuchte dieser Tage die Umweltministerin der Republik Kolumbien, Luz Helena Sarmiento Villamizar, die Bundesrepublik Deutschland. Einer der Zwischenstopps im Rahmen ihres eintägigen „IBA-Besuches“ führte die Delegation, der auch Vizeminister, Kabinettschef und Botschafter angehörten, am vergangenen Samstag, den 15. Februar 2014, auf die IBA-Terrassen in Großräschen.

Landrat Siegurd Heinze und Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker nahmen den ungewöhnlichen – trotz kalten Regenwetters gut gelaunten – Besuch am späten Samstagvormittag in Empfang.

Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit Panorama-Blick auf den in der Entstehung befindlichen Großräschener See präsentierten Dr. Lars Scharnholz, Geschäftsführer der Cottbuser Institut für Neue Industriekultur GmbH und  Volker Mielchen, seit Januar neuer Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, anhand von Powerpoint-Präsentationen und kurzen Vorträgen einige Zahlen, Daten und Fakten zur Geschichte des Braunkohlebergbaus in der Lausitz. Auch der Strukturwandel der Region hin zu alternativen Energien und die touristische Entwicklung im Hinblick auf ein entstehendes Lausitzer Seenland wurden thematisiert.

Besonders die hohe Anzahl von ehemals 120.000 im Tagebau beschäftigten Menschen, die Rekultivierungsaufwendungen in Milliardenhöhe und der Umfang der damals geförderten Braunkohle – mehr als 200 Millionen Tonnen pro Jahr, wie Landrat Siegurd Heinze wusste, beeindruckte die Kolumbianerin und deren Begleiterinnen und Begleiter sichtlich: „In den Tagebauen in Kolumbien werden derzeit etwa 90 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr gefördert. Davon sind 95 Prozent für den Export, zu großen Teilen auch für Deutschland, bestimmt. Wir stehen momentan noch am Beginn der Entwicklungen. Der Steinkohlesektor wächst, immer mehr Menschen suchen Beschäftigung in diesen Bereichen“, zeichnete die Ministerin ein Bild der aktuellen Situation in ihrem Heimatland.

„Wir sind stolz darauf, dass wir die kolumbianische Umweltministerin hier im Lausitzer Seenland begrüßen durften und ihr einen Einblick in die Entwicklung der Region nach dem Ende des aktiven Braunkohleabbaus vermitteln konnten. In Kolumbien gehen derzeit ähnliche Prozesse von statten, wie einst hier. Ich würde mich freuen, wenn wir in Zukunft weiterhin Kontakt halten“, äußerte sich Volker Mielchen am Rande der knapp zweistündigen Veranstaltung.

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