Lückenschluss im europäischen Güterverkehr

Mit der Fahrt eines Sonderzuges und einem Festakt in Niesky wurde am 3.12.2018 die insbesondere für den europäischen Schienengüterverkehr bedeutungsvolle Verbindung zwischen Deutschland und Osteuropa Knappenrode–Niesky–Horka feierlich in...

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Mit der Fahrt eines Sonderzuges und einem Festakt in Niesky wurde am 3.12.2018 die insbesondere für den europäischen Schienengüterverkehr bedeutungsvolle Verbindung zwischen Deutschland und Osteuropa Knappenrode–Niesky–Horka feierlich in Betrieb genommen. Mit Fertigstellung der nach 70 Jahren wieder zweigleisigen Strecke wird vor allem der grenzüberschreitende Güterverkehr profitieren, aber auch der Personenverkehr gewinnt an Attraktivität. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember fahren zweistündlich pro Tag wieder Nahverkehrszüge zwischen Hoyerswerda und Görlitz, die einen Großteil der neu- und ausgebauten Strecke nutzen. Die Strecke wurde seit 2010 zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert und wird mit dem neuen, europaweit einheitlichen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet. Das erleichtert den grenzüberschreitenden Güterverkehr. Die Kapazität der Strecke ist für bis zu 170 Züge täglich ausgelegt.

Das Projekt wurde von der Europäischen Union kofinanziert.

Zahlen und Fakten zur Strecke Knappenrode–Horka:

• Wiederherstellung der Zweigleisigkeit auf 55 km für Güterverkehr, Erneuerung der Gleise für Züge bis 740 Meter in Knappenrode, Niesky und Horka; Modernisierung von 33 Bahnübergängen; Umbau/Neubau von 31 Eisenbahnbrücken sowie vier Straßenbrücken
• Neubau/Anpassung aller Bahnsteiganlagen und Wege
• Neubau Streckenelektrifizierung einschl. Bahnstromversorgung; Neubau von fünf Elektronischen Stellwerken
• Einführung Europäisches Zugsicherungssystem ETCS und Ausrüstung mit grenzüberschreitendem, digitalem Zugfunk GSM-R
• Gesamtinvestition des Projektes: ca. 500 Mio. EUR (Bund, DB, EU, Freistaates Sachsen); Die EU hat das Projekt mit rund 95 Millionen Euro gefördert. Der Freistaat Sachsen investierte insgesamt rund 20 Millionen Euro für höhere Geschwindigkeit und in den Ersatz von Bahnübergängen.
• Länge der Strecke: 55 Kilometer; Streckengeschwindigkeiten: 120km/h zwischen Grenze und Horka Güterbahnhof und 160 km/h zwischen Horka und Knappenrode
• Rund 16 Kilometer Lärmschutzwände und weitere Maßnahmen für passiven Lärmschutz (Schallschutzfenster)
• Umfangreiche Schutz-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Natur und Landschaft, unter anderem Baulogistik überwiegend auf der Schiene, Verbesserung von Querungsmöglichkeiten für Kleintiere, Monitoring für die Vermeidung von Wildunfällen, Ersatzlebensraum für Fledermäuse.
• Altbergbausanierung, ausgeführt von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft 2011 bis 2016 zur Schaffung tragfähigen Untergrundes für die Bahnstrecke bei Lohsa.

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