Mit Rotlicht gegen das Erfrieren

Oppachs Streichelzoo benötigt dringend Spenden In einer Scheune aufgefunden: Diese verschmuste, kleine Katzendame war so ausgezehrt, dass nicht einmal der Tierarzt ihr Alter schätzen konnte. Wegen Schnupfen ist...

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Oppachs Streichelzoo benötigt dringend Spenden

In einer Scheune aufgefunden: Diese verschmuste, kleine Katzendame war so ausgezehrt, dass nicht einmal der Tierarzt ihr Alter schätzen konnte. Wegen Schnupfen ist sie noch in Quarantäne.
In einer Scheune aufgefunden: Diese verschmuste, kleine Katzendame war so ausgezehrt, dass nicht einmal der Tierarzt ihr Alter schätzen konnte. Wegen Schnupfen ist sie noch in Quarantäne.

(F. D.) Oppach: Statt eines Tierheims errichteten Giseltraud Kretschmer und ihre Kollegen am Gondelteich in Oppach einen Streichelzoo. Ein Zwergschwein, Esel und Ziegen zum Streicheln, bunte Sittiche und verschiedene Taubenarten, Waschbären, Eichhörnchen, Degus und Chinchillas leben hier in liebevoll selbst gebauten Häusern.

Vielen Tieren ist der Verein ein Zuhause geworden, nicht alle sind vermittelbar. Giseltraud Kretschmer erinnert sich an jedes einzelne. Angefahrene und liegengelassene Tiere, die sie aufpäppelte. Einbrüche hat sie schon erlebt, fehlgeleitete Tierliebe oder Vandalismus, bei dem nicht nur Häuser und Käfige zerstört, sondern auch Tiere freigelassen wurden. Etliche starben an den Folgen. Zwei Überschwemmungen erlitt der Verein, Hilfe danach gab es kaum.

Das etwas andere Tierheim

Würde der Verein wie ein normales Tierheim betrieben, wäre der Traum der Gründungsmitglieder gescheitert, die den Tieren mehr als nur eine Sammelstelle sein wollen. Viele bewegen sich frei auf dem Gelände. Jedes Häuschen bietet reichlich Ein- und Ausblick – oder auch Privatsphäre für Einzelgänger. Die zahmen Eichhörnchen und Frettchen haben dem Zoo inzwischen sogar schon Nachwuchs geschenkt. Besucher, Schulklassen und Kindergartengruppen werden gerne herumgeführt und bekommen Geschichten zu den Tieren erzählt. Hier und da wird ein Gehege geöffnet, ein Tier zum Streicheln vorgelockt.

Oft standen sie kurz vor dem Aus. „Wenn jeder nur ein paar Euro gibt“, sagt Giseltraud. Sie gibt alles, um ihren Traum vom Tierschutz zu erhalten. Trotz schwerer gesundheitlicher Probleme kommt Aufgeben nicht in Frage, Geld wird dringender denn je benötigt. Aber auch Baumaterialien, Gehwegplatten, Heu und Stroh für die Ställe werden gerne geholt. Wer noch eine Rotlichtlampe liegen hat, kann diese bei einem Besuch abgeben, ein Mitarbeiter ist immer vor Ort. Jede Spende wird natürlich fürs Finanzamt quittiert.

Im Winter geht’s ums nackte Überleben

Wegen der ortsnahen Lage ist das als TSV Beiersdorf gegründete Tierheim auf Kleintiere und Fundkatzen spezialisiert. Um diese im Winter vor dem Erfrieren zu bewahren, müssen Häuser und Käfige geheizt werden. Aus Kostengründen hat der Verein inzwischen viele Ölradiatoren gegen punktgenaues Rotlicht getauscht. Kranke und alte Tiere brauchen das durchgehend. Doch nur wenige treue Mitglieder finanzieren mit niedrigsten Mitgliedsbeiträgen die aufwendige Pflege der Tiere.

Dramatisch gestiegene Energiepreise gefährden immer mehr gemeinnützige Vereine in ihrer Existenz, so der Bund deutscher Tierfreunde e.V. Der überregionale Verein regt deshalb an, Tierheime von der Ökosteuer auszunehmen. Es sei nur schwer nachvollziehbar, dass große Wirtschaftsunternehmen von den Umlagen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes befreit seien, soziale Einrichtungen aber die volle Last trügen. Die anstehende Erhöhung der Stromkosten kann nun eben auch für den kleinen Verein in Oppach das Ende bedeuten. Gut 200 Tiere verlieren dann ihr Zuhause.

Helfen Sie mit! Jeder Euro hilft!

Kontakt und Spendenkonto:

www.streichelzoo-oppach.de

Telefon : 035872/40722

SK Oberlausitz-Niederschlesien

Konto 3000208720

BLZ 850 501 00

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