Nach der Geburt eines Kindes – was Eltern nun tun sollten

Die Zahl der Geburten steigt in Deutschland. In aller Regel kommt ein solches Ereignis nicht überraschend für die Beteiligten. Auch wenn eine Schwangerschaft verhältnismäßig spät festgestellt wird, bleibt...

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Die Zahl der Geburten steigt in Deutschland. In aller Regel kommt ein solches Ereignis nicht überraschend für die Beteiligten. Auch wenn eine Schwangerschaft verhältnismäßig spät festgestellt wird, bleibt noch viel Zeit für Vorfreude und notwendige Vorbereitungen.

Dennoch kann man als Elternteil schnell den Überblick darüber verlieren, welche Maßnahmen und Erledigungen im Anschluss an eine Geburt notwendig sind. Dazu gehören wichtige Anmeldungen, die sich auch auf die eigene finanzielle Situation auswirken, genauso wie notwendige medizinische Untersuchungen. Auch erwarten Freunde und Verwandte im Regelfall, möglichst zeitnah über die Geburt unterrichtet zu werden.

 

Foto: © gabofejes (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Foto: © gabofejes (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Öffentliche Anmeldung nicht vergessen

Auch wenn sich vor allem Mütter nach einer Geburt am liebsten nur auf sich und das Neugeborene konzentrieren möchten, gibt es ein paar Behördengänge und Anmeldungen, die möglichst schnell erledigt werden sollten. Wer sich die notwendigen Formulare schon im Vorfeld beschafft, hat es im Anschluss leichter.

Die folgenden Formalitäten sind nach einer Geburt besonders wichtig:

  • Anmeldung beim Standesamt: Sie muss innerhalb einer Woche nach der Geburt vorgenommen werden. Inzwischen übernehmen viele Kliniken auf Wunsch die Anmeldung. Die Geburtsurkunde und notwendigen Kopien werden im Anschluss zugeschickt.
  • Anmeldung beim Einwohnermeldeamt: Eltern können sich nicht unbedingt darauf verlassen, dass das Standesamt das Einwohnermeldeamt über die Geburt informiert. Deshalb ist es sinnvoll, selbst eine Geburtsurkunde vorzulegen und sich eventuell auch gleich einen Kinderausweis ausstellen zu lassen. Dafür ist jedoch ein biometrisches Foto notwendig.
  • Vaterschaftsanerkennung: In dem Fall, dass die Eltern des Kindes nicht verheiratet sind, muss ein Verwandtschaftsverhältnis über eine Vaterschaftsanerkennung dokumentiert werden. Dafür ist auch die Unterschrift der Mutter notwendig. 
  • Krankenversicherung: Ob gesetzlich oder privat versichert, in beiden Fällen sollten Eltern sich möglichst schnell darum kümmern, dass das Kind entweder in die Familienversicherung mitaufgenommen oder privat versichert wird. Dabei gilt es, die vorgeschriebenen Fristen zu berücksichtigen. Die ersten Untersuchungen sind damit ebenfalls abgedeckt. 
  • Kindergeld: Kindergeld beantragen Eltern entweder beim Arbeitsamt oder bei der jeweils zuständigen Familienkasse. Dafür ist eine spezielle Version der Geburtsurkunde notwendig, die das Standesamt in aller Regel gleich mit den anderen Ausführungen mitschickt. 
  • Elternzeit: Elternzeit zu beantragen, ist verhältnismäßig unkompliziert. Allerdings ist zu beachten, dass der Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn der Elternzeit informiert werden muss. 
  • Elterngeld: Eine Übersicht über zuständige Elterngeldstellen finden Eltern auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie. Die Unterstützung wird maximal drei Monate rückwirkend gezahlt. Deshalb sollten sich Antragssteller nicht zu viel Zeit lassen.

Betreuungsgeld erhalten Eltern nach dem betreffenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr. Wie der Spiegel berichtet, ist es aber wahrscheinlich, dass die Unterstützung an Eltern, die die Leistung bereits beziehen, noch eine Weile weitergezahlt wird.

Vorsorgeuntersuchungen als regelmäßiger Check

Im ersten Lebensjahr eines Säuglings finden insgesamt sechs Vorsorgeuntersuchungen in fest abgesteckten Zeiträumen statt. Sie konzentrieren sich auf unterschiedliche Schwerpunkte:

Vorsorgeuntersuchung Zeitraum Schwerpunkte
U1 Direkt nach der Geburt Gesundheitszustand nach der Geburt; Untersuchung von Nabelschnurblut
U2 Zwischen 3. und 10. Lebenstag Umfangreiche Basisuntersuchung von Knochen, Haut, Organen und Geschlechtsteilen sowie Nervensystem und Verdauung
U3 Zwischen 4. und 6. Lebenswoche Untersuchung auf Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen; besonders Untersuchung von Hörvermögen, Körperfunktionen und Reflexen
U4 Zwischen 3. und 4. Lebensmonat Untersuchung von Seh- und Hörvermögen, Organen und Fähigkeiten wie Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit; Überprüfen der Sprachentwicklung; erste Impfung
U5 Zwischen 6. und 7. Lebensmonat Überprüfung von Nerven und Motorik; weitere Impfungen
U6 Zwischen 10. und 12. Lebensmonat Entwicklung von Sinnen, Sprache und Sozialverhalten; weitere Impfungen

 

In aller Regel finden die ersten beiden Vorsorgeuntersuchungen noch in der betreffenden Klinik statt. Die U3 ist damit die erste Untersuchung des Babys, die ein Kinderarzt vornimmt. Anschließend an U6 folgen noch drei weitere Vorsorgeuntersuchungen im Kleinkindalter. Verbreitet sind inzwischen außerdem zwei weitere Untersuchungen im Schul- und zwei im Teenageralter. Allerdings werden diese nicht in allen Fällen komplett von den Krankenkassen übernommen.

Angehörige und Freunde benachrichtigen

In der Regel möchten Eltern das Ereignis einer Geburt teilen – zumindest mit den engsten Freunden und Bekannten. Dafür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Viele Eltern begnügen sich mit einer SMS. Dies hat den Vorteil, dass sich die Nachricht so relativ unkompliziert erstellen und verbreiten lässt. So kann man gute Freunde auch unmittelbar nach einer Geburt von dieser in Kenntnis setzen.
  • Nicht viel aufwendiger ist die Mitteilung durch eine E-Mail. Mittlerweile stehen auch eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, E-Mails passend zum Ereignis auszuschmücken und so eine elektronische Geburtskarte zu versenden.
  • Am stilvollsten finden viele Menschen aber immer noch richtige Geburtskarten. Diese können selbst angefertigt oder in einer Druckerei in Auftrag gegeben werden. Als Verzierung eignen sich hübsche Fotos von Mutter und Baby besonders gut.

Oft bietet es sich an, verschiedene Methoden zu kombinieren. So können besonders enge Freunde und Familienmitglieder direkt nach der Geburt durch eine SMS oder eine E-Mail benachrichtigt werden. Für eine feierliche Mitteilung an den gesamten Bekanntenkreis können Eltern im Anschluss auf schön verzierte Geburtskarten zurückgreifen. Bei einigen Personen wie den eigenen Eltern beziehungsweise denen der Mutter sollte der Vater am besten gleich zum Telefon greifen.

Eine Geburt ist ein großes Ereignis, über das man schnell den Kopf verliert. Deshalb lohnt es sich, schon im Vorfeld eine Liste der wichtigsten Erledigungen im unmittelbaren Anschluss anzufertigen. Vor allem einige Behördengänge sollten Eltern möglichst schnell erledigen, um notwendige Dokumente beziehungsweise finanzielle Unterstützung zu erhalten. Gut vorbereitet lässt sich dies in der Regel schneller und unkomplizierter erledigen. So haben Eltern mehr Zeit, sich auf sich selbst und den neuen Erdenbürger zu konzentrieren und dies ist in der Regel das Wichtigste nach einer Geburt.

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