Nachwachsende Energie von Wäldern und Feldern im Landkreis

Die Energiegewinnung aus dem Rohstoff Holz gewinnt auch im Landkreis Bautzen an Bedeutung. Dies machte das Kreisforstamt Bautzen im Rahmen der regelmäßig stattfindenden „Agrarstammtische“, initiiert vom Landesamt für...

593
593

Die Energiegewinnung aus dem Rohstoff Holz gewinnt auch im Landkreis Bautzen an Bedeutung. Dies machte das Kreisforstamt Bautzen im Rahmen der regelmäßig stattfindenden „Agrarstammtische“, initiiert vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), in der letzten Woche in Ohorn deutlich.

Kreisforstamtsleiter Christoph Schurr: „Beobachtet man die aktuellen Preise auf dem Holzmarkt wird man feststellen, dass inzwischen alle Holzsortimente, vom langen Stammholz bis zu den Holzhackschnitzeln mit guten Erlösen verkaufbar sind. Die Bewirtschaftung des Waldes lohnt sich, auch zur Gewinnung von Energieholz.“

Wälder und Bäume
Foto: LVA

Ein großes Problem für die effektive Waldbewirtschaftung stellen die Besitzgrößen dar: klein und ungünstig in der Form. Eine Lösung bietet die Zusammenarbeit von Waldbesitzern in Forstbetriebsgemeinschaften. Hier können z. B. Forstpflanzen und Zaunmaterial für die Waldverjüngung gemeinsam beschafft oder ein Forstunternehmer für die Holzernte auf allen Mitgliedsflächen beauftragt werden. Das spart Kosten und verbessert die Chancen am Markt.

Das Kreisforstamt erläuterte weiterhin die Möglichkeiten des Energieholzanbaus auf Agrarflächen in sogenannten Kurzumtriebsplantagen (KUP). Hier werden schnell wachsende Baumarten, z. B. Pappel, Weide oder Erle, auf Flächen angebaut, die für eine ackerbauliche Nutzung ungünstig sind. Dabei handelt es sich i. d. R. um versumpfte Böden, kleine, abgelegene Splitterflächen oder Areale mit starker Hanglage. Diese Energieholzplantagen bieten große ökologische Vorteile: Wegen der langen Standzeit von ca. 20 Jahren können sich Tier- und Pflanzenarten besser ansiedeln als bei einjährigen Ackerfrüchten, auch der Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz ist deutlich geringer. Ebenso ist die wirtschaftliche Seite vorteilhaft, – das Motto heißt: „Einmal pflanzen und mehrfach ernten“, denn die Schnellwuchsplantagen liefern alle 3-5 Jahre erhebliche Holzmengen.

Die Preise für Holzhackschnitzel, Scheitholz und Pellets sind über viele Jahre stetig angestiegen. Zudem wird die Installation moderner Holzheizungen, aber auch die Einspeisung von Strom aus ökologischer Energiegewinnung gefördert, letzteres durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Somit ist zu erwarten, dass auch in Zukunft das Anlegen und die Nutzung von Agrarholzplantagen für Landwirte ein lohnendes Geschäftsfeld sein wird.

Uwe Leonhardt, der Leiter des Kreisforstrevieres Ohorn, informierte über die Aufgaben des Kreisforstamtes, z.B. rechtliche Regelungen im Wald und den Schutz des Waldes vor Schädlingsbefall oder Windwurf. Dabei kam zur Sprache, dass auch im Revier Ohorn die Müllablagerung im Wald ein schwerwiegendes Problem darstellt, welches insbesondere in Straßennähe auftritt. Ebenso ein Thema ist das illegale Befahren des Waldes, welches den „Sündern“ als Ordnungswidrigkeit oftmals gar nicht bewusst ist.
Zusatzinformation:
Das Kreisforstamt ist Partner im Agrar-Forst Netzwerk (AgroForNet). In diesem Verbundprojekt wird eine Nutzung von Waldrestholz, Holz aus den Kurzumtriebsplantagen, Dendromasse aus der Landschaftspflege und aus Siedlungsabfällen sowie aus der Straßenbaumpflege propagiert. Es sollen sogenannte Wertschöpfungsketten entstehen, bei denen sich die verschiedenen Akteure der Gewinnung und Verwertung von Energieholz im Landkreis Bautzen vernetzen können. Ziel dieses Vorhabens unter der Leitung der Technischen Universität Dresden ist es, die Produktion und Nutzung von Holz zur Wärme -und Stromgewinnung zu verstärken und zu unterstützen.
Unter http://www.energieholz-portal.de sind ausführliche Informationen zu diesem Thema erhältlich. Für Fragen steht außerdem Herr Schöne vom Kreisforstamt Bautzen zur Verfügung: 03578 7871 68129.

Auch Interessant

In diesem Beitrag

Diskutiere mit