Panzertransport verläßt Oberlausitz

In der Nacht zu Freitag haben alle sechs am Dienstag von der Polizei gestoppten Schwerlastgespanne mit den geladenen Panzerhaubitzen der US-Armee auf der BAB 4 ihre Reise fortsetzen...

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In der Nacht zu Freitag haben alle sechs am Dienstag von der Polizei gestoppten Schwerlastgespanne mit den geladenen Panzerhaubitzen der US-Armee auf der BAB 4 ihre Reise fortsetzen können. Damit ging auch für die Verkehrspolizei ein beinah 60 Stunden andauernder Einsatz zu ende.

Nachdem eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion den Konvoy am Dienstagmittag an der Rastanlage Oberlausitz-Nord bei Salzenforst gestoppt und eine Kontrolle einige ordnungswidrige Mängel ergeben hatte, untersagten die erfahrenen Schwerlastexperten dem Spediteur die Weiterfahrt. Es lag nun an ihm, geeignete Auflieger für die schwere Fracht sowie sogenannte BF-3 Begleitfahrzeuge heranzuführen und die erforderlichen Transportgenehmigungen bei der Straßenverkehrsbehörde zu erwirken. Soldaten der US-Armee luden die Panzerhaubitzen vom Typ M 109 am Donnerstag auf dem Autobahnrastplatz um. Dabei unterstützte eine Streife des Verkehrsüberwachungsdienstes und beriet die Fernfahrer, wie die Ladung auf den Aufliegern positioniert und gesichert werden könne. Anschließend wurden die Gespanne erneut gewogen und ihnen nach Abschluss aller Maßnahmen die Freigabe zur Weiterfahrt erteilt.

BAB 4, Görlitz – Dresden, Parkplatz Rödertal

11.01.2018, gegen 18:00 Uhr

Am Donnerstagabend kam das Unternehmen noch auf der Zielgeraden jedoch für einen kurzen Moment ins Stocken, als den Beamten auffiel, dass der Unternehmer sie „über´s Ohr“ zu hauen versuchte. Während der Umladearbeiten an der Rastanlage Oberlausitz war ein Fernfahrer mit seiner Sattelzugmaschine (erlaubterweise) davongefahren. Nun hatte der Spediteur jedoch ein Problem, denn die beladenen Gespanne standen abfahrbereit in den Startlöchern, doch zu den insgesamt sechs Tiefladern standen nunmehr nur noch fünf geeignete Sattelzugmaschinen zu Verfügung.

Der Unternehmer griff zu einem so nicht zulässigen Trick. Er ließ eines der freigegebenen Gespanne bis zum etwa 20 Kilometer entfernten Parkplatz Rödertal bei Ohorn vorfahren. Dort sattelte der Fernfahrer den Auflieger mitsamt der Panzerhaubitze ab und fuhr ohne diese zur Rastanlage Oberlausitz zurück. Hier meldete er sich bei den Polizisten als das sechste, noch fehlende Zugfahrzeug.

Dieses Vorgehen ist jedoch nicht zulässig, denn bei genehmigungspflichtigen Großraum- und Schwerlasttransporten bilden die Ladung und das Fahrzeug samt seiner Zugmaschine eine zusammengehörige Einheit. Dieser Verbund darf auch mit Blick auf die bereits erteilte Transportgenehmigung nicht ohne weiteres verändert werden.

Zeitgleich entdeckte eine Streife der Autobahnpolizei den bei Ohorn zurückgelassenen Auflieger mit dem geladenen Panzer und informierte die Streife des Überwachungsdienstes. Um zu verhindern, dass ein nicht zulässiges Zugfahrzeug den Auflieger aufsatteln und davonfahren würde, sicherten die Polizisten die Ladung und das Fahrzeug mit einer massiven Kette vor unbefugter Inbetriebnahme.

Dem Spediteur lasen die Beamten die Leviten, denn er hatte versucht, die ihm helfend zur Seite stehenden Beamten hinters Licht zu führen – und dabei erneut die Weiterfahrt des Transports aufs Spiel gesetzt. Ob das Handeln ebenfalls als Ordnungswidrigkeit zu werten ist, wird die Bußgeldstelle der Landesdirektion zu entscheiden haben.

Der zwischenzeitlich entschwundene Fernfahrer kam im Laufe des späten Abends zur Rastanlage Oberlausitz zurück, wo er seinen zugehörigen und abfahrbereit stehenden Auflieger aufsattelte und zusammen mit den fünf übrigen Gespannen die Weiterreise antrat.

Abschließend betrachtet gehörte dieser Schwerlasttransport aus Sicht der Polizei sicherlich zu den negativen Erlebnissen im grenzüberschreitenden Transportgewerbe und wird den eingesetzten Beamten auch aufgrund seiner Komplexität im Gedächtnis bleiben. Über die rechtlichen Folgen für die Fernfahrer und den Unternehmer wird die Bußgeldstelle zu befinden haben. Bleibt zu hoffen, dass noch anstehende vergleichbare Transporte in Zukunft professioneller geplant und durchgeführt werden. (tk)

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