Petri-Dom in Bautzen wird wiedereröffnet

Der Petri-Dom in Bautzen wird wiedereröffnet. Bild: Deutsche Stiftung Denkmalschutz Am Samstag, den 14. November 2015 um 17.00 Uhr wird Deutschlands älteste Simultankirche, der Dom St. Petri in...

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Der Petri-Dom in Bautzen wird wiedereröffnet. Bild: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Am Samstag, den 14. November 2015 um 17.00 Uhr wird Deutschlands älteste Simultankirche, der Dom St. Petri in Bautzen, nach zweijähriger Innensanierung mit einem Ökumenischen Festgottesdienst feierlich wiedereröffnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte in den vergangenen drei Jahren nicht zuletzt dank ihrer treuhänderischen Baut zener Dom St. Petri-Stiftung und zweckgebundener Spenden über 37.000 Euro für die Restaurierung des Inventars, insbesondere des Sakramentsaltars im katholischen und des Epitaph Eckstädts im protestantischen Teil der Kirche, zur Verfügung.

Der Dom St. Petri in Bautzen zählt als spätgotische Hallenkirche des 15. Jahrhunderts zu den baukünstlerisch bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauten in Sachsen. Die Nutzung als Simultankirche begann 1524 und wurde 1543 vertraglich geregelt. Dabei wurde der Chor für den katholischen, das Langhaus für den evangelischen Gottesdienst festgelegt.

Nach der Gründung eines Kollegiatsstiftes St. Petri um 1217/1218 wurde ein Kirchenneubau begonnen, dessen stark südlich abgeknickter Chor am 24. Juni 1221 geweiht wurde. 1430 erhielt der Dom seine heutige Gestalt. Die ursprüngliche spätgotische Halle wurde 1456/1463 im Süden um ein viertes Schiff erweitert. Das Kircheninnere wurde nach einem Stadtbrand 1634 barockisiert. 1664 erhielt der einzige ausgeführte Turm seine barocke Haube, der zweite Turm blieb in den unteren Geschossen der Westfassade angelegt.

Im katholischen Chor wie im evangelischen Langhaus finden sich bedeutende Ausstattungsstücke, etwa der Hochaltar und das Kruzifix von Balthasar Permoser, beides aus dem Jahr 1713, bzw. der Abendmahlsaltar von 1640 und die Fürstenloge von 1674. Beide Konfessionen verfügen über ihre eigene Orgel, die jedoch klanglich aufeinander abgestimmt sind. Die „evangelische Orgel“ von 1910 ist eine der größten Instrumente der Werkstatt Eule Orgelbau Bautzen, die „katholische Orgel“ ist eine Arbeit der Firma Kohl aus Bautzen.
Das Epitaph des Christoph Vitzthum von Eckstädt wird auf 1688 datiert. Der Sakramentsaltar wurde ursprünglich für die katholische Sakristei gebaut und befand sich nach der letzten großen Domsanierung nach dem Zweiten Weltkrieg im katholischen Chorumgang. Nach der Restaurierung des 1783 von Jan Hajek geschaffenen Sakramentsaltars ist er wieder in der Sakristei zu bewundern.

Das heutige Erscheinungsbild des Hallenraums prägt maßgeblich die Instandsetzung der 1950er Jahre. Dabei wurde die zuletzt vorhandene historistische Raumfassung aus den 1880er Jahren aufgegeben und der Raum neu gestaltet. Nun soll das dabei gewonnene Raumbild nicht grundsätzlich infrage gestellt, aber hinsichtlich einiger Detaillösungen überprüft und gegebenenfalls modifiziert werden.

Bautzens Dom St. Petri ist eines von über 750 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Sachsen fördern konnte.

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