Rasanter Rennsport beim 11. Oberguriger Straßenpreis

Nach einem Jahr Pause nahm am vergangenen Sonntag der Radsportverein Bautzen gemeinsam mit der Gemeinde Obergurig einen neuen Anlauf zur Austragung des Oberguriger Straßenpreises. Die zahlreich geäußerten Wünsche...

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Nach einem Jahr Pause nahm am vergangenen Sonntag der Radsportverein Bautzen gemeinsam mit der Gemeinde Obergurig einen neuen Anlauf zur Austragung des Oberguriger Straßenpreises. Die zahlreich geäußerten Wünsche um Wiederaufnahme des landschaftlich wie streckentechnisch attraktiven Rennens in den sächsischen Wettkampfkalender waren nur ein Grund dafür. Leider wird den Organisatoren inzwischen die Durchführung durch ungewöhnliche und zum Teil auch sehr kurzfristige Auflagen nicht leichter gemacht. Dennoch gelang es mit Hilfe der Gemeinde, der ansässigen Freiwilligen Feuerwehr, zahlreicher Helfern sowie treuer Sponsoren, die abwechslungsreiche, 7 km lange Rundstrecke zwischen Obergurig, Schwarznaußlitz und Singwitz herzurichten. So konnten pünktlich um 9:00 Uhr die Lizenzfahrer, zuerst die Senioren ab 40, ihr Rennen aufnehmen, in dem Silvio Hauschildt für die Gastgeber viele Akzente setzte. Leider erforderte ein Sturz dreier Fahrer in der vorletzten der sieben zu fahrenden Runden an einer unübersichtlichen Passage einen Rettungseinsatz, der ohne Rennabbruch nicht zu bewerkstelligen war. Die beiden Verletzten waren nach vier Tagen Klinikaufenthalt wieder zu Hause. Wir wünschen eine schnelle weitere Genesung.

Obergurig_Radrennen_2016

Nach einer Pause konnte die Strecke wieder freigegeben werden und der Renntag mit den Rennen der Jugend fortgesetzt werden. In der Klasse U17 war der RSV Bautzen mit zwei Fahrern vertreten. Vor allem Franz Wiedemann hielt sich bis zur letzten Runde in der Spitze auf und musste erst am letzten Anstieg ein wenig abreißen lassen, was ihm zum Schluss Rang zehn einbrachte. Titur Rehor fuhr ein Stückchen dahinter als 15. ins Ziel. Sieger wurde Hans Heidenheim (RSV Speiche) vor Constantin Lohse (RSV Chemnitz) und Yannick Runst (SC Remse). Ein stattliches Feld ging bei der Jugend U15 an den Start, hier jedoch ohne Beteiligung des Gastgebers. Aufs Podest fuhren Vadym Strotsky (Dresdener SC) vor Laurin Drescher (ESV Lok) Zwickau und René Schumann (SC DHfK Leipzig). In beiden Nachwuchsrennen waren ihres Jahrganges gemäß zugeordnet und haben sich gut präsentiert.

Johannes Heider sah lange Zeit wie der Sieger aus.
Johannes Heider sah lange Zeit wie der Sieger aus.

Gegen Mittag wurde das Hauptrennen der Eliteklassen A/B/C über 12 Runden gestartet, zeitversetzt begaben sich die Junioren U19 auf ihre 8 Runden. Unter letzteren befanden sich auch die beiden RSV-Fahrer und Richard Ullrich und Robby Hädicke. Das leider recht überschaubare Feld blieb bis zur Schlussrunde zusammen, bis sich an letzten Anstieg in Singwitz die Stärksten absetzen konnten. Marc Drees (Frankfurter RC 90 e. V.), Johannes Glameyer (RC Herzogenaurach) und Christian Berger (RSV AC Leipzig) hatten hierbei die schnellsten Beine, während die beiden Bautzener sich mit Platz 5 und 6 zufrieden geben mussten. Das Eliterennen wurde die meiste Zeit von einem Ausreißer bestimmt. Johannes Heider vom Team Ur-Krostitzer Giant gab bis zur vorletzten Runde den Ton an, hatte zwischenzeitlich fast zwei Minuten Vorsprung, musste sich eingangs der letzen Runde jedoch von einer sechsköpfigen Verfolgergruppe einfangen lassen. Auch hier hatte das Team aus Delitzsch mit drei Fahrern die Favoritenrolle inne, jedoch gelang es ihm nicht Kapital daraus zu schlagen. Über den Sieg freute sich schlussendlich Stefan Schäfer (Maloja Pushbikers), Zweiter wurde Immanuel Stark (Cyclingteam Sachsen) vor Sebastian Vogel (Team Isaac Torgau), der lange Zeit Führende Heider fuhr noch auf einen starken 4. Platz.

Junioren U19 bei der Siegerehrung.
Junioren U19 bei der Siegerehrung.

Im Anschluss an die Lizentrennen fand der dritte Lauf des Lausitzcups der Jedermänner und – frauen statt, welches mit insgesamt fast 100 Startern am stärksten besetzt war. Die Bautzener waren in verschiedenen Altersklassen zu siebt vertreten. In der Klasse U40 versuchte vor allem Frank Herwig im schnell gefahrenen Rennen Akzente zu setzen, wurde jedoch in der letzten der sieben Runden Opfer des einsetzenden Regens und musste nach einem Sturz alle Hoffnungen auf eine vordere Platzierung begraben. Norbert Herkner und Valentin Patzer platzierten sich im Mittelfeld, während Sven Holstein (Picardellics Velo Team Dresden) vor den beiden Fahrern vom Team DIE FAHRRADKETTE, Steffen Langer und Christian Sonnabend zum Sieg eilte. Der viertplatzierte Phillip Schweichler (Post SV Görlitz) verteidigte jedoch das gelbe Trikot des U40- Gesamtführenden im Lausitzcup. Gleichzeitig wurde dieser Wettkampf als sächsische Hochschulmeisterschaft ausgefahren. Schnellster Student wurde Phillip Schweichler vor Tino Pieczonka und Tobias Hess (beide TU Dresden). In der Klasse Ü40 verpasste der Bautzener Mario Graff als Vierter nur ganz knapp das Podest – hier durften sich Gilbert Gabriel (DIE FAHRRADKETTE) vor Marco Brußies (Radteam Seidel Luckenwalde) und Matthias Reinfried (Picardellics) feiern lassen, der auch das weiße Führungstrikot der Ü40 behielt. Beim separat ausgefahrenen Rennen den Ü50 über 4 Runden, setzte sich mit Klaus-Peter Dräger (RK 09 Endspurt Cottbus) einmal mehr ein bekanntes Gesicht im Endspurt einer Gruppe durch, knapp dahinter folgten ihm Michael Arnswald (DIE FAHRRADKETTE) und Andreas Meißner (Easy Tours Cycling Team). Die RSV-Fahrer Reinard Petzold und Rüdiger Hädicke sorgten als 11. und 13. noch für ein gutes Mannschaftsergebnis im Lausitzcup. Dräger baute mit seinem Sieg die Führung im Lausitzcup weiter aus.

Der Siegerer des Eliterennens Stefan Schäfer.
Der Siegerer des Eliterennens Stefan Schäfer.

Erfreulicherweise konnte in diesem Jahr auch ein Damenrennen über vier Runden ausgefahren werden, jedoch ohne Beteiligung des Gastgebers. Es wurde ein erwartet enger Schlagabtausch zwischen den Dresdener Teams Picardelics Velo Team und DSC 1898, die auch die ersten fünf Plätze unter sich ausmachten. Leider gab es Unstimmigkeiten bei der Bestimmung der Drittplatzierten, was jedoch der Freude der Siegerin Stephanie Hermann (DSC) und der Zweitplatzierten Franziska Reinfried (Picardellics) keinen Abbruch tat. Hier bleibt Sandra Reinfried die Führende im Lausitzcup. Zum Abschluss wurde wieder die Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade auf einer verkürzten Runde für alle sportlich ambitionierten Kinder und Schüler des Landkreises von der U9 bis zur U15 ausgetragen. Der Spaß stand hierbei im Vordergrund, dennoch gaben auch die Jüngsten ihr Bestes und kämpften um jede Sekunde. Für den Nachwuchs des RSV Bautzen bot sich hier eine Gelegenheit, Wettkampfluft zu schnuppern. Für Konstantin Pistrujew (U13) sprang dabei ein Sieg heraus während sich Lisa Graff (U11), Johann Müller (U13) und Anna Graff (U15) jeweils über Silber und Thorben Thaul (U15) über Bronze freuen konnten. Trotz kleinerer Unstimmigkeiten war es ein insgesamt gelungenes Comeback des Oberguriger Straßenpreises, zu dessen Gelingen auch das wohlwollende Interesse und die Disziplin der allermeisten Anwohner der Gemeinde beitrug.

Text+ Bilder: Michael Nuck und Peter Hirsch

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