Sänger IC Falkenberg: "Mein Privatleben ist kein Allgemeingut!"

Sänger IC Falkenberg gehörte zu den bekanntesten Rocksängern in der DDR und feiert auch heute noch Erfolge mit seiner Musik. Foto: PR Der Sänger IC Falkenberg gehörte schon...

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Falkenberg gehörte in der DDR zu den bekanntesten Rocksängern in der DDR und feiert auch heute noch Erfolge mit seiner Musik.  Foto: PR
Sänger IC Falkenberg gehörte zu den bekanntesten Rocksängern in der DDR und feiert auch heute noch Erfolge mit seiner Musik. Foto: PR

Der Sänger IC Falkenberg gehörte schon in der DDR zu den bekanntesten Künstlern des Landes. Auch heute noch ist er gut im Geschäft. Dem Bautzener Boten hat der gebürtige Hallenser erzählt, warum er sein Privatleben nie öffentlich macht, weshalb er sich für ein Kinderhospiz engagiert und welche Projekte bei ihm aktuell anstehen.

Am 15. September startet die erste Rocky Horror Show in der Staatsoperette Dresden, die eins Ihrer aktuellen Projekte ist. Was hat es damit auf sich?
Die Premiere war ja schon am 22.06.2012. Ich singe den Eddie, eine kleine aber feine Rolle in diesem wundervoll schrägen Stück. Im Film „The Rocky Horror Picture Show“ von 1975 wurde diese Rolle mit Meat Loaf besetzt.

Ihr Terminkalender scheint ziemlich voll zu sein. Wie viele Konzerte geben Sie so im Jahr?

Bis zu achtzigmal stehe ich im Jahr auf der Bühne.

Wie alt sind Ihre Fans heute im Durchschnitt?

Meine Konzerte werden von Menschen ganz unterschiedlichen Alters besucht.

Ihre aktuelle Platte ist ein Konzeptalbum. Sie verweigern sich damit dem Trend, einzelne Titel aus dem Internet runterzuladen. Ist das als Statement zu verstehen? Wenn ja, als welches?

Nein, das ist kein Statement zum Thema Downloads.

Zur Zeit steht der 52-Jährige in der "Rocky Horror Picture Show" in der Dresdner Staatsoperette auf der Bühne. Foto: PR
Zur Zeit steht der 52-Jährige in der „Rocky Horror Show“ in der Dresdner Staatsoperette auf der Bühne. Foto: PR

Das Album trägt den Titel “Freiheit”. Das Thema zieht sich quasi durch jeden Song. Wie definieren Sie Freiheit für sich?

Freiheit ist für mich die Möglichkeit der Veränderung und immer auch die der Anderen.

Sie sind vor kurzem nach 30 Jahren in Ihre einstige Heimatstadt Halle/Saale zurückgezogen. Haben Sie sich schon (wieder) eingelebt?

Ja, mir geht es gut, hier in Halle. Nach dreißig Jahren Berlin kann das ja keine Rückkehr sein, sondern mehr ein Entdecken und das ist spannend.

Zurück zum Thema Musik – mehr oder weniger: Wir werden ja aktuell wieder von einer großen Welle an Castingshows überschwemmt. Schauen Sie ab und zu mal rein?

Ich sehe nicht fern, habe auch keinen Anschluss. Trotzdem geht es an mir natürlich nicht vorbei. Manchmal im Hotel zappe ich mich durch die Programme und fühle mich dann immer wieder bestätigt.

 Was halten Sie von solchen Shows?

Nichts.

Mal angenommen, Sie wären heute Anfang 20. Wäre so eine Art Show eine Option für Sie?

 Nein.

 Man hat den Eindruck, als sei es für junge Künstler heutzutage immer schwieriger, sich aus einem Überangebot an Solo-Sängern und Bands hervorzutun und erfolgreich zu werden als noch vor 20 oder 30 Jahren. Ist das wirklich so?

 Es war zu keiner Zeit leicht, doch in diesem „von allem zu viel“ von heute, geht das wirklich Interessante leider viel zu oft unter.

Inzwischen verkaufen sich sogar erfolgreiche Musiker oft auch über ihr Privatleben. Von Ihnen hat man in dieser Richtung noch nie was in der Bildzeitung gelesen. Ich nehme an, dass ist Absicht?

Ich möchte als Künstler an meiner Arbeit gemessen werden. Mein Privatleben, das meiner Familie und Freunde ist kein Allgemeingut.

Nach 30 Jahren Berlin ist der Sänger, der öffentlich nie über sein Privatleben spricht, wieder in seine Heimatstadt Halle/Saale gezogen. Foto: PR
Nach 30 Jahren Berlin ist der Sänger, der öffentlich nie über sein Privatleben spricht, wieder in seine Heimatstadt Halle/Saale gezogen. Foto: PR

Ist die Versuchung nicht manchmal groß, ein neues Album auch über eine nette private Story zum Beispiel in der SuperIllu zu promoten?

Nein.

Bei vielen Ihrer Kollegen ist der große Erfolg nach der Wende ausgeblieben. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

 Am Anfang war es für mich gar nicht so schwierig, das kam erst etwas später. Es gibt immer gute und schlechte Jahre. Mit der Wende hatte das bei mir, so glaube ich, weniger zu tun.

Gab es da auch mal Durststrecken, während denen Sie nicht so richtig wussten, wie es weitergeht?

 Natürlich, die gibt es immer mal wieder. Dieses Gefühl kennen doch alle, nicht nur die Freiberufler.

Sind Sie heute noch mit “alten” Kollegen aus dem Osten” befreundet bzw. haben Sie ab und zu mal mit dem einen oder anderen Kontakt?

 Man sieht, hört oder liest sich natürlich immer mal wieder und dann ist das auch schön.

An welchen Projekten arbeiten Sie zur Zeit?

Im Moment arbeite ich an zwei Videos zu Songs vom aktuellen Album.

 Schauspieler haben oft eine Traumrolle, die sie gern mal spielen würden. Gibt es nach so vielen Jahren im Musikgeschäft noch einen großen Traum, den Sie sich gern erfüllen möchten?

Mein Kindheitstraum war es, Musiker zu werden. Ich lebe also täglich meinen Traum.

Sie engagieren sich für ein Kinderhospiz. Wie kam der Kontakt zustande und was machen Sie da genau?

 Das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz fragte mich vor Jahren, ob ich mir vorstellen könnte einer ihrer offizieller Botschafter zu sein. Ich habe mich dann über alles informiert und mich entschieden das zu tun. Es ist für mich immer schon selbstverständlich gewesen, meine Popularität helfend einzusetzen, wenn ich davon überzeugt bin.

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