Sanierungsarbeiten am Reichenturm

Der Reichenturm, Bautzens „Schiefer“, wies 25 Jahre nach der letzten Sanierung Verschleiß- und Abwitterungsschäden auf, die nun zwingend beseitigt werden müssen. Außerdem soll der Putz des Turmes so...

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Der Reichenturm, Bautzens „Schiefer“, wies 25 Jahre nach der letzten Sanierung Verschleiß- und Abwitterungsschäden auf, die nun zwingend beseitigt werden müssen. Außerdem soll der Putz des Turmes so angestrichen werden, wie es seitens der Denkmalpflege bereits in den 50er Jahren empfohlen wurde. Durch umfangreiche Begehungen, Begutachtungen und Abstimmungen mit den Verantwortlichen der Stadt wurde vom Planungsbüro eine umfangreiche und auf akribischen Detailuntersuchungen beruhende Planungsunterlage eingereicht.

Folgende Leistungen sollen ausgeführt werden:

– vollständige Einrüstung des Turmes

– Instandsetzungsarbeiten am Mauerwerk und am Putz (Putzreparaturen)

– komplette Erneuerung der Holzbalkendecke in der obersten Ebene der Turmhaube

– Erneuerung der Dielung über der Aussichtsebene

– Zugang von Steigleiter und Durchgänge Pendel sowie Regenwasserableitung

– Schaffung einer ungehinderten Durchlüftung der Turmhaube

– an der Natursteinhaube sind Risse, lockere Fugen und stark verrostete Stahlbauteile auszutauschen.

– Ausführung aller Verblechungen mit Walzblei, hier soll die komplett geputzte Haube verbleit werden, gleichzeitig auch kleinere Sims und Vorsprünge oder Vouten. Die Ableitung von Regen- und Schmelzwasser soll geführt erfolgen. Dazu werden Regenrohrleitungen innerhalb der Turmhaube bis zur Anbindung der Wasserableitung aus der Türmerstube verlegt.

– Austausch der 4 verrotteten Rundfenster in den Gauben der Turmhaube

– teilweise Instandsetzung der Anstriche der sonstigen Fenster

– Einbau einer neuen Steigleiter mit Mittelholm von der Aussichtsplattform entsprechend den aktuellen Vorschriften der Unfallkasse

– Leerrohr für Pendelführung im Zusammenhang mit der Leiter

– Nachrüstungen/Reparaturen an den Aussichtsgeländern (leichteres Anbringen der beleuchteten Sterne für den Weihnachtsmarkt)

– vollflächiger Anstrich des Turmschaftes bis in Höhe der Türmerstube

– Erneuerung der Wasserableitung aus der Türmerstube

– Schaffung eines separaten Stromanschlusses in der Turmhaube

– Ergänzung, partielle Erneuerung der Blitzschutzanlage

Ablauf und Kosten
Wegen des Stadtfestes „Bautzener Frühling“ wurde der Baustart auf die ersten Juniwochen festgelegt. Bis zum Beginn des Wenzelsmarktes im November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Es wird von Gesamtkosten in Höhe von 382.860 € ausgegangen. Fördermittel sind im Rahmen der Städtebauförderung von der Sächsischen Aufbaubank in Höhe von 161.160 € beschieden. Die Förderung für den Reichenturm erfolgt aus dem Bund- Länder- Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Zur weiteren Deckung der nicht förderfähigen Kosten und des städtischen Eigenanteils stehen weitere finanzielle Mittel aus dem Altstadtkonto in Höhe von 102.000 Euro zur Verfügung.

Dieses Altstadtkonto wurde als Spendenkonto 1990 durch eine Initiative von Bürgerinnen und Bürgern zum Erhalt und zur Wiederherstellung der alten Bausubstanz eingerichtet. Am 24.11.1993 beschloss der Stadtrat die Weiterführung dieses Kontos und die Zweckbindung der Spenden für die Finanzierung von Bau- und Gestaltungsmaßnahmen an historisch, städtebaulich oder aus sonstigen Gründen erhaltenswerten Gebäuden und Ensembles des Sanierungsgebietes.
BZ_Reichenturm-nachts
Bautzens „Schiefer“
Der Reichenturm zählt zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt und prägt das mittelalterliche Stadtbild besonders stark. Beim Ausbau der inneren Stadtbefestigung im 14./15. Jahrhundert entstand 1490/92 der untere Teil des Turmes. Im jetzigen Erscheinungsbild wurde er 1715/18 mit dem steinernen Barockaufsatz nach einem Entwurf von Johann Christoph Naumann errichtet. Zuvor hatte der „Schiefe“ eine hölzerne Haube, die jedoch mehrfach erneuert werden musste und letztlich einem Feuer zum Opfer fiel. Später stellte sich heraus, dass die Gründung für das jetzige Gewicht des Turmes zu gering war. 1953/54 erfuhr der 3.200 Tonnen schwere Turm eine Fundamentbefestigung, da er nur 80 cm tief begründet war und der sich verstärkenden Neigung von 1,41 m Einhalt geboten werden musste.

Nach der Wende erfolgte in den Jahren 1992 und 93 eine dringend notwendige umfassende Sanierung des Turmes. Es erfolgte eine vollständige Einrüstung des Turmes. Der Außenputz wurde in allen Bereichen komplett erneuert und Rissbereiche injiziert. Im Bereich des Aufsatzes erfolgten umfangreiche Arbeiten. Die 4 Sandsteinwappen erhielten spezielle Stahlverankerungen und wurden nach historischen Vorgaben farblich behandelt.

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