Vortrag zur Geschichte der Bautzener Glaserinnung

Einsatz der Bautzener Glaser nach einer Explosion im Sprengstoffwerk Gnaschwitz. 1949. Glasbau Gerber – Bau- und Kunstglaserei, Bautzen Bautzen. Aktuell zeigt das Museum Bautzen die Sonderausstellung „Faszination Glas...

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Einsatz der Bautzener Glaser nach einer Explosion im Sprengstoffwerk Gnaschwitz. 1949. Glasbau Gerber – Bau- und Kunstglaserei, Bautzen
Einsatz der Bautzener Glaser nach einer Explosion im Sprengstoffwerk Gnaschwitz. 1949. Glasbau Gerber – Bau- und Kunstglaserei, Bautzen

Bautzen. Aktuell zeigt das Museum Bautzen die Sonderausstellung „Faszination Glas – Richard Wilhelm – Glasgestaltung zwischen Tradition und Moderne“. Begleitend lädt das Museum am Donnerstag, dem 26. April 2012, um 19.00 Uhr zu einem Vortrag mit dem Titel “Es pflegen aber die Glaser neben Fenstern noch andere Dinge zu machen – Zur Geschichte der Bautzener Glaserinnung und der Familie Wilhelm“ ein. Anhand von umfangreichem Bildmaterial berichtet Museologe Hagen Schulz von der Entwicklung und Organisation des Bautzener Glaserhandwerks bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts und stellt einige Mitglieder der Glaserfamilie Wilhelm vor.

Wie keine andere Handwerkerfamilie prägte die Familie Wilhelm die Geschichte des Glasergewerbes in der Stadt. Von 1688 bis 1958 sind ohne Unterbrechung in acht Generationen siebzehn Glasermeister der Familie in Bautzen tätig. 1852 tragen von den sieben Meistern der Glaserinnung fünf den Familiennamen Wilhelm. Aus gesundheitlichen Gründen musste der letzte Meister der Familie 1958 die Werkstatt in der Wendischen Straße 16 schließen. Als freischaffender Diplom-Glasgestalter führt Richard Wilhelm die Berufstradition seiner Familie bis in die Gegenwart fort.

Die Glaserinnung zu Bautzen wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gegründet. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts gewannen Kunstverglasungen und die Rahmung von Bildern für die Glaser an Bedeutung. Viele Meister handelten in ihren Werkstätten zudem mit Glaswaren und Spiegeln. Im Industriezeitalter profitierten sie von dem allgemeinen Aufschwung. 1927 erfolgte die Bildung der „Glaser-Zwangs-Innung zu Bautzen und Umgebung“ mit vierzehn Mitgliedern. Die Glasereien boten ihren Kunden nun auch den Schliff von Flach- und Hohlglas oder das Einsetzen von Autoscheiben an. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beteiligten sich die Glaser am Wiederaufbau der Stadt. Bis in die 1950er Jahre blieb die Bauverglasung der Schwerpunkt ihrer Arbeit.

www.museum-bautzen.de

Bildmaterial: Einsatz der Bautzener Glaser nach einer Explosion im Sprengstoffwerk Gnaschwitz. 1949. Glasbau Gerber – Bau- und Kunstglaserei, Bautzen

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