Weiter großes Interesse an Stadt- und Regionalgeschichte

Foto: Pressestelle Bautzen Das Interesse an der Historie von Bautzen und umliegenden Gemeinden ist nach wie vor groß. Dieses Fazit zog die Leiterin des Archivverbundes von Staatsfilialarchiv und...

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Foto: Pressestelle Bautzen
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Das Interesse an der Historie von Bautzen und umliegenden Gemeinden ist nach wie vor groß. Dieses Fazit zog die Leiterin des Archivverbundes von Staatsfilialarchiv und Stadtarchiv, Grit Richter-Laugwitz, mit Blick auf die Nutzerzahlen des Jahres 2012. Zur persönlichen Benutzung in den Archivverbund kamen demnach 285 Benutzer, die sechs Plätze im Lesesaal waren mit 97 Prozent nahezu komplett ausgelastet. Damit ist die Zahl der Benutzer gegenüber den Spitzenwerten in den Vorjahren zwar gesunken, die Auslastung des Lesesaals hat im Jahr 2012 einen Normalzustand erreicht.

Neben der Recherche vor Ort nimmt auch die Bearbeitung schriftlicher Anfragen weiter zu: Die Anzahl hat sich mit 384 gegenüber 2011 (329) nochmals deutlich erhöht. Dabei fallen beim Stadtarchiv (216) inzwischen deutlich mehr Anfragen an als beim Staatsfilialarchiv (161), was auf einem ähnlich hohen Niveau wie die Vorjahre eine konstante Nachfrage verzeichnet. Die Erhöhung der Anfragen beim Stadtarchiv ist auf die geänderten Regelungen durch das Personenstandsrechtsreformgesetz zurückzuführen, das seit 2009 regelt, dass Personenstandsunterlagen beim Standesamt nicht mehr unbegrenzt geführt werden, sondern nach festgelegten Fristen an die zuständigen kommunalen Archive abzugeben sind. Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach Personenstandsurkunden durch private Nutzer, aber auch durch Erbenermittler und amtliche Nutzer stark gestiegen. Von 216 Anfragen im Stadtarchiv kam mit 136 Anfragen über die Hälfte auf diese Ermittlungen, gegenüber 2010 und 2011 ein starker Anstieg.

Für die persönlichen Benutzer und zur Bearbeitung der schriftlichen Anfragen wurden insgesamt 5.385 Archivalien ausgehoben und wieder reponiert. Das sind deutlich mehr als 2011, auch hier ist die starke Nachfrage nach den Personenstandsunterlagen bzw. auch die intensivere thematische Recherche die Ursachen.  Auf Antrag wurden für die Benutzer und für die Anfragenden insgesamt 4.109 Reproduktionen angefertigt – mehr als im Jahr 2011.

Neben der Betreuung von Anfragen gehört die Bearbeitung des Archivbestandes zu den Aufgaben der Mitarbeiter des Archivverbundes. Im Stadtarchiv wurden 2012 insgesamt rund 5000 Akten erschlossen, die zusammen fast 93 laufende Meter ausmachen. Mit rund 1.800 Akten bzw. 46 laufenden Metern handelte es sich vor allem um Akten des 19. und 20. Jahrhunderts aus der Kämmerei. Hinzu kommen Ratsprotokolle von 1623 bis 1832 und die Unterlagen der Stadtverordnetenversammlung von 1832 bis 1945. Weitere rund 17 Meter machten die Akten der früheren Abteilung Denkmalpflege der Stadtverwaltung aus, die nun erfasst wurden. Die öffentliche Nutzung dieser Akten ist allerdings erst nach Ablauf der gesetzlich geregelten Schutzfrist von 30 Jahren möglich. Im Bereich des Staatsfilialarchivs – zuständig u.a. für das Archivgut der staatlichen Behörden der Oberlausitz bis 1945/52 – wurden 2012 rund 20 Meter Akten erschlossen. Für den Bereich der Überlieferung der Landstände konnten 361 Urkunden bearbeitet werden.  

Auch im vergangenen Jahr wurden wieder zahlreiche Archivgüter von Privatpersonen oder aus anderen Stellen übernommen. Dazu zählen unter anderem Dokumente des Kunstvereins Bautzen, aber auch diverse Fotos, Lithographien und Radierungen. Zu den Sternstunden im vergangenen Jahr zählte der Ankauf der Techell-Chronik durch die Volksbank Bautzen e.G., die als Dauerleihgabe an Stadtarchiv gegeben wurde. Weitere erfolgreiche Arbeitsschwerpunkte im Jahr 2012 waren das 20-jährige Jubiläum der Bautzener Stadtsanierung, das mit einer Publikation, einem Jahreskalender und einer Ausstellung begangen wurde sowie die Veranstaltungsreihe der Einrichtung, deren Vorträge rund 350 Besucher anzogen.

Mehr Infos unter:  www.archivverbund-bautzen.de

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