Weiterer Schritt zum Lauencenter

Bürger begehren auf, städtebaulicher Vertrag passierte den Stadtrat. So man nicht Einwohner Bautzens ist, darf man nicht im Bautzener Stadtrat sprechen. Diese Erfahrung machte Marion Nawroth von der...

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Bürger begehren auf, städtebaulicher Vertrag passierte den Stadtrat.

So man nicht Einwohner Bautzens ist, darf man nicht im Bautzener Stadtrat sprechen. Diese Erfahrung machte Marion Nawroth von der Bürgerinitiative LauenPark in der letzten Stadtratssitzung. So gab sie ihr Wort und ihren Text weiter und ließ ihre Einwände gegen das Lauencenter verlesen. Von der Sorge um das historisch einmalige Stadtbild war da die Rede, von der Entsorgung fünf bedeutender Denkmäler der Stadt, aber auch von rückgängiger Kaufkraft und der Forderung nach der Festschreibung des Sortimentes im neuen Einkaufscenter.
Die Initiative LauenPark wirbt für „einen Mehrgenerationenwohnpark mit einer attraktiven Ladenpassage a la Kunsthofpassagen in Dresden“ und für den „Erhalt des natürlich gewachsenen Stadtbildes am Lauengraben gemäß geltender Erhaltungs- und Gestaltungssatzung.“ (PM der Initiative) Gefordert werden ein Ideen- und Stadtplanungswettbewerb sowie eine aktive und konkrete Mitgestaltung im Planungsgeschehen für die Bürger. Die Initiatoren veranstalten an jedem 1. Sonntag im Monat von 10 bis 15 Uhr einen Informationstag mit Menschenkette zum Schutz der Häuser um 5 vor 12.
Eine zündende Rede für die Verwirklichung des Projektes hielt Stadtrat Claus Gruhl von den Grünen. Er betonte, dass es für den Bau des Lauencenters keine wirkliche Alternative gäbe. Außerdem hätten alle betroffenen Eigentümer Optionsverträge mit dem Investor unterschrieben. Gruhl sieht eine Stärkung Bautzens innerhalb des Oberlausitzer Sechsstädtebundes. Er plädierte ausdrücklich für eine moderne Architektur des Einkaufscenters.
Hellhörig wurden die Gäste in den Besucherreihen, als es um die Festschreibung des Ausschlusses der Branchen „Spielhalle“ und „Erotikshop“ ging. Diese könnte nicht geleistet werden, da mit einem solchen Ausschluss das Konzept des Investors nicht mehr tragfähig wäre, war die Antwort des Oberbürgermeisters. Christian Schramm betonte jedoch sein Vertrauen in den Investor, das Begehren der Bürger gegen solche Läden ernst zu nehmen und sich schlussendlich dementsprechend zu verhalten.
Mit dem Austritt einer Stadträtin aus der Abstimmung wegen Befangenheit und drei Enthaltungen ging der städtebauliche Vertrag unter den Augen der Investoren am Ende doch ziemlich geräuschlos durch den Stadtrat. Angeregt wurde von den Stadträten eine neue Namensgebung für das Einkaufscenter und die Festschreibung der Prüfung, ob die bauliche Eingliederung des Gebäudes der Goschwitzstr. 9 in das Projekt Lauencenter möglich ist. Oberbürgermeister Christian Schramm rief dazu auf, die Vorhaben von Investoren nicht zu dämonisieren. „Nach meinem Empfinden bemüht sich der Investor, Lösungen zu finden“, sagte Schramm mit Blick auf den Denkmalschutz.

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