Windschatten

Windschatten Von fleißigen Seglern und versteckten Winden Es ist still. Die Stadt ist nicht weit weg, und dennoch ist es still. Sie fühlt sich gut an, diese Stille....

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Windschatten

Von fleißigen Seglern und versteckten Winden

Es ist still. Die Stadt ist nicht weit weg, und dennoch ist es still. Sie fühlt sich gut an, diese Stille. Tief und auch ein bisschen schwer. Schwer wie der Sommer, der heiß über dem See liegt. Schwer, wie die undurchsichtigen Wasser, in die meine Hand eintauchen kann, wenn eine kräftige Böe die „Nordwind“ auf die Seite drückt.

Seit einer Stunde kreuzen wir auf dem Bautzener Stausee. Wir, das sind der Vorsitzende des Bautzener Segelclub e.V., Karl-Heinz Mowka, sein kleines Kajütboot „Nordwind“ und ich. Nach meinem Besuch bei den kleinen Seglern während ihres Trainingslagers vor einigen Wochen (BB vom 18.06.) ist es mein erster richtiger Törn. Zwar lässt uns der Wind ein wenig im Stich, kommt mal von hier und mal von da oder versteckt sich hinter den Kirchtürmen am Ufer. Doch ab und an nimmt die „Nordwind“ Fahrt auf und schiebt sich kräftig durch das trübe Wasser der Talsperre Bautzen, wie das Revier des Clubs auch genannt wird.

Karl-Heinz Mowka steht dem Verein seit vier Jahren vor. Viel haben er und die Mitglieder erreicht. „ Einsatz zeigen sie unentwegt, ohne dass man jemanden betteln muss“, lobt Mowka die Vereinsmitglieder. Und wirklich, als wir auf dem Weg zum Boot waren, da wurden auf dem Gelände in Neumalsitz gerade der Rasen gemäht und die blütenbunten Rabatten an den Bungalows liebevoll gepflegt. Der Verein hat kürzlich ein Stück Land erworben und sein Gelände so vergrößern können. Auch hier wird gerade gearbeitet, um das neue Areal nutzbar zu machen. Und eine neue Seilwinde für die Boote wird es auch bald geben.

Es passiert also so einiges, im Bautzener Segelclub e.V. Und während ich darüber nachsinne, sitze ich am Bug der Nordwind und genieße noch etwas die Stille, die das viele Grün an den Ufern hier einzuschließen scheint. Karl-Heinz Mowka und sein Boot werden bald schon auf große Ostsee-Fahrt gehen. Dort werden die Törns sicher stürmischer, denn am oberen Ende Deutschlands treffen sie beide sicher auch mal auf den großen Namensvetter der kleinen Jolle: Den anregend rauen Nordwind.

 

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