Corona drängt Selbstständige zur Geschäftsaufgabe

Wie das Wirtschaftsinstitut DIW Berlin in einer Pressemitteilung veröffentlichte, entfaltet die COVID-19-Pandemie auch weiterhin negative Auswirkungen auf Selbstständige. Nach erheblichen Einkommensverlusten zu Beginn der Krise im Frühjahr 2020...

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Wie das Wirtschaftsinstitut DIW Berlin in einer Pressemitteilung veröffentlichte, entfaltet die COVID-19-Pandemie auch weiterhin negative Auswirkungen auf Selbstständige. Nach erheblichen Einkommensverlusten zu Beginn der Krise im Frühjahr 2020 sinkt seitdem unter den Selbstständigen die Möglichkeit oder die Bereitschaft, an dieser Erwerbsform festzuhalten. Im Vergleich zum Krisenvorjahr 2019, als rund 15 Prozent aller Selbstständigen aus dieser Erwerbsform ausschieden, erhöht sich im Frühjahr 2020 der Anteil derer, die die Selbstständigkeit hinter sich lassen, auf mehr als 25 Prozent. Dabei steigt vor allem auch der Anteil der vormals Selbstständigen deutlich, die ihr Geschäft aufgeben und in der Folge auch keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen.

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 stabilisiert sich indes für Männer die Wahrscheinlichkeit, selbstständig zu bleiben. Bei Frauen häufen sich dagegen weiterhin die Geschäftsaufgaben. Dies erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass selbstständige Frauen in den ersten Monaten der Pandemie branchenbedingt häufiger Einkommensverluste erlitten als selbstständige Männer. Damit entwickelt sich die COVID-19-Pandemie mehr und mehr zu einer Krise für selbstständige Frauen, die etwas mehr als ein Drittel aller Selbstständigen ausmachen. Dies wirkt sich letztlich nicht nur auf die betroffenen Selbstständigen selbst aus, sondern ebenso auf deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie auf diejenigen Wirtschaftszweige, die besonders von Selbstständigen abhängen wie das Gastgewerbe, der Handel oder auch das Beherbergungsgewerbe. Etwas allgemeiner stellt sich die Frage, inwieweit es sich eine Volkswirtschaft leisten kann, auf ein derart wichtiges Arbeitskräftepotential zu verzichten.

Quelle: DIW Berlin

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