Der große Hype um CBD-Öl – ist da was dran?

Die Cannabispflanze ist in erster Linie bekannt für ihre berauschende Wirkung, die auf den Inhaltstoff THC (Tetrahydrocannabinol) zurückzuführen ist. Doch die Pflanze hat noch viele weitere Inhaltsstoffe mit...

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Die Cannabispflanze ist in erster Linie bekannt für ihre berauschende Wirkung, die auf den Inhaltstoff THC (Tetrahydrocannabinol) zurückzuführen ist. Doch die Pflanze hat noch viele weitere Inhaltsstoffe mit einer positiven Wirkung. CBD (Cannabidiol) zählt zu den Hauptwirkstoffen. Er soll entkrampfend, schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Das Gute an diesem Wirkstoff ist: Er hat keine psychedelische Wirkung wie das THC. Deshalb ist CBD-Öl im Gegensatz zu THC-Öl ohne ärztliche Verordnung erhältlich. Produkte, die THC enthalten, fallen unter das Betäubungsmittelgesetz. Ein Rezept bekommen nur Patienten, die beispielsweise starke Schmerzen haben oder ein Nervenleiden.

Hanf – eine uralte Heilpflanze

Die Hanfpflanze haben die Menschen schon vor 5000 Jahren als Medizin genutzt, berichtet gkf-berlin.de. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Daraus lassen sich Fasern gewinnen, um Kleidung herzustellen, sie diente als Nahrungsmittel und als Brennstoff. Die sehr ertragreiche Nutzpflanze braucht nur sehr wenig Dünger oder Pflanzenschutzmittel.

Cannabis enthält zahlreiche Pflanzenstoffe, von denen rund 500 näher bekannt sind. Darunter sind Flavonoide, Phytocannabinoide und Terpene. Allein bei den Phytocannabinoiden konnten Wissenschaftler mehr als 100 verschiedene Stoffe identifizieren, darunter THC und CBD.

Die Gewinnung von CBD

Um es anwenden zu können, muss das CBD zunächst aus der Hanfpflanze durch Extraktion und Isolation gewonnen werden. Die Verfahren, um hochwertiges CBD-Öl zu gewinnen, sind kompliziert und kostspielig. Es ist auch möglich, reines CBD synthetisch im Labor herzustellen. Im Ergebnis gibt es CBD-Öl in sehr unterschiedlicher Qualität auf dem Markt. Dabei ist nicht immer klar, wie gut das angebotene Produkt ist. Manchmal ist nur der Preis sehr hoch, doch der Wirkstoffgehalt ist sehr niedrig oder das Öl insgesamt ist von schlechter Qualität. Es gibt auch einige schwarze Schafe unter den Anbietern, die CBD-Öl mit einem viel zu hohen THC-Gehalt anbieten. Gesetzlich erlaubt sind lediglich 0,2 Prozent. Auf der Webseite CBD-Öl-Test.com werden nur getestete CBD-Öle von guter Qualität empfohlen, die auch die gesetzlichen Bestimmungen einhalten.

Bereits erforschte Wirkmechanismen von Cannabidiol

CBD wirkt ähnlich wie Capsaicin stimulierend auf bestimmte Rezeptoren, was eine schmerzhemmende Wirkung haben kann. Die Cannabidiole wirken auch auf die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin und bringen diese ins Gleichgewicht. Es wirkt entzündungshemmend und ist ein wirkungsvoller Radikalfänger, der hilft, die Zellen zu schützen.

Wirkmechanismen, die wissenschaftlich noch nicht abschließend bewiesen sind

Das CBD soll noch weitere positive Wirkungen im menschlichen Körper haben. Diese Wirkungsmechanismen sind allerdings noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

So gibt es Hinweise, dass Cannabidiol blutdrucksenkend und antibakteriell wirken kann. Es hat in einzelnen Studien Übelkeit und Erbrechen während der Chemo-Therapie gelindert und konnte das Zellwachstum von Krebszellen und Tumoren hemmen. CBD konnte Schuppenflechte lindern, das Knochenwachstum fördern und das Immunsystem stärken. Cannabidiole könnten eine Diät unterstützen. Zudem wirken sie neuroprotektiv.

  • Ersten Forschungsergebnissen zufolge kann CBD die Behandlung von Epilepsie bei Kindern unterstützen und die Häufigkeit der Anfälle reduzieren.
  • Cannabinoide helfen bei Gelenkschmerzen, Kopf- und Menstruationsschmerzen. Sie kamen auch schon erfolgreich bei Fibromyalgie und Arthritis zum Einsatz.
  • CBD kann bei Hautproblemen eine lindernde Wirkung haben, beispielsweise bei Akne oder Neurodermitis.
  • Studien belegen, dass Cannabidiole Angsthormone bremsen. Es hilft nicht nur bei alltäglichen Ängsten, sondern kann sich auch bei Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen positiv auswirken.
  • CBD wirkt entspannend und kann so die Schlafqualität verbessern. Es soll sogar stressbedingte Probleme, beispielsweise Gereiztheit und Nervosität, vermindern.
  • In der Krebstherapie hilft es Patienten, die Nebenwirkungen der Chemotherapie erträglicher zu machen. Die Einnahme soll sogar ein schnelleres Absterben der Krebszellen zur Folge haben, Metastasen hemmen und laut einem Bericht auf 3sat.de das Tumorwachstum verlangsamen. Doch dazu fehlen noch weitere wissenschaftliche Studien.

Auch zu weiteren Wirkungsweisen fehlen noch fundierte wissenschaftliche Studien, um hier wirklich eine Aussage über dessen Wirksamkeit machen zu können. Der Wirkstoff, eigentlich die ganze Pflanze, ist noch lange nicht umfassend erforscht.

Nebeneffekte können ebenfalls auftreten

Die Anwendung von Cannabidiol kann auch unerwünschte Nebeneffekte zur Folge haben. Das haben Forscher in verschiedenen Studien ebenfalls festgestellt. Zu den Nebenwirkungen gehören: trockener Mund, Schläfrigkeit, Schwindel, Benommenheit. Diese Nebeneffekte sind teilweise bedingt durch die blutdrucksenkende Wirkung.

Cannabisprodukte in verschiedenen Darreichungsformen

Der Mensch kann Cannabidiol auf verschiedene Arten einnehmen. In Öl gelöst in Form von CBD-Öl, Cannabisöl oder sogenannte Vollspektrum-Öle sind die häufigsten. Dabei sind die im Handel erhältlichen Dosierungen und Zusammensetzungen teilweise sehr unterschiedlich. Neben den Ölen gibt es noch zahlreiche andere CBD-Produkte, beispielsweise in Tablettenform oder in Kosmetikprodukten, auch Liquids oder Tee mit Cannabidiol sind erhältlich. Da CBD-Öl keine toxische Wirkung hat, darf es längere Zeit eingenommen werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind zahlreich und die Beliebtheit wächst in den verschiedenen Ländern der Welt. In den USA gibt es beispielsweise CBD-Kaffee. In Hollywood können die Gäste verschiedener Bars CBD-Cocktails schlürfen. Es ist auch in Gummibärchen, Eis oder Massageölen enthalten.

Vollspektrum-CBD-Öl, Isolat – wo liegt der Unterschied?

Ein CBD-Isolat entsteht in einem anderen Herstellungsprozess als ein Vollspektrum-CBD-Öl. Das Isolat entsteht bei der CO2-Extraktion oder der Lösungsmittel-Extraktion. Während der beiden Herstellungsverfahren löst sich das CBD aus der Pflanze und bindet sich an einen Trägerstoff. Der Trägerstoff ist meist ein hochwertiges Pflanzenöl, beispielsweise Kokosöl. In diesen Ölen kann das CBD in unterschiedlichen Konzentrationen zwischen fünf und 20 Prozent enthalten sein.

Ein Vollspektrum-CBD-Öl entsteht durch Destillation. Dieses Verfahren ist sehr schonend für die übrigen, hochwertigen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze. Dabei sind hier meist auch geringe Mengen an THC in den fertigen Ölen enthalten. Die Mengen sind allerdings so gering, dass sie den gesetzlich erlaubten Höchstwert nicht übersteigen. Dabei ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass Vollspektrum-Präparate wirkungsvoller sind, weil sie alle Wirkstoffe der Cannabispflanze enthalten, also auch Terpene und Flavonoide.

Abbildung 1: Pixabay © nickype (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: Pixabay © erin_hinterland (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: Pixabay © rr_medicinals (CC0 Public Domain)

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