Die Renaissance des Elektroautos

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden in einigen Jahren aus unserem Straßenbild verschwunden sein. Es ist nicht das erste Mal, dass eine vorherrschende Antriebsart einer anderen weichen muss.Elektroautos spielen für...

315
315

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden in einigen Jahren aus unserem Straßenbild verschwunden sein. Es ist nicht das erste Mal, dass eine vorherrschende Antriebsart einer anderen weichen muss.

Elektroautos spielen für die individuelle Mobilität zukünftig eine wichtige Rolle. Einer der Pioniere der neuen Generation ist Tesla. Früh setzten sich die Ingenieure, darunter Elon Musk, in den Kopf, serienreife Elektroautos zu entwickeln. Heute ist der US-Autobauer eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Bei Anlegern scheiden sich die Geister: Soll man Tesla-Aktien kaufen oder verkaufen? Auf der einen Seite ist das Unternehmen sehr teuer, andererseits scheint noch viel Potenzial vorhanden zu sein. Übrigens, der eigentliche E-Auto-Pionier kam aus Schottland.

Die motorisierte Fortbewegung war schon mal elektrisch

Elektroautos gab es schon vor dem Verbrennungsmotor. Als der schottische Erfinder Robert Anderson in den 1830ern sein erstes Elektroauto erfand, gab es schon den Dampfwagen. Der Verbrenner kam erst fünf Jahrzehnte später.

Im Jahr 1835 wurden auch auf dem Festland, im niederländischen Groningen, Elektrofahrzeuge entwickelt. Deshalb ist es umstritten, ob Anderson der Erfinder des Elektroautos ist. Viele Quellen sehen das Jahr 1832 als Geburtsjahr des elektrischen Antriebes. Andere Forscher meinen, dass Anderson sein Auto erst 1839 vorstellte.

Das erste von einer größeren Öffentlichkeit anerkannte Elektromobil baute der Franzose Gustave Trouvé im Jahr 1881. Nur wenige Jahre später baute Carl Benz das erste Auto mit Verbrennungsmotor. Ein Problem des Elektroautos von damals begleitet uns bis in die Neuzeit: die geringe Reichweite. Dies dürfte ein Grund gewesen sein, dass sich Elektroantriebe langfristig nicht durchsetzen. So übernahm nach 1910 der Verbrennungsmotor die Vorherrschaft, sodass schon in den 1920ern kaum noch ein Elektrowagen auf der Straße zu finden war.

Erst in den 1990ern gab es wieder ernstzunehmende Studien, von denen es keine zu einer Serienreife schaffen. Der deutsche „Hotzenblitz“ wurde von 1993 bis 1996 in Suhl produziert. Die Serienfertigung scheiterte an der Finanzierung. Auch General Motors, Toyota und Daimler-Benz experimentierten mit Elektromotoren.

Tesla sorgt für eine Wende

Tesla wurde 2003 gegründet. Ziel war es seit der Gründung, einen kommerziellen Elektrowagen auf den Markt zu bringen. Von Anfang an dabei war Elon Musk, der 2008 den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm. Das Unternehmen revolutionierte den Automarkt und fand auch genügend Investoren, um zunächst 2008 den Roaster auf die Straße zu bringen. Er entstand noch in Zusammenarbeit mit AC Propulsion und Lotus. Der vollelektrische Sportwagen war jedoch nur der Anfang.

Ab 2012 kam mit dem Model S ein Wagen der Oberklasse auf den Markt, der bis heute Maßstäbe bei Fahrleistungen und Reichweiten setzt. Tesla sorgte mit eigenen Schnellladestationen dafür, dass die Fahrzeuge auch für die Langstrecke geeignet waren. Dies steigerte die Akzeptanz und die Nachfrage. Inzwischen bietet Tesla vier verschiedene Modelle an.

Es ist eines der Markenzeichen von Tesla-Chef Elon Musk, dass es Probleme nicht gibt. Diese Tatkraft hat Tesla zum führenden Autohersteller mit alternativen Antrieben und nebenbei zu einem der wertvollsten Unternehmen gemacht.

Die Mobilitätswende, die durch den Klimawandel notwendig wurde, hat nun auch andere Autohersteller zum Umdenken gezwungen. Viele große Konzerne stellen ihre Produktion auf Elektroautos um. Die Nachfrage steigt deutlich, nachdem langsam Ladenetze entstehen und die Reichweiten für die E-Autos zunehmen.

Was bedeutet das für Tesla-Anleger?

Analysten sind sich nicht einig. Auf der einen Seite sehen sie bei Tesla einen technologischen Vorteil von fast zehn Jahren. Andererseits weisen Experten darauf hin, dass die großen Konzerne ganz andere Stückzahlen produzieren können und der Entwicklungsrückstand schrumpfen wird. Der Wettbewerb könnte interessant werden, zumal in China ebenfalls einige Hersteller ehrgeizige Ziele haben.

In this article