Fristlose Kündigung – wie kann ich gegen sie vorgehen?

Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer sozusagen von der Ausbildung bis zur Rente in einem Betrieb beschäftigt waren, sind eigentlich vorbei. Diese moderne und schnelllebige Welt zeigt ihre Auswirkungen...

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Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer sozusagen von der Ausbildung bis zur Rente in einem Betrieb beschäftigt waren, sind eigentlich vorbei. Diese moderne und schnelllebige Welt zeigt ihre Auswirkungen auch in Unternehmen. So werden Mitarbeiter schnell gekündigt und teilweise kann man das Gefühl haben, dass Unternehmen quasi eine Drehtür für Arbeitnehmer haben. So hoch ist ihre Fluktuation. 

Es gibt verschiedene Arten von Kündigungen, darunter fällt auch die fristlose Kündigung. Insofern sie mit einer fristlosen Kündigung rechnen oder bereits eine fristlose Kündigung bekommen haben, sollten Sie diesen Artikel gut durchlesen. Hier erfahren Sie die wichtigsten Informationen zu diesem Thema und wie Sie schnell Hilfe bekommen können.

Was ist eine fristlose Kündigung?

Eine fristlose Kündigung bedeutet, dass Angestellte das Unternehmen sofort, das heißt ohne Kündigungsfrist, verlassen müssen. Eine fristlose Kündigung ist aus verschiedenen Gründen möglich:

Wenn ein Angestellter beispielsweise eine Mitarbeiterin sexuell belästigt, kann dies zu einer fristlosen Kündigung führen. Auch ein Diebstahl am Arbeitsplatz kann zu einer fristlosen Kündigung führen. Dabei ist es unerheblich wie hoch der Wert des gestohlenen Gegenstandes ist. Es kann sein, dass gestohlene Kugelschreiber bereits ausreichen und selbstverständlich teure Produkte zu dieser Vertragsbeendigung führen.

Es gibt einige Arbeitnehmer in diesem Land, die nicht aus ihrem Fehlverhalten lernen. Auch am nächsten Wochenende erscheinen sie angetrunken zur Arbeit oder können die anzüglichen Kommentare gegenüber Mitarbeiterinnen nicht sein lassen. Dies kann dazu führen, dass davon ausgegangen wird, dass eine Verhaltensänderung nicht eintreten wird. Auch das kann zu einer fristlosen Kündigung ohne Abmahnung führen.

Übrigens, Arbeitgeber müssen Arbeitnehmer innerhalb von zwei Wochen fristlos kündigen, nachdem der entsprechende Vorfall sich ereignet hat. Tut er das nicht, so ist anschließend nur noch die ordentliche Kündigung möglich.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass eine fristlose Kündigung das letzte Mittel sein darf. Vorab sollte versucht werden andere Lösungen zu finden. Zu diesen alternativen Lösungen zählen beispielsweise die Versetzung des Angestellten in einen anderen Bereich des Betriebs. 

Wenn beispielsweise ein Mitarbeiter des Verkaufs die Kolleginnen sexuell belästigt hat, dann kann es hilfreich sein, wenn er nicht mehr im Verkauf arbeitet, sondern z.B. in den  Bereich der Produktion

Selbstverständlich sollte mit dem genannten Arbeitnehmer ein Gespräch geführt werden, indem sehr deutlich darauf hingewiesen wird, dass das gezeigte Verhalten nicht geduldet werden kann. Auch ein Hinweis darauf, dass das Verhalten zu einer fristlosen Kündigung führen kann, ist in diesem Gespräch angebracht.

Schalten Sie sofort einen Anwalt ein

Deshalb sollten betroffene Personen direkt einen Fachanwalt für Arbeitsrecht mit der Prüfung der fristlosen Kündigung beauftragen. Erfahrene Anwälte können Ihren Fall individuell analysieren und aufzeigen, wie Sie  eine fristlose Kündigung anfechten können. Wer sich hingegen auf Hörensagen oder Internetrecherchen verlässt, läuft immer Gefahr, seine Untätigkeit am Ende zu bereuen.

Eine Kündigung ist niemals ein Grund zur Freude und kann unter Umständen die eigene Existenz gefährden oder aber andere Personen in Mitleidenschaft ziehen, wie z.B. Familienmitglieder. Untätigkeit wird jedoch doppelt bestraft, deshalb sollte man nach einer Kündigung sofort korrekt reagieren. Da das deutsche Recht so umfangreich und kompliziert ist, hat ein Laie in der Regel niemals die Möglichkeit um selbstständig eine juristische Entscheidung zu treffen, die ausreichend ist, um andere Rechtsexperten zu überzeugen.

Foto: pixabay.com

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