Neues Glücksspielgesetz in Schweden – wird Deutschland bald nachziehen?

Nicht nur in Schweden, sondern auch in Deutschland zählen Glücksspiele und Besuche in Online Casinos mit zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Wer dort um Echtgeld zocken will, muss sich...

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Nicht nur in Schweden, sondern auch in Deutschland zählen Glücksspiele und Besuche in Online Casinos mit zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Wer dort um Echtgeld zocken will, muss sich mit seinen persönlichen Daten registrieren. Die einzige bekannte Ausnahme dürfte sicherlich das lizenzierte Ninja Casino sein, bei dem auch ohne Anmeldung Auszahlungen möglich sind. Glücksspiele und auch die zuständigen Gesetze zählen allerdings in Europa nach wie vor noch zu einem umstrittenen Thema. In Schweden trat ein neues Glücksspielgesetz am 1. Januar 2019 in Kraft. Damit konnten die Anbieter von diesen Spielen nicht nur eine schwedische Lizenz beantragen, sondern auch die zahlreichen Online Casinos durch die Regulation profitieren. 

Ab 1944 unterlag das Monopol einem staatlichen Anbieter, um damit angeblich die Spielsucht möglichst gering zu halten. Allerdings konnte bis dahin auch kein entsprechender Spielerschutz gewährleistet werden, da ausländische Online Casinos bis Ende 2018 nicht vom Staat kontrolliert wurden. Mit dem neuen Gesetz und der 18 % Steuer für die Glücksspielanbieter kann der Staat jetzt mit Steuereinnahmen in Millionenhöhe rechnen. Dadurch kann wiederum auch ein verstärkter Verbraucherschutz angeboten und negative Auswirkungen begrenzt werden. In Schweden spielen etwa zwei Drittel aller Erwachsenen um Geld, in Deutschland gibt jeder durchschnittliche Erwachsene jährlich mind. 400 Euro für Glücksspiele aus.

Wie ist die rechtliche Situation in Deutschland?

Zumindest bis zum aktuellen Zeitpunkt ist die Rechtslage vom Glücksspielmarkt in Deutschland unklar, obwohl die Online Casino Branche doch schon seit Jahren ständig am Wachsen ist. Es gibt nach wie vor noch keine einheitlichen und bundesweite Normen für den gesamten Glücksspielmarkt und die von Schleswig-Holstein vergebenen Lizenzen sind bereits Ende 2018 abgelaufen. Eine Erneuerung steht bei der unklaren Rechtsreform noch nicht in Aussicht, bis jetzt sollen sie auch weiterhin als sogenannte Übergangslösung gültig sein. Hessen will 2020 sein eigenes Glücksspielgesetz herausbringen, wenn bis Jahresende keine Europa konforme Lösung gefunden wird. Dadurch soll der Druck auch auf andere Bundesländer erhöht werden, da der aktuelle Glücksspielvertrag vom Staat im Sommer 2021 die Gültigkeit verliert. 

Aufgrund der unklaren Rechtslage in Deutschland zählen Online Casinos, Zeitlotterien und auch private Sportwettenanbieter zu dem noch nicht regulierten Glücksspielmarkt, obwohl sie geduldet und auch öffentlich beworben werden, da sie über eine EU konforme Konzession verfügen. So wie die aktuelle Lage aussieht, wird es bis zum Ablauf vom staatlichen Glücksspielvertrag am 30. Juni 2021 keine großen Veränderungen in dieser Hinsicht geben. Fest steht auf jeden Fall, dass Schweden in Hinsicht auf das neue Glücksspielgesetz Deutschland um einiges voraus ist und in dieser Zeit von den Steuern in Millionenhöhe profitieren wird.

Fazit

Es bleibt abzuwarten, ob Deutschland dem Beispiel Schwedens folgen wird. Einem neuen Glücksspielstaatsvertrag müssen alle 16 Bundesländer zustimmen, die sich zumindest bis zum aktuellen Zeitpunkt darüber noch nicht einig sind. Dies ist auch mit der Grund, warum es noch keine klar geregelte Gesetzgebung für Glücksspiele in Deutschland gibt. Allerdings wird auch der Druck auf Politik und die einzelnen Bundesländer in dieser Hinsicht immer größer, so dass anzunehmend ist, dass der Glücksspielmarkt hoffentlich bald komplett neu reguliert wird. Der Aufwand für eine Vergabe von Konzessionen nach zustimmenden Bundesländern wäre viel zu hoch und die Nachfrage ist ständig am Steigen.

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