Strompreise steigen weiter

Die Strompreise im örtlichen Grundversorgungstarif sind im Januar 2021 im bundesweiten Durchschnitt auf ein Allzeithoch gestiegen. Mit 33,77 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ist Strom im Basistarif teurer als...

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Die Strompreise im örtlichen Grundversorgungstarif sind im Januar 2021 im bundesweiten Durchschnitt auf ein Allzeithoch gestiegen. Mit 33,77 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ist Strom im Basistarif teurer als jemals zuvor. In der Gas-Grundversorgung ist der Durchschnittspreis mit 7,54 Cent/kWh auf den höchsten Stand seit 12 Jahren geklettert. Das hat eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben.

Damit ist Deutschland Europameister: Leider nur bei den Strompreisen. Nirgendwo müssen Verbraucher mehr für Strom bezahlen. 2021 wird sich offenbar nichts am hohen Strompreisniveau für Privathaushalte ändern. Mehr als die Hälfte entfallen auf Abgaben und Steuern. Noch zur Jahrtausendwende lag der Strompreis in Deutschland gerade einmal bei 13,94 Cent pro Kilowattstunde.

Dabei sagte 2011 im Bundestag die Bundeskanzlerin Merkel (CDU): „Die Unternehmen genauso wie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden. Deshalb wollen wir die erneuerbaren Energien schneller zur Marktreife führen und effizienter gestalten. Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen; heute liegt sie bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Langfristig wollen wir die Kosten für die Vergütung des Stroms aus erneuerbaren Energien deutlich senken.“

Die Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Energiepolitik ist heute noch sehr empfehlenswert, denn Sie sagte zudem: „Alle, die zweifeln, wie wir als großes Industrieland in zehn Jahren ohne Kernenergie auskommen wollen, ohne gleichzeitig die Klimaschutzziele zu riskieren, ohne Arbeitsplätze in der energieintensiven Industrie zu gefährden, ohne das Steigen der Strompreise in das sozial nicht mehr Erträgliche in Kauf zu nehmen, ohne gefährliche Stromausfälle zu provozieren, ohne dass andere Länder um uns herum denselben Weg einschlagen, alle, die solche Fragen stellen, sind keine Ideologen, keine Ewiggestrigen, keine Spinner, denn sie stellen wichtige Fragen.“

Im Mai 2021 sprach das Handelsblatt bereits von „Merkels Strompreislüge und warnte vor der Deindutriealiserung Deutschlands.

Foto: pixabay.com

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