Urlaubsziele für Historiker: Geschichtsträchtige Orte in Europa

Manche Menschen fahren in den Urlaub, um sich zu entspannen. Andere zieht es auf der Suche nach Abenteuern in die Ferne. Und wieder andere möchten ihren Urlaub nutzen,...

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Manche Menschen fahren in den Urlaub, um sich zu entspannen. Andere zieht es auf der Suche nach Abenteuern in die Ferne. Und wieder andere möchten ihren Urlaub nutzen, um ihren Bildungshorizont ein wenig zu erweitern. Historische Bauten, archäologische Stätten und faszinierende Museen – davon gibt bei einer Griechenland Rundreise natürlich mehr als beim Strandurlaub auf Mallorca. In Europa gibt es zum Glück zahlreiche Orte, an denen die Geschichte der Zivilisation zum Leben erwacht. Dabei hat jedes Land eine eigene Geschichte zu bieten, die von der Steinzeit über Antike und Mittelalter bis zur Moderne reicht. Einige Länder haben aber eine besondere Bedeutung innerhalb der Europäischen Geschichte. Sie waren vor Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden der Ursprung für Entwicklungen, die den Kontinent und die Welt bis heute pflegen.

Griechenland – Wiege der europäischen Kultur

Der Süden Griechenlands wird oft auch als die Wiege der europäischen Kultur bezeichnet. Ab etwa 800 vor Christus entstanden hier bedeutende dichterische und philosophische Werke ebenso wie die ersten Formen der Demokratie. Eine besondere Rolle nahm dabei die Halbinsel Peloponnes ein. Dort waren bedeutende Stadtstaaten wie Sparta oder Korinth ebenso beheimatet wie Olympia, Austragungsort der olympischen Spiele. Eine Peloponnes Rundreise ist für historisch Interessierte daher besonders empfehlenswert. Auch die Welterbestätte Mykene, einst das Zentrum der ersten griechischen Hochkultur, liegt in dieser Region. Eine solch hohe Dichte von historischen Stätten gibt es nicht an vielen Orten der Welt. Das macht Griechenland zur ersten Anlaufstelle für geschichtsinteressierte Reisende.

Rom Kolosseum

Italien – Herz eines antiken Weltreichs

Welchen Einfluss das Römische Reich der Antike auch heute noch auf Europa hat, zeigt sich ganz alltäglich in den Sprachen des Kontinents. Viele sind direkte Nachfahren des Lateinischen, andere haben zumindest eine große Zahl von Wörtern übernommen. Italien und besonders die Region um Rom ist voller Überbleibsel aus dieser Zeit. Dazu gehören das Kolosseum und der Circus Maximus ebenso wie Tempel oder die Ruinen der Hafenstadt Ostia. Aber die kulturelle Bedeutung des Landes endete nicht mit dem Untergang der Römer. Die Handelsstadt Venedig war um die erste Jahrtausendwende ein wichtiges Machtzentrum am Mittelmeer. Sie ist auch heute noch ein beliebtes Ziel für Touristen. Und im Vatikan oder Orten wie Florenz finden sich zahlreiche Zeugnisse aus der Renaissance. Werke von Künstlern wie Leonardo da Vinci oder Michelangelo gelten auch heute noch als ein Hochpunkt der abendländischen Kultur.

England – Ursprungsland der Industrialisierung

Der entscheidende Schritt auf dem Weg in die moderne war die industrielle Revolution, die im 18. Jahrhundert in England ihren Anfang nahm. Sie erlaubte dem Land, die Rohstoffe aus den verschiedenen Teilen seines Kolonialreichs, in großen Mengen zu verarbeiten. In Regionen wie Lancashire wurden erstmals riesige Fabrikhallen für die Textilindustrie errichtet. Städte wie Sheffield wurden unter anderem durch die Stahlindustrie groß gemacht. Und London war im 19. Jahrhundert die größte Stadt der Welt. Heute sind die meisten der alten Industriegebäude verfallen, der Wirtschaftszweig macht nur noch rund 20% des Bruttoinlandsproduktes aus. Trotzdem lässt sich an vielen Orten noch erahnen, wie vor wenigen hundert Jahren das aufkommen des Industriezeitalters gleichzeitig großen Wohlstand und unglaubliches soziales Elend schuf. So ist England ein idealer Ort, um sich den Übergang zur Moderne vor Augen zu führen.

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