130 Lehrer bilden sich zum Thema Astrophysik weiter

Künstlerische Darstellung eines supermassereichen Schwarzen Lochs, wie es typischerweise im Zentrum vieler Galaxien gefunden wird. Es ist von einer strahlend hellen Akkretionsscheibe aus sehr heißer, einfallender Materie und...

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Künstlerische Darstellung eines supermassereichen Schwarzen Lochs, wie es typischerweise im Zentrum vieler Galaxien gefunden wird. Es ist von einer strahlend hellen Akkretionsscheibe aus sehr heißer, einfallender Materie und einem Staubtorus umgeben. Ein kosmischer Jet aus dem Zentrum des schwarzen Lochs kann mitunter mehrere Lichtjahre weit ins All schießen. Bild: ESO / L. Calçada

Rund 130 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Sachsen nehmen am Freitag, dem 19. Februar 2016, an einer ganztägigen Fortbildungsveranstaltung zum Thema Astrophysik teil. Organisiert wird sie vom Schülerlabor DeltaX am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Die wissenschaftlichen Vorträge informieren über den Stand der modernen Kosmologie, die Wirkung kosmischer Magnetfelder auf Planeten und Schwarze Löcher sowie über den schwierigen Nachweis von Teilchen, die aus der Sonne auf die Erde gelangen. Beim Besichtigungsprogramm am Nachmittag geht es auch zur Sternwarte Dresden-Gönnsdorf.

„Wir freuen uns sehr über das riesige Interesse an unserem Programm zur Astrophysik“, so Nadja Gneist, Organisatorin der Fortbildung und Mitarbeiterin im Schülerlabor des HZDR. „Das wollen wir belohnen, indem wir kurzfristig das Programm um Informationen zum sensationellen Nachweis der Gravitationswellen erweitern.“ Das Angebot dazu kam von Professor Karl-Heinz Lotze von der Friedrich-Schiller-UniversitätJena, dessen Vortrag „Warum ist der Himmel nachts dunkel? Eine Einführung in die moderne Kosmologie“ am Anfang des Fortbildungstags steht. Sein Anliegen ist es, den Lehrern möglichst viel Rüstzeug für den Unterricht mitzugeben, weshalb er zusätzlich einen kurzen Vortrag über Gravitationswellen hält. Diese hatte Albert Einstein 1918 vorhergesagt. Am 11. Februar 2016 wurden sie von Forschern der internationalen LIGO-Kollaboration gemessen.

Das Programm am 19. Februar unterteilt sich in drei Vorträge am Vormittag zu aktuellen Themen aus der Forschung und Besichtigungen am Nachmittag. Die Lehrer können sich hier zwischen Führungen durch HZDR-Labore oder einer Besichtigung der Sternwarte Dresden-Gönnsdorf entscheiden. Zusätzlich bietet das bundesweite „Netzwerk Teilchenwelt“ einen Workshop an, bei dem die Lehrer selber eine Nebelkammer zum Nachweis kosmischer Teilchen bauen können.

„Wir denken, dass für alle Lehrer naturwissenschaftlicher Fächer etwas dabei sein wird“, sagt Dr. Matthias Streller, Leiter des Schülerlabors DeltaX. „Natürlich stellen wir auch die Angebote in unserem Schülerlabor vor, die sich an Schüler aller Schularten ab der Klassenstufe fünf richten.“ Das Schülerlabor des HZDR bietet Experimentiertage zu den Themen Magnetismus, Licht und Farbe sowie Radioaktivität und Strahlung an. „Für das laufende Schuljahr sind wir schon ausgebucht“, meint Streller, „aber Anmeldungen für das kommende Schuljahr nehmen wir gerne schon jetzt entgegen.“

Auch die diesjährige Lehrerfortbildung wird vom Sächsischen Kultusministerium anerkannt und steht entsprechend im Fortbildungsonlinekatalog für sächsische Lehrer.

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