Budenaufbau für 633. Bautzener Wenzelsmarkt

Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt öffnet nächsten Freitag in Bautzen seine Pforten. Im Augenblick werden die ersten Buden und Stände dazu aufgebaut. Ab Freitag den 25.11.2016 um 16.30 Uhr erwartet die Besucher...

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Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt öffnet nächsten Freitag in Bautzen seine Pforten. Im Augenblick werden die ersten Buden und Stände dazu aufgebaut. Ab Freitag den 25.11.2016 um 16.30 Uhr erwartet die Besucher auf dem Hauptmarkt ein mittelalterliches Treiben mit dem Budissiner Marktgesinde und einem Theaterstück zum Sechsstädtebund. König Wenzel wird um 17.00 Uhr auf dem Hauptmarkt erscheinen und der Stadt erneut das Marktrecht verleihen. Am Sonnabend, dem 26. November 2016 erscheint 16.00 Uhr das Bescherkind „Dźěćatko“ aus Hoyerswerda, das mit seinen zwei Begleiterinnen bis 17.00 Uhr kleine Gaben auf dem Wenzelsmarkt verteilt. Am Sonntag, dem 27. November, eröffnet Oberbürgermeister Alexander Ahrens den Markt mit dem traditionellen Anschnitt des 4-m-Stollens, der in diesem Jahr aus dem Ofen vom Bäckermeister Lutz Neumann kommt. Umrahmt wird die Veranstaltung mit einem weihnachtlichen Bläserkonzert mit Musikern der Kreismusikschule Bautzen.

Bis zum 18. Dezember bieten auf dem 633. Bautzener Wenzelsmarkt rund 90 Händler und Gastronomen inmitten der romantischen Altstadt ihre Waren an.

Zu Namen und Geschichte des Bautzener Wenzelsmarktes

Marktrecht seit 1384

Wie verschiedene Chroniken berichten, verlieh König Wenzel IV. im Jahr 1384 der Stadt Budissin das Recht zur Abhaltung eines freien Fleischmarktes. Vom St. Michaelistag an war es sonnabends jedem Fleischer erlaubt, sein Fleisch öffentlich auf dem Markt zu verkaufen. Das Recht dieses Fleischverkaufes hatten die Fleischer bis Weihnachten. Im Jahr 1402 wurden alle bisherigen Märkte der Stadt durch ein Gebot von König Wenzel IV. unter besonderen Schutz gestellt und weitere Märkte verboten. Diese Verordnung wurde 1505 durch König Wladislaus mit einer Urkunde bestätigt und damit auch der freie Fleischmarkt, wie er in Budissin „seit alters über hundert Jahre lang und weit über Menschen Gedenken gehalten“ wurde. Auch dies spricht für das Jahr 1384. Im Dezember 2015 wurde dem Markt vom Rekord-Institut für Deutschland der Titel „Deutschlands ältester in einer Chronik genannter Weihnachtsmarkt“ verliehen.

König Wenzel IV. ist Namenspatron
Nicht ganz unumstritten ist in diesem Zusammenhang der Mann, dem Bautzen den Markt verdankt und der seit drei Jahren erfolgreich als Namenspatron herhält. König Wenzel IV. (1361–1419) ist in der Vergangenheit oft als fauler, trinkfreudiger und herrschsüchtiger Tyrann dargestellt worden. Nach aktuellen Erkenntnissen muss das Bild des Wirkens von König Wenzel IV. für Bautzen jedoch deutlich korrigiert werden. Wie sein Vater engagierte sich Wenzel stärker als seine Nachfolger in der Oberlausitz, beide reisten mehrfach in die Region. Wenzel soll als Prinz sogar einige Zeit auf der Ortenburg gelebt haben. Unter seinem Schutz und seiner Gunst blühte Bautzen immer mehr auf. Wenzel verlieh der Stadt den ersten Jahrmarkt, die Verwaltung wurde unter dem böhmischen Herrscher modernisiert und transparenter gestaltet. Der Monarch stützte seine Macht stärker als seine Vorgänger auf den niederen Adel und die Bürger der Städte. Nach längeren Handwerkerunruhen verlieh Wenzel Bautzen 1391 eine neue Ratsordnung, nach der auch die Handwerker im Rat vertreten waren. Ein nach dem neuen Recht gewählter Rat wurde 1405 jedoch durch einen von den Tuchmachern geführten Aufstand abgesetzt. Nachdem auch in Görlitz ein ähnlicher Aufstand mit der Enthauptung der Anführer endete, stellte auch König Wenzel IV. in Bautzen 1408 auf diese in seiner Zeit üblichen Weise Recht und Ordnung wieder her. König Wenzel IV., so das Fazit aktueller Recherchen, hat viel für Bautzen getan. Den Weihnachtsmarkt nach ihm zu benennen, ist angemessen. Mit 62 Prozent sprach sich auch eine deutliche Mehrheit der auf dem Markt vertretenen Händler für „Wenzelsmarkt“ als Namen aus.

www.wenzelsmarkt-bautzen.de

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