Das Spiel gewonnen hat der Kassenwart

Dieses Oberlausitz-Derby hatte ein etwas besseres Wetter verdient. Aber trotz Nässe und Kälte kamen am vergangenen Freitagabend rund 1100 Zuschauer auf die Bautzener Müllerwiese. Flutlichtspiele haben nun mal...

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Dieses Oberlausitz-Derby hatte ein etwas besseres Wetter verdient. Aber trotz Nässe und Kälte kamen am vergangenen Freitagabend rund 1100 Zuschauer auf die Bautzener Müllerwiese. Flutlichtspiele haben nun mal ihren besonderen Reiz. Wenn dazu noch die bekannte regionale Rivalität kommt, dann braucht es nur noch zwei gut aufgelegte Teams für ein ordentliches Fußballspiel. Und dafür sorgten die gastgebende Budissa und der FC aus Neugersdorf. Wer nach dem Abpfiff beim Endstand von 1:1 (0:1) von einem gerechten Resultat sprach, lag wohl richtig.
„Wir sch… auf die Champions League – wir wollen einen Derbysieg“ – Die mitgereisten Fans aus dem Oberland machten auf langen Plakatbändern deutlich, was sie von ihrer Mannschaft erwarteten. Eine durchaus realistische Vorgabe. Der Regionalliga-Aufsteiger erzielte in der ersten Halbserie so manches überraschende Ergebnis und liegt in der Tabelle vor den Bautzenern, die einen Platz im Mittelfeld behaupten. Sie waren ja im Jahr zuvor als Neuling ähnlich furios in dieser Spielklasse gestartet. Um dann erleben zu müssen, wie wertvoll zum Ende der Saison zu jeder gewonnene Punkt war. Auch für Neugersdorf könnte die Rückrunde noch Probleme bereithalten. Sie sind schließlich keine unbekannte Größe mehr. Mit dieser Punkteteilung, für die Maxim Banaskiewicz (FCO) kurz vor dem Halbzeitpfiff und Paul- Max Walther (Budissa) wenige Minuten nach Wiederanpfiff gesorgt hatten, dürften deshalb beide Seiten nicht unzufrieden gewesen sein.
Sicher, die Neugersdorfer werden auf die großen, aber eben vergebenen Chancen in der ersten Spielhälfte verweisen. Sie hätten mit einer deutlicheren Führung in die Kabinen gehen können. Sind sie aber nicht. Und so ballerte der Bautzener Torschütze vom Dienst ihnen nicht nur aus der Distanz den Ausgleich ins Netz, sondern sie büßten danach auch viel von ihrer Dominanz der ersten Halbzeit ein. Budissa machte mehr und mehr das Spiel, den Spielern war kein Weg zu weit. Manch Ball aber versprang, so bremste man sich selbst aus. Der FC Oberlausitz blieb mit schnellen Kontern allerdings jederzeit kreuzgefährlich. Den Sieg wollten beide. Letztlich gab es wenigstens keinen Verlierer.
Ende gut, alles gut? Das Hinspiel vor rund 1400 Zuschauern hatte 2:2 geendet. Vorteil für Budissa, legt man die Auswärtstorregel zu Grunde. Aber Spaß beiseite: Mögen uns diese Oberlausitz-Derbys noch lange erhalten bleiben. Nicht nur die Kassenwarte haben daran ihre Freunde. Und das bei jedem Wetter.
Kurze Vorschau: Budissa Bautzen hat kommenden Freitag in Babelsberg gleich wieder einen Flutlichtauftritt und empfängt am 21. Februar den FSV Zwickau. Das wird (hoffentlich) ein Sonntagsspiel im mehrfachen Sinne. Der FC Oberlausitz spielt am nächsten Sonntag in Neugersdorf gegen Rathenow.
Hans-Georg Prause

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