Fakten zu Bautzener Bevölkerung

Foto: Bautzener Bote Die Zahl der Einwohner ist seit dem Jahr 2000 um 2.856 auf 40.532 gesunken. Dies liegt insbesondere an der natürlichen Bevölkerungsentwicklung: So starben 2011 mit...

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Foto: Bautzener Bote
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Die Zahl der Einwohner ist seit dem Jahr 2000 um 2.856 auf 40.532 gesunken. Dies liegt insbesondere an der natürlichen Bevölkerungsentwicklung: So starben 2011 mit 477 Bautzenern 113 Personen mehr als geboren wurden. Diese Differenz lag vor zehn Jahren noch bei 80 Personen. Vom Rückgang sind vor allem ländliche Stadtteile und Gesundbrunnen betroffen. Die aktuelle Abwanderung von Bautzenern hat statistisch betrachtet keinen nennenswerten Einfluss mehr auf die Bevölkerungszahl: Mit knapp 2000 Personen verließen 2011 rund 400 weniger die Stadt als im Jahr 2000. Der größte Teil blieb allerdings damals wie heute in Sachsen beheimatet. Gleiches gilt auch für die Zuzüge nach Bautzen, die stetig zunehmen. Unter dem Strich zogen etwa im Jahr 2005 mehr als 100 Menschen nach Bautzen als die Stadt verließen. Zuletzt hielten sich Zu- und Fortzüge ungefähr die Waage.

Auch wenn sich die demografische Entwicklung in den Zahlen niederschlägt – es gibt inzwischen Hoffnungszeichen: Lebten Ende 2000 exakt 3.203 Kinder bis elf Jahre in der Stadt, waren es Ende 2011 bereits wieder 3.637 Kinder in dieser Altersgruppe. Deutlich weniger oft sind hingegen die darauf folgenden Jahrgänge anzutreffen: bei den 11- bis 25-Jährigen waren es Ende 2000 noch 8.367 Kinder und Jugendliche, gut zehn Jahre später zählt diese Altersgruppe 3.686 Personen weniger. Auch der Anteil der 25- bis 45-Jährigen ging in diesem Zeitraum um rund 18 Prozent zurück. Gleichzeitig legte die Zahl der 45- bis 80-Jährigen leicht zu, die Zahl der Bautzener im Alter von 80 Jahren und darüber hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt.

Einen geringen Anteil an der Bevölkerung stellen Einwohner mit Migrationshintergrund dar: So lebten 2011 exakt 683 Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit in Bautzen – das sind 1,7 Prozent der gesamten Bevölkerung und rund 100 weniger als noch im Jahr 1998. Insgesamt haben 1.712 Einwohner (4,2 Prozent) einen Migrationshintergrund, darunter zählen auch Menschen, die deutsche Staatsangehörigkeit nicht seit Geburt besteht oder der Geburtsort außerhalb Deutschlands liegt. Der Anteil der Aussiedler aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion lag 2011 mit 600 Personen bei nur rund 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Doch nicht nur die Altersstruktur bringt interessante Ergebnisse: Auch die Art und Weise, wie Menschen leben, hat sich verändert: So geht die Zahl der Einpersonenhaushalte auf die 50-Prozent-Marke zu. Auch die Zahl der alleinerziehenden Haushalte steigt: den Spitzenwert fand die Statistikstelle in Gesundbrunnen, wo dies in mehr als 50 Prozent der Haushalte der Fall war. Der Stadtteil verfügt auch über die höchste Arbeitslosenquote: 223 je 1.000 Einwohner im arbeitsfähigen Alter sind hier ohne Job. Ein Drittel der Haushalte hier sind so genannte Bedarfsgemeinschaften nach SGB II. Generell droht Arbeitslosigkeit auch immer öfter zum Dauerschicksal zu werden: mehr als 80 Prozent der Arbeitslosen sind Hartz-IV-Empfänger, also offensichtlich nur schwer in den ersten Arbeitsmarkt vermittelbar.

 

Ein Trend, der auch Folgen für das Alter hat: Mehr als die Hälfte der Haushalte, die Wohngeld erhalten, sind Seniorenhaushalte. Neben der Arbeitslosigkeit wurden in dem Bericht auch die geringfügigen Beschäftigungen in den Fokus genommen: Hier sind knapp 60 Prozent Frauen. Gleichzeitig ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bautzen seit dem Jahr 2000 um rund 9 Prozent auf 26.022 gestiegen. Immer mehr Beschäftigte kommen dabei nicht aus Bautzen: Die Zahl der Einpendler stieg von 2000 bis 2011 um mehr als 20 Prozent. Das bedeutet: Mehr als 18.000 Beschäftigte fahren jeden Tag nach Bautzen auf Arbeit, eine Zahl die die enorme Wirtschaftskraft des Standorts Bautzen sowie seine Bedeutung für die Region unterstreicht. Umgekehrt suchen rund 6.000 Bautzener einen Arbeitsplatz außerhalb der Stadt Bautzen, für 7.800 Personen ist Bautzen Wohn- und zugleich Arbeitsort.

Eine Aussage über die Attraktivität der Stadt lässt sich unter anderem über die Lebenshaltungskosten treffen, die von den Statistikern für den aktuellen Bericht zusammengetragen wurden: So müssen Eltern in Bautzen für einen Krippen-Platz rund 20 bis 30 Euro weniger bezahlen als in Görlitz oder Hoyerswerda. Bei der Betreuung im Kindergarten liegt der Unterschied bei rund 10 Euro. Auch bei den Steuern schont Bautzen im Vergleich zu den anderen Städten seine Einwohner und Unternehmen: Die Hebesätze für die Grundsteuer liegen mit 300 (A) und 380 (B) deutlich unter denen von Görlitz und Hoyerswerda und auch bei der Gewerbesteuer hat Bautzen den niedrigsten Hebesatz aller drei Städte.

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