Lausitzer Druckhaus im Insolvenzverfahren

Das Amtsgericht Dresden hat am 13. Juni 2017 einem selbst initiierten und eingereichten Antrag des Lausitzer Druckhauses auf ein eigenverwaltetes Insolvenzverfahren stattgegeben. Die Lausitzer Druckhaus GmbH ist ein...

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Das Amtsgericht Dresden hat am 13. Juni 2017 einem selbst initiierten und eingereichten Antrag des Lausitzer Druckhauses auf ein eigenverwaltetes Insolvenzverfahren stattgegeben.

Die Lausitzer Druckhaus GmbH ist ein regional bekanntes und traditionsreiches Bautzener Familienunternehmen, welches in der „sorbischen Druckerei“ zu Bautzen von 1574 seinen Ursprung hat. Seit 2015 verfügt das Traditionsunternehmen über neueste Drucktechnologien. Derzeit liegt der Fokus auf Offset- sowie Digitaldrucklösungen.

Bedingt durch die Veränderungen und Dynamiken im Druckmarkt hat sich das Unternehmen entschieden, die Unternehmensstrategie zu ändern und den neuen Erfordernissen anzupassen. Die neue Strategie setzt auf Überregionalität und den Ausbau des Digitaldruckgeschäftes. „In der Region sind wir die Nummer 1 und die einzige Druckerei, die alle Leistungen entlang der gesamten Druckwertschöpfungskette anbietet, inklusive Bindung und Veredelung. Wir haben Kunden in ganz Deutschland und sie bekommen alles aus einer Hand – mit hoher Qualität und schnellen Lieferfristen“, sagt Robert Czyzowski, Geschäftsführer und Inhaber der Lausitzer Druckhaus GmbH.

Das Unternehmen sieht noch Wachstumspotential im Digitaldruck sowie Positiveffekte für den hochqualititativen und anspruchsvollen Offset-Druck. „Wir wollen uns hier mit Absicht nicht in die direkte Konkurrenz mit Onlinedruckereien bringen, sondern mit Kundennähe und hoher Qualität punkten.“ so Robert Czyzowski

Aufgrund bestehender Überkapazitäten ist das Traditionsunternehmen in kurzfristige finanzielle Turbulenzen geraten. Die Geschäftsführung hat in den vergangenen Wochen intensive Gespräche mit Gläubigern und Großkunden geführt, um ein geschlossenes Sanierungs- und Finanzierungskonzept zur Unterstützung der neuen Unternehmensstrategie umzusetzen. Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen der Gläubiger stand die Zahlungsunfähigkeit im Raum. Aus diesem Grund hat sich die Geschäftsführung unter professioneller Beratung durch Experten entschlossen, ein Sanierungsverfahren in Eigenregie zu beantragen und umzusetzen.

Die Geschäftsführung strebt nun gemeinsam mit dem erfahrenen Restrukturierungsexperten Thomas Mulansky von der renommierten Kanzlei MULANSKY + KOLLEGEN Rechtsanwälte GmbH (Dresden) in Zusammenarbeit mit dem vom Gericht bestellten Sachwalter Dr. Martin Dietrich (Kanzlei Mönning & Partner, Dresden) die Sanierung und erfolgreiche Fortführung des Unternehmens an. „Unsere neue Strategie fängt langsam an zu greifen. Das merken wir an den positiven Rückmeldungen unserer Kunden und an den steigenden Umsätzen“, sagt Druckereichef Czyzowski. „Die avisierten Umsatzsteigerungen blieben unter den Prognosen. Aus diesem Grund haben wir empfohlen, die eigenverwaltete Sanierung zu beantragen“, erklärt Sanierungsexperte Thomas Mulansky. Ziel sei es, innerhalb des Insolvenzverfahrens den Standort Bautzen und die Arbeitsplätze zu erhalten. .

Im Vergleich zu einem „normalen“ Insolvenzverfahren weist das Verfahren in Eigenverwaltung wesentliche Unterschiede auf. Ein wichtiger Vorteil ist, dass der Geschäftsführer und sein Team das Unternehmen weiterhin verantwortlich lenken. Ihm zur Seite ist ein Sachwalter gestellt, der das Verfahren aus der Perspektive des Gläubigerschutzes begleitet. Darüber hinaus bietet das Procedere die Möglichkeit, die Verfahrensdauer im Vergleich zur Regelinsolvenz erheblich zu verkürzen. „Mit dem Verfahren haben wir die nötige Flexibilität, um die neue Strategie und das Sanierungskonzept umzusetzen“, erklärt Robert Czyzowski, Geschäftsführer und Inhaber der Lausitzer Druckhaus GmbH. Gläubiger und Mitarbeiter wurden über die neue Strategie und das Verfahren in Eigenregie bereits informiert.

Alle Beteiligten stehen zum Unternehmensstandort Bautzen. Der Geschäftsbetrieb der Lausitzer Druckhaus GmbH läuft unverändert weiter. Die nächsten drei Monatsgehälter der angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

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