Anstieg der Arbeitslosigkeit

„Die Unternehmen in der Oberlausitz setzen weiter auf das Kurzarbeitergeld, um ihre eingearbeiteten Fachkräfte in den Unternehmen zu halten. Aus überwiegend saisonalen Gründen ist die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn...

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„Die Unternehmen in der Oberlausitz setzen weiter auf das Kurzarbeitergeld, um ihre eingearbeiteten Fachkräfte in den Unternehmen zu halten. Aus überwiegend saisonalen Gründen ist die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn jedoch angestiegen. Im Arbeitgeber-Service sind derzeit knapp 4.700 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet, knapp 200 Stellen mehr als vor einem Jahr. Die Unternehmen haben auch in dieser herausfordernden Zeit einen hohen Personalbedarf. Wir setzen weiter auf die Qualifizierung, um unsere Kunden bedarfsgerecht aus- und fortzubilden. Für alle Beschäftigten, die sich beruflich weiterentwickeln wollen, haben wir mit der Berufsberatung im Erwerbsleben ein neues Beratungsangebot. Die Berufsberater geben Orientierung, strukturieren die Vielzahl an Informationen und helfen bei der Erstellung individueller Berufswegpläne“, erklärt Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Bautzen.

Arbeitslosigkeit

Im Januar waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen insgesamt 19.708 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 1.573 Arbeitslose (+8,7 Prozent) mehr als Ende Dezember 2020 und 1.297 Personen (+7,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt im Januar 2021 bei 7,1 Prozent. Im Januar 2020 lag diese bei 6,6 Prozent.

Die Agentur für Arbeit Bautzen betreute in der Arbeitslosenversicherung im Januar 8.306 Arbeitslose, 1.196 Personen mehr als im Dezember 2020 (+16,8 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat waren 1.571 Personen mehr (+23,3 Prozent) von Arbeitslosigkeit betroffen.
Die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz registrierten zusammen 11.402 Arbeitslose in der Grundsicherung. Von diesen entfallen 4.663 auf den Landkreis Bautzen und 6.739 auf den Landkreis Görlitz. Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen bei beiden Jobcentern um 377 Personen (+3,4 Prozent), im Vergleich zu Januar 2020 ging diese um insgesamt 274 Personen (-2,3 Prozent) zurück.

Arbeitskräftenachfrage

Im Januar 2021 wurden dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 620 freie Stellen gemeldet. Damit meldeten die Unternehmen gegenüber dem Vormonat 113 Arbeitsstellen (-15,4 Prozent) weniger und gegenüber Januar 2020 228 Arbeitsstellen (-26,9 Prozent) weniger.

Kurzarbeitergeld

In den Monaten März bis Dezember 2020 wurden im Agenturbezirk Bautzen 8.226 Anzeigen über Kurzarbeit gestellt und geprüft. Hinter diesen geprüften Anzeigen im Agenturbezirk Bautzen stehen 87.384 Arbeitnehmer. Für den Monat Januar wurden bis zum 25. Januar 2021 weitere 1.031 Anzeigen mit insgesamt 8.735 Arbeitnehmern geprüft. Hierbei gilt jedoch zu beachten: Erst, wenn im Betrieb tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Betrieb innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach liegen endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren, in welcher Branche dies war und wie groß der Arbeitsausfall war.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis September 2020 zur Verfügung. So wurde Kurzarbeitergeld im Agenturbezirk Bautzen nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September 2020 für 9.776 Arbeitnehmer in 1.257 Unternehmen bzw. Unternehmensteilen, im August 2020 für 10.832 Arbeitnehmer in 1.405 Unternehmen bzw. Unternehmensteilen, im Juli 2020 für 14.702 Arbeitnehmer in 1.714 Unternehmen bzw. Unternehmensteilen, im Juni 2020 für 20.706 Arbeitnehmer in 2.328 Unternehmen, im Mai 2020 für 28.802 Arbeitnehmer in 3.283 Unternehmen, im April 2020 für 33.180 Arbeitnehmer in 4.107 Unternehmen gezahlt, im März 2020 betraf dies 15.713 Arbeitnehmer in 2.362 Unternehmen bzw. Unternehmensteilen.

Frank Peschel, AfD-Landtagsabgeordneter aus Bautzen

Frank Peschel, AfD Landtagsabgeordneter aus Bautzen kommentiert die aktuelle Arbeitsmarktlage: „Ohne das Kurzarbeitergeld, welches ein gutes Mittel ist, um Beschäftigte vor Arbeitslosigkeit zu schützen und den Verdienstausfall zumindest teilweise auszugleichen, würde die Arbeitslosigkeit in der Oberlausitz massiv steigen. Die Auswirkungen der staatlich erzwungenen Corona-Maßnahmen sind nun in den Beschäftigungszahlen ablesbar. Wie die Zahlen zum Kurzarbeitergeld aus dem ersten Lockdown zeigen, ist für den zweiten Lockdown, der beispielsweise für die Gastronomie seit November 2020 gilt, mit noch mehr Anträgen von Kurzarbeitergeld und somit indirekter Arbeitslosigkeit zu rechnen. Um weiteren Schaden von der Wirtschaft abzuwenden, muss der Lockdown beendet werden.“

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