Bautzen erhält 2 Millionen Euro zur Digitalisierung der Schulen

Bautzen gehört zu den Kommunen, die zeitnah eine Förderung aus den Mitteln des Digitalpaktes beantragt haben. Hierfür haben die Schulen eigene Medienbildungskonzepte erstellt. Nun hat die Stadt von...

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Bautzen gehört zu den Kommunen, die zeitnah eine Förderung aus den Mitteln des Digitalpaktes beantragt haben. Hierfür haben die Schulen eigene Medienbildungskonzepte erstellt. Nun hat die Stadt von der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank (SAB) den Zuwendungsbescheid über 2.012.456,61 Euro für die Umsetzung des Digitalpaktes Schulen erhalten.

Mit dem Geld soll bis Ende 2024 die digitale Infrastruktur in den zehn städtischen Grund- und Oberschulen, den Gymnasien sowie im Förderzentrum ausgebaut werden. Da die Fördermittel nicht reichen, um die geplanten Maßnahmen vollständig zu finanzieren, stellt die Stadt Bautzen über ihren Haushalt bis 2024 rund 2,8 Mio. Euro bereit. Insgesamt stehen damit für die Bautzener Schulen in städtischer Trägerschaft zur Umsetzung des Digitalpaktes rund 4,8 Mio. Euro zur Verfügung.
Grundlage ist eine flächendeckende Anbindung an das schnelle Internet über das Glasfasernetz. Aufs diesem Grund werden in den Schulen zuerst die Netzwerke ausgebaut. Dazu müssen im gesamten Schulhaus sowie in allen Funktions- und Unterrichtsräumen Leitungen und Anschlussdosen verlegt werden. Im nächsten Schritt werden alle Unterrichtsräume mit für den schulbetrieb optimierten, digitalen Tafeln ausgestattet. Diese können – wie die klassischen Kreidetafeln – beschrieben werden. Zusätzlich können Medieninhalte aus dem Internet oder Lernsoftware eingebunden werden. Die modernen Unterrichtshilfen bringen einen weiteren Vorteil: Tafelbilder lassen sich als PDF-Datei speichern und ausdrucken oder in der nächsten Unterrichtsstunde erneut aufrufen, so dass weiter daran gearbeitet werden kann.

Über ein weiteres Förderprogramm sollen noch in diesem Jahr Tablets als Klassensätze für die Schulen beschafft werden, die über eine WLAN-Verbindung eine Interaktion mit den digitalen Tafeln ermöglichen. Dadurch eröffnen sich weitere Möglichkeiten für den Unterricht. Mit einer entsprechenden Software können die Arbeitsergebnisse eines Schülers vom Tablet direkt an die digitale Tafel geschickt oder zentral vom Lehrer ausgewertet werden.
Eine Bautzener Schule, die während des Notbetriebes bereits auf die digitale Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern gesetzt hat, ist die Max-Militzer-Grundschule. Über LernSax, die Schulcloud des Freistaates Sachsen, wurden die Schüler bei der Erledigung ihrer Lernaufgaben zu Hause aktiv durch die Lehrer unterstützt. Die Max-Militzer-Grundschule gehört nun auch zu den ersten Schulen, die im Rahmen des Digitalpaktes mit digitaler Technik und Infrastruktur ausgestattet werden sollen. Aber auch das Förderzentrum am Schützenplatz, welches eng mit der Max-Militzer-Grundschule kooperiert, soll noch in diesem Jahr digital ertüchtigt werden. Für beide Schulen ist die Vorplanung soweit abgeschlossen, dass nach Vergabe der Bauleistungen in den Sommerferien mit der Maßnahme begonnen werden kann. Um den Schulbetrieb nicht wesentlich zu beeinträchtigen, sollen die baulichen Veränderungen in den Unterrichtsräumen mit Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen sein. Weiterführende Arbeiten an den Netzwerken und Servern werden bis zum Jahresende andauern.

Im nächsten Jahr sollen die beiden städtischen Gymnasien – das Philipp-Melanchthon-Gymnasium und das Schiller-Gymnasium – digital ertüchtigt werden. Aufgrund der Größe der Einrichtungen und besonderer Anforderungen an den Denkmalschutz stellt die Umsetzung des Digitalpaktes in den Gymnasien eine besondere Herausforderung dar. Die Planung der Baumaßnahmen soll deshalb bereits im Herbst dieses Jahres in Auftrag gegeben werden, so dass 2021 ohne Zeitverzug mit den Arbeiten begonnen werden kann, sobald der Haushalt steht.

Die weiteren Grund- und Oberschulen in Trägerschaft der Stadt Bautzen werden in den Jahren 2022 bis 2024 fit für den digitalen Unterricht gemacht. Die Dr.-Salvador-Allende-Oberschule wird in den nächsten Jahren im Rahmen der Sanierung ausgestattet. Einzelne Maßnahmen, wie die Installation von digitalen Tafeln oder die Beschaffung mobiler Endgeräte, werden in den Schulen aber schon früher durchgeführt – zum Beispiel, wenn ein Ersatz notwendig wird.

Frank Peschel, AfD-Landtagsabgeordneter

Frank Peschel, AfD-Landtagsabgeordneter aus Bautzen erklärte dazu: “ Ich begrüße die Digitalisierung unserer Schulen. Es muss allerdings in einem vernünftigen Rahmen geschehen. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung ist. Daher erwarte ich für den Freistaat einen enormen Innovationsschub. Etwa im Bereich der Digitalisierung der Verwaltung, der Nutzung von Internetplattformen, beim Home-Office oder E-Learning.“

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