Flächenverbrauch in Deutschland und Sachsen mit Folgen

Laut Umweltbundesamt ist jede Flächennutzung mit Umweltfolgen verbunden, wobei die meisten Flächen in Deutschland von der Land- und Forstwirtschaft sowie für Siedlungen und Verkehr (SuV) belegt werden. Die...

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Laut Umweltbundesamt ist jede Flächennutzung mit Umweltfolgen verbunden, wobei die meisten Flächen in Deutschland von der Land- und Forstwirtschaft sowie für Siedlungen und Verkehr (SuV) belegt werden. Die Ausdehnung der SuV – Flächen belastet die Um­welt erheblich. Ziel der Bundesregierung ist, das Wachstum der SuV – Fläche von 58 Hektar pro Tag im Zeitraum von 2014 bis 2017 auf unter 30 Hektar pro Tag bzw. 10.950 ha pro Jahr im Jahr 2020 zu reduzieren. (Nationale Nachhaltigkeitsstrategie (2002)) Der trotz o.g. Vorgaben zunehmende Flächenverbrauch in Deutschland mit weitergeführ­tem Neubau von Straßen, Eigenheimen und Gewerbeflächen auch im ländlichen Bereich führt zu einer Verringerung landwirtschaftlich genutzter Flächen, Wiesen und Wälder. So­gar Landschaftsschutzgebiete werden aufgehoben, um sie einer Nutzung für Besiedlung, Straßen oder Gewerbe zuzuführen.

Die seit Jahren rückläufigen Bevölkerungszahlen stehen diesen widrigen Flächenerweite­rungen entgegen. Werden die Folgekosten genauer betrachtet, ergibt sich insbesondere für geringer besiedelte Gebiete erhöhte finanzielle Belastung der noch verbliebenen Bür­ger jetzt und auf lange Sicht. Politisch wird von Stärkung des ländlichen Raumes gespro­chen, aber kontraproduktiv gehandelt. Wie lange soll das noch so weitergehen.Mit dem Verlust von Kulturlandschaften und Flächen der Erholung sinkt die Lebensqualität weiter. Landwirtschaftliche Flächen werden zerschnitten und durch unnötige Auflagen de­ren Bewirtschaftung erschwert, die Lebensgrundlage der Erzeuger von Nahrungsmitteln wird zerstört.

Aufgrund des o.g. hohen Flächenverbrauchs für SuV hat die Landesregierung in Sachsen bereits 2009 den Beschluss gefasst, dass der Flächenverbrauch im Freistaat Sachsen bis zum Jahr 2020 auf 2 Hektar pro Tag zu begrenzen ist (bundesweit 30 Hektar pro Tag) (Landesentwicklungsbericht 2015, S. 70, Gesetz über die Raumordnung und Landesplanung des Freistaates Sachsen regelt den Flächenverbrauch). Erreicht wurden 4,3 Hektar pro Tag. (SZ v. 4.7.18 Recherche aus Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden)

Laut Statistischem Landesamt Sachsen hat sich die SuV von 1992 bis 2015 um ca. 62.078 Hektar vergrößert – fast 10x mehr, als die Fläche der Stadt Bautzen. Die Bevölkerungsentwicklung wird in Sachsen von 2018 bis 2050 mit einem Minus von ca. 10% angegeben (Demografie Portal des Bundes und der Länder), wobei besonders die ländlichen Re­gionen wie die Oberlausitz vom Rückgang betroffen sind. So wird z.B. im Landkreis Baut­zen von 2009 bis 2025 ein Bevölkerungsrückgang von Minus 18% prognostiziert. (Demografischer Wandel in der Oberlausitz, Die allgemeine Bevölkerungsentwicklung). Trotz dieser demografischen Entwicklung werden ca. 86% aller neuen Bauflächen in den Landkreisen verplant.

Beispiel für Flächenversiegelung

In der Gemeinde Neukirch/ Lausitz sollen laut Bebauungsplan „Wesenitzaue“ im Außenbereich und Landschaftsschutzgebiet (Bild unten) Gewerbe – und Verkehrsflächen entstehen.

Bildquelle: http://wesenitzaue.bplaced.net

Bisher liegen dem Gemeinderat keine belastbaren Unterlagen zur Notwendigkeit und Wirt­schaftlichkeit dieses Projektes vor. Der Vorentwurf des B-Planes wurde im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung April/ Mai 2018 ausgelegt. Die schriftlich eingereichten Fragen, Bemerkungen und Anregungen der Bürger wurden jedoch bis zum heutigen Tag nicht beantwortet. Trotz mehrfacher Nachfragen, auch im Gemeinderat wird auf einer einseiti­gen Betrachtungsweise des B-Planes beharrt und weder eine Alternative aufgezeigt noch eine wirtschaftliche Betrachtung vorgestellt.

Bildquelle: http://wesenitzaue.bplaced.net

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