Schiebocker Weihnachtsmarkt fällt aus

Ein dreitägiger Weihnachtsmarkt und ein verkaufsoffener Sonntag – dies waren rund um den Nikolaustag in Bischofswerda bisher immer feste Termine im Veranstaltungskalender der Stadt. Beides fällt nun der...

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Ein dreitägiger Weihnachtsmarkt und ein verkaufsoffener Sonntag – dies waren rund um den Nikolaustag in Bischofswerda bisher immer feste Termine im Veranstaltungskalender der Stadt. Beides fällt nun der allgegenwärtigen weltweiten Krise zum Opfer. Die Stadt Bischofswerda hatte bis zuletzt versucht, ihren Einwohnern sowie den Gästen und Freunden der Stadt weihnachtliche Vorfreude zu schenken.

Mitte Oktober hatte die Stadtverwaltung ihr Hygienekonzept des Weihnachtsmarktes zur Prüfung an das Landratsamt gesendet – direkt nach einem Informationstermin des zuständigen Gesundheitsamtes zum Thema „Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten“. Dort war vonseiten des Landkreises nur zu hören, was nicht funktionieren würde und dass man sich auf die kreativen Lösungen bei den Hygienekonzepten freue. Es zeichnete sich damit ab, dass der diesjährige Weihnachtsmarkt in gewohnter Form nicht stattfinden kann. Manifestiert wurde dies durch die aktuell noch bis 30. November gültige Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen. Die Stadt Bischofswerda hatte aber sofort einen Alternativplan ins Auge gefasst – den Hinweis auf Kreativität bei Hygienekonzepten im Hinterkopf. Ein dreitägiger „Schiebocker Einkaufsbummel“ sollte zumindest den verkaufsoffenen Sonntag retten – denn laut dem Sächsischen Ladenschlussgesetz braucht dieser eine Anlassveranstaltung.

Geplant war, vom 4. bis 6. Dezember die komplette Innenstadt zum Kaufhaus ohne Dach zu machen. Die für den Weihnachtsmarkt angemeldeten Händler sollten mit ausreichend Abstand und eigenem Hygienekonzept je Verkaufsstand auf den Zu- und Abfahrtstraßen des Altmarktes bzw. direkt auf diesem platziert werden. Dies hätte zum einem diesen Händlern eine Chance für drei Tage guten Umsatz geboten, zum anderen die Besucher der Innenstadt direkt vor und dann in die Ladenlokale der einzelnen Straßen geführt. In Gesprächen mit der Werbegemeinschaft Bischofswerda erhielt die Stadtverwaltung das klare Zeichen, dass die Händler und Gewerbetreibenden an dieser Symbiose interessiert wären und an allen drei Tagen zum großen Teil bis 18 Uhr ihre Geschäfte öffnen würden. Sogar eine kurzfristige Beschlussvorlage für den Verwaltungsausschuss am 17. November war vorbereitet, um den „Schiebocker Einkaufsbummel“ als Anlassveranstaltung für den verkaufsoffenen Sonntag am 6. Dezember aufzunehmen.

Doch verwaltungstechnische Hürden, unter anderem mit einer für die Vollsperrungen der Straßen erforderlichen Definition oder Nicht-Definition einer Veranstaltung, sowie die immer noch sehr hohen Infektionszahlen im Landkreis machten diesem Plan den Garaus. Oberbürgermeister Holm Große zeigt sich enttäuscht, dass der Alternativplan zum Weihnachtsmarkt nicht aufgeht: „Mein Wunsch besteht deshalb darin, dass alle Verantwortlichen in unserem Land darüber nachdenken und dies nachfolgend auch umsetzen, wie mit weniger Restriktionen gelebt werden kann. Gerade in schwierigen Zeiten, wie den aktuellen, muss es einfach möglich sein – mit notwendiger Vorsicht bei der gesundheitlichen Gefährdungslage – unkomplizierte, schnelle Entscheidungen treffen zu dürfen – ohne in Gefahr zu geraten, sich im Paragrafendschungel zu verfangen“.

Und so wird das diesjährige „Stille Fest“ mit Abstand sicherlich eines der stillsten aller Zeiten in Bischofswerda. Trotzdem wird mit dem Weihnachtsbaum auf dem Altmarkt, den Lichterketten in der Innenstadt und der Weihnachtsbaumaktion der Werbegemeinschaft mit Kindereinrichtungen, Schulen und Vereinen für weihnachtliches Flair gesorgt. Mit der nötigen Vorsicht steht unter Einhaltung der Hygieneregeln einem individuellen Weihnachtsgeschenke-Einkauf in Bischofswerda nichts im Wege. Oberbürgermeister Holm Große hofft auf zahlreiche Kunden und appelliert an die Einwohner sowie die Gäste und Freunde der Stadt: „Sorgen Sie bitte mit für ein Überleben der einheimischen Händler und Gastronomen – kaufen Sie lokal ein, nutzen Sie die vielfältigen Angebote und lassen Sie große Konzerne nicht durch den Online-Handel noch reicher werden. Die Unternehmer vor Ort unterstützen das Leben in Ihrer Heimat, zum Beispiel in Vereinen – nicht Konzerne, die Steuersparmodelle in Luxemburg oder Irland ausnutzen. Als Stadt werden wir übrigens das leider eingesparte und für die Durchführung unseres Weihnachtsmarktes geplante Geld den Branchen zukommen lassen, die im November durch den Lockdown schließen oder enorme Verluste hinnehmen mussten. Genaueres dazu werden wir in den nächsten Tagen veröffentlichen“.

Foto: Stadtverwaltung Bischofswerda

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